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15 Holzöle im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

15 Holzöle im Test

Der Lack ist ab

Wer Holzoberflächen schätzt, der wählt zur Behandlung gerne Holzöle statt Lacke. Sie gelten als die natürlichere, ökologischere Variante. Doch es ist nicht alles Öl was glänzt. Viele Produkte enthalten nicht nur pflanzliche Öle, sondern auch Erdöl, Lösemittel und problematische Trockenmittel. Und manchmal auch krebsverdächtige Substanzen.

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10.10.2014 | Es ist noch gar nicht so lange her, da gab es industriell hergestelltes Fertigparkett, Möbel und andere Holzprodukte vor allem in lackierter Variante. Das Ölen und Wachsen von Holzoberflächen war die Bastion einiger weniger Hersteller oder Heimwerker. Inzwischen hat sich das geändert. Das Angebot wächst und mehr und mehr Menschen schätzen geölte und gewachste Oberflächen. Nicht nur die Optik hat hier ihren Charme - auch die Verarbeitung. Während ein Schaden in der Lackschicht schwer auszubessern ist, kann man bei geölten Flächen leicht einmal eine Stelle nachölen oder gleich selbst die komplette Oberflächenbehandlung vornehmen.

Weil selbst vergleichsweise schnell aushärtende Stoffe wie Leinöl, Saflor- oder Tungöl Tage brauchen, ehe sie trocken sind, arbeiten die Hersteller mit Metallsalzen, die den Trocknungsvorgang beschleunigen. Oft wird problematisches Kobalt eingesetzt, obwohl es durchaus bessere Alternativen gäbe: Zirkonium, Mangan, Calcium oder Zink.

Lösemittel sorgen dafür, dass sich die Öle, Wachse und Harze besser auftragen lassen. Der Anteil kann mehr als die Hälfte des Produkts ausmachen. Konventionelle Hersteller arbeiten gerne mit Isoaliphaten, Isoparaffinen oder Testbenzin - hergestellt aus Erdöl. Die Naturfarbenhersteller setzen hingegen natürliche Alternativen ein, etwa Zitrus- oder Orangenschalenöle. Diese bringen allerdings den Nachteil mit sich, dass sie hohe Anteile an Terpenen enthalten, die ein recht hohes Allergierisiko bergen.

Seit einiger Zeit finden sich auch wasserbasierte Holzöle auf dem Markt. Sie kommen zwar weitgehend ohne Lösemittel aus, müssen dafür aber in der Regel konserviert werden, etwa mit Isothiazolinonen. Und auch diese rufen häufig Allergien hervor.

Wir haben 15 Holzöle und Holzwachsöle eingekauft - lösemittel- und wasserbasierte, konventionelle und Produkte von Naturfarbenherstellern. Im Labor wurde geprüft, wie stark die Öle ausdünsten, womit konserviert wurde, ob womöglich Schadstoffe enthalten sind.

Das Testergebnis

Da ist nicht nur Öl drin! Fünf der 15 Holzöle im Test landen im roten Bereich. Die lösemittelhaltigen Öle dünsten allesamt stark aus, zum Teil enthalten sie darüber hinaus problematische Zusatzstoffe zur Hautverhinderung. Ob lösemittelhaltig oder lösemittelfrei: polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, vor allem krebsverdächtiges Naphthalin, sind in beiden Produktgruppen ein Thema. Und auch die Deklarationen lassen bei vielen Produkten zu wünschen übrig.

Handwerker, die zu klassischen lösemittelbasierten Holzölen greifen, müssen sich darauf einstellen, dass ihnen ordentlich was zu Kopf steigt. Da hilft nur intensives Lüften. Bei den Holzölen der Marken Genius Pro (Toom), Clou und Remmers entfleuchen ausgerechnet große Mengen an Aromaten, die das zentrale Nervensystem schädigen können.

Um zu verhindern, dass sich auf der Oberfläche des Holzöls eine Haut bildet, wenn die Büchse längere Zeit offensteht, setzen vier Hersteller großzügig Butanonoxim ein. Das wird aufg


Wir haben 15 Produkte für Sie getestet
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15 Holzöle im Test
Jahrbuch für 2015 Seite 282
Jahrbuch für 2015 Seite 283
Jahrbuch für 2015 Seite 284
Jahrbuch für 2015 Seite 285
Jahrbuch für 2015 Seite 286

5 Seiten
Seite 282 - 286 im Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Zwölf Holzöle und Holzwachsöle für innen, viele davon sind ausdrücklich für die Bearbeitung von Fußböden ausgelobt. Drei weitere Holzöle sind sowohl im Innen- als auch im Außenbereich einsetzbar. Eingekauft wurde in Baumärkten, bei Ikea sowie bei Naturfarbenhändlern.

Die Inhaltsstoffe
Damit sich das Material gut aufbringen lässt und ein gleichmäßiger Film entsteht, der schnell eintrocknet und schön glänzt, wird dem Öl noch der ein oder andere Zusatzstoff beigemischt. Hinzu kommen Konservierungsmittel, die dafür sorgen, dass das Öl unverkeimt beim Kunden ankommt. Im Labor wurde geprüft, ob Formaldehyd/-abspalter oder Isothiazolinone zum Konservieren eingesetzt werden, ob das Hautverhinderungsmittel Butanonoxim enthalten ist und welche Schwermetallsalze als Trocknungsbeschleuniger verwendet werden. Darüber hinaus untersuchten die Labore, in welchen Mengen flüchtige organische Verbindungen ausdünsten und ob sich darunter besonders problematische Kandidaten befinden. Auch auf Phthalate und andere Weichmacher ließen wir untersuchen - im alten Test war das noch ein Thema.

Die Deklaration
Bei der Wahl des richtigen Holzöls ist der Kunde auf die Informationen auf dem Etikett angewiesen. Wir haben deshalb genau hingesehen: Kann der Kunde dem Etikett entnehmen, welche Inhaltsstoffe das Öl enthält? Welche Konservierer und Trocknungsbeschleuniger eingesetzt wurden? Sind alle Warnhinweise für Allergiker angegeben?

Die Bewertung
Ein Holzöl ist nur so gut wie seine Inhaltsstoffe - sie machen 70 Prozent des Gesamturteils aus. Da ein Verbraucher nur über das Etikett erfahren kann, ob ein Holzöl das richtige Produkt für ihn ist, geht die Bewertung der Deklaration zu 30 Prozent ins Gesamturteil ein.

So haben wir getestet

Erst wird geschliffen, dann geölt. Nur wenige Hersteller weisen ihre Kundschaft auf die Notwendigkeit einer Atemschutzmaske hin. Denn viele Stäube können Krebs erzeugen.

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