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9 Laufgitter im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

Laufgitter

Ganz sicher nicht

Am Anfang kann ein Laufstall als Tagesbettchen dienen. Später ermöglicht er den Eltern, mal kurz aus dem Raum zu gehen und entdeckungslustige Krabbler dabei sicher aufgehoben zu wissen. Doch unser Test zeigt: Nicht alle Produkte sind entsprechend gut durchdacht.

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10.10.2014 | Redet man über Laufställe, dann gehen die Meinungen auseinander. Ist ein solches Produkt denn noch zeitgemäß? Experten sind sich einig: Solange man den Laufstall nicht überstrapaziert, ist er ein sinnvoller Helfer für Eltern. Kleine Krabbler, die man eigentlich gar nicht mehr aus den Augen lassen kann, können dort zwischengeparkt werden, wenn man mal kurz an die Tür muss oder einen Einsatz in der Küche hat. Und wenn die Kleinen beginnen, sich überall hochzuziehen, können sie sich am Gitter entlanghangeln und es mit ersten Schritten probieren.

Ist der Laufstall mit einer Krabbeldecke und dem Lieblingsspielzeug ausgestattet, kann es dort auch richtig gemütlich sein - aber früher oder später wird es draußen Spannenderes geben. "Kinder haben einen Entdeckerdrang, der sich auf Dauer nicht auf ein, zwei Quadratmeter beschränken lässt", sagt Sabine Frevert vom Bielefelder Institut für frühkindliche Entwicklung.

Praktisch sind Modelle, deren Böden man in verschiedenen Höhen feststellen kann. Babys können so in den ersten Wochen und Monaten auf "Hüfthöhe" dabei sein, wenn der Rest der Familie um sie herumwuselt. Zu diesem Zeitpunkt genügt es, wenn das Gitter 30 Zentimeter hochreicht. Später, wenn das Kleine größer und agiler wird, braucht es eine höhere Absperrung, der Boden wandert entsprechend tiefer. So kann das Möbelstück etwa ein Jahr im Einsatz sein.

Wir haben neun Laufstallmodelle eingekauft, um herauszufinden, in welchen Kinder sicher aufgehoben sind. Wir ließen prüfen, wie gut sich die Helfer im Alltag schlagen. Und natürlich hat uns auch interessiert, ob problematische Inhaltsstoffe eingesetzt wurden.

Das Testergebnis

Sicher und schadstofffrei? Das schafft nur ein Modell: der Brent vom niederländischen Hersteller Bopita. Schadstofffrei beziehungsweise -arm sind die Textillaufställe von Hauck und Chicco. Und während die Laufställe von Geuther und Herlag anstandslos durch die Sicherheitsprüfungen kamen, fielen vier Produkte hier durch.

Am Laufgitter von Roba brachen die Gitterstäbe in der Mitte durch, als von außen an ihnen gezogen wurde. Wenn also ein etwas älteres Kind hier zugange ist, kann es zu üblen Verletzungen kommen. Beim Pinolino Toni, dem Ticaa Laufgitter Croco und dem Schardt Basic kann sich das Kleine mit der Hüfte zwischen den Stäben durchdrücken und schlimmstenfalls mit dem Kopf stecken bleiben. Bei Toni von Pinolino ist es ausgerechnet eine Sonderausstattung, die dem Laufstall zum Verhängnis wird: Er verfügt über vier herausnehmbare Buchenstäbe, die ermöglichen sollen, dass größere Kinder selbst rein- und rauskrabbeln können. Sie sind sehr elastisch und sorgten dafür, dass die Anforderungen der DIN-Norm nicht erfüllt wurden. Immer wieder landen aus diesem Grund Laufställe auf der Rapex-Liste, dem EU-weiten Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte.

Die Laufställe von Chicco und Hauck bestehen aus einem Metallgestell, das mit Stoff bezogen ist. Vorteil: Der Hauck Dream'n Play SQ und der Chicco Laufstall Open Se

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: Neun Laufställe, der günstigste kostet knapp 60 Euro, der teuerste 198 Euro. Neben sieben klassischen Modellen aus Holz haben wir auch zwei ausgewählt, die aus einer stoffbezogenen Metallrohrkonstruktion bestehen.

Die Praxisprüfung
Kinderlaufställe müssen sicher sein. Im Labor wurden die Laufställe deshalb nach den Vorgaben der Laufstall-Norm EN 12227:2010 geprüft. Mit speziellen Prüfvorrichtungen wurde ermittelt, ob ein Kind sich mit der Hüfte durch die Gitterstäbe drücken kann, ob die Holzstreben brechen, wenn man ordentlich an ihnen zieht und ob der Laufstall unter ungünstigen Bedingungen kippen kann. Hinzu kamen Belastungstests, die etwas über die Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität der Möbel aussagen: Dutzende Schläge auf den Rahmen mussten die Produkte aushalten. Besonders heftig war die Dauerprüfung des Laufstallbodens - um zu klären, ob er womöglich durchbricht, wenn das Kind im Laufstall hüpft und springt, wurde ein 15 Kilogramm schwerer Holzklotz tausend Mal aus einer Höhe von 15 Zentimetern auf den Boden fallen gelassen. Dort, wo die Norm keine Vorgaben macht, entschieden drei Experten, ob die Laufställe sicher sind, etwa bei der Frage, ob Kinder gut darin stehen können.
Natürlich wollten wir auch wissen, wie gut sich die Laufställe im Alltag schlagen. Wie leicht lassen sie sich aufbauen? Welche kann man besser von einer Ecke des Raumes in die andere schieben? Tut der Rücken weh, wenn man das Kind öfter hinein- und wieder heraushebt? Drei Experten testeten die Laufställe unabhängig voneinander.

Die Inhaltsstoffe
Je nach verarbeiteten Materialien musste ein Laufstall verschiedene Prüfungen durchlaufen. Bei Holzwerkstoffplatten interessierte uns, ob Formaldehyd oder andere flüchtige organische Verbindungen ausgasen. Bei lackierten Teilen, ob der Lack problematische Weichmacher oder andere Schadstoffe enthält. Die Kunststofffolien, mit denen viele Böden bespannt sind, durchliefen ein großes Materialscreening, bei dem etwa auf Phthalatweichmacher untersucht wird. Alle farbigen Textilien ließen wir auf problematische Farbstoffbestandteile untersuchen und darauf, ob sich Farbe löst, wenn Spucke oder Schweiß ins Spiel kommen.

Die Bewertung
Sicherheit geht vor. Ein Laufstall, der die Sicherheitsvorgaben der DIN-Norm für Kinderlaufställe nicht einhält, kann bei uns nur "ungenügend" abschneiden. Auch für die deutschen Marktüberwachungsbehörden hat diese Norm eine besondere Bedeutung, Laufställe dürfen die darin definierten Sicherheitsanforderungen nicht unterschreiten - ob sie in diesem Fall als "nicht verkehrsfähig" eingestuft werden, konnte man uns aber nicht sagen.

So haben wir getestet

Gefährlicher Ausbruch: Bei einer Zugkraft von 250 Newton brach der Stab des Roba-Laufgitters durch.

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