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14 Babyfone im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Babyfone

Keine Wellen der Begeisterung

Mit dem Babyfon zieht ein hilfreicher Wächter ins Kinderzimmer ein. Leider erzeugen einige Geräte Strahlungsintensitäten, wie man sie im Umfeld von Mobilfunkmasten findet.

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14.01.2016 | Wie viel Elektrosmog Babyfone produzieren, die aktuell zu kaufen sind, verrät Ihnen unser Test von 14 Geräten. Und ob sie Geräusche aus dem Kinderzimmer auch bis zur Party im Garten übertragen und wie lange sie das tun, zeigt der aufwendige Praxistest. Mit dabei: drei Geräte mit Videofunktion.



Das Testergebnis

Rund die Hälfte der Testgeräte gehört nach unserer Einschätzung nicht in Babys Nähe. Dass zehn Geräte immer noch mit gepulster elektromagnetischer Strahlung senden und sechs davon auch noch dauernd, kann man nur noch als Ignoranz der Hersteller gegenüber den Empfehlungen unzähliger Experten und den Interessen der Eltern nach dem größtmöglichen Schutz für ihre Kinder bezeichnen. Da hilft es wenig, dass fast alle Modelle in den Tests Akustik, Technik und Ausstattung überzeugen.

Die drei analogen Modelle im Test schneiden unterschiedlich ab: Beim Testzweiten, dem analogen ungepulst sendenden Ikea-Gerät, kann der Verbraucher nicht erkennen, ob analog oder digital gefunkt wird, da ein Hinweis auf der Verpackung leider fehlt. Das Babyfon von Beurer schneidet mit Platz drei recht ordentlich ab. Das analoge Modell Philips Avent SCD 485 überzeugt zwar mit ungepulster Strahlung und niedriger elektromagnetischer Strahlungsstärke, enttäuscht aber als Dauersender und wegen zu hoher elektrischer Wechselfelder: Es fehlt ein Schutzkontaktstecker, Netzteil und Kabel sind nicht abgeschirmt. Dass sich auch digitale Geräte mit ungepulsten Funkwellen betreiben lassen, zeigt das Angelcare-Gerät.

Sieben Babyfone senden andauernd Funksignale, ob das Baby Geräusche von sich gibt oder nicht. Und einige tun dies auch noch mit problematischen gepulsten hochfrequenten elektromagnetischen Funkwellen. Unverschämt wird es, wenn der Hersteller Reer die Geräte Lyra und Apollo mit einem "Vox-Modus" bewirbt. Denn der suggeriert, dass der Babyfonsender sprachgesteuert funktioniert und nur bei einem Schallereignis auf Sendung geht. Im Test herrschte allerdings Dauersendung im Kinderzimmer, trotz Vox-Modus.

In einem Meter Abstand zum Babyfonsender erzeugen zehn von 14 Geräten eine stark erhöhte elektromagnetische Strahlung, die weit über dem liegt, was ÖKO-TEST im Sinne eines vorbeugenden Verbraucherschutzes toleriert. Deshalb ziehen wir zwei Noten ab. Nur die Produkte von Angelcare und Ikea sowie das analoge Philips-Modell SCD 485 erreichen bei der Messung niedrige Werte. Immerhin nur im mittleren Bereich liegt die gemessene Strahlungsstärke des Babyfones von Beurer.

In unserem Praxistest kritisieren die Experten, dass die Ansprechschwelle von zehn der 14 Geräte bei leisen Geräuschen nicht ausreichend sei. "Leise" meint hier Geräusche, die weniger als 54 Dezibel betragen. So laut ist etwa ein Gespräch in normaler Lautstärke, wenn es in zwei Metern Entfernung vom Sender geführt würde. Bei vier Geräten gab es dagegen Punktabzug, weil sich die Ansprechschwelle nicht regeln lässt. Ganz ohne Mängel zeigten sich die Modelle Philips Avent SCD 603, Switel BCC 57 Maxi

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wir haben 14 Babyfone eingekauft. Darunter sind digitale - davon drei mit Videofunktion - und analoge Geräte. Da die meisten der marktbestimmenden digitalen Babyfone mit der problematischen gepulsten elektromagnetischen Strahlung senden, haben wir darauf geachtet, Geräte auszuwählen, die dank Eco-Modus nur funken, wenn sie ein Geräusch registrieren. Da einige bekannte Anbieter allerdings immer noch auf gepulste digitale Funkwellen im Dauerbetrieb setzen, haben wir auch solche Geräte getestet.

Die Strahlungsmessung
Senden die Babyfone auch dann, wenn es gar kein Geräusch zu übermitteln gibt? Tun sie dies mit gepulster Strahlung, die die Hirnströme verändert und das Krebsrisiko erhöhen kann? Wie hoch ist die elektromagnetische Strahlungsstärke in der Nähe Ihres Kindes, wie hoch sind die elektrischen und magnetischen Wechselfelder ausgehend von Kabeln und Geräten? Antworten auf diese Fragen liefert die umfangreiche Strahlungsmessung.

Das Gerät
Akustik: Ist der Sender empfindlich genug, um auch Wimmern und leise Geräusche zu übertragen? Und ist die Ansprechschwelle individuell regelbar? Testen ließen wir auch die Sprachqualität der Sender darauf, ob Verzerrungen das Tonsignal stören.
Technik/Sicherheit: Ein entscheidendes Kaufkriterium von Babyfonen ist deren Reichweite. Im Haus: Wie viele Wände dürfen zwischen Sender und Empfänger liegen, damit Babys Weinen Papa und Mama noch erreicht? Für die Gartenparty: Gelangt das Signal nur bis zu den Nachbarn oder auch bis zu den Nachbarn der Nachbarn? Und: Wie lange bleibt der Empfänger im Batteriebetrieb aktiv? Die Tests "Betriebszeit Empfänger" sowie "Widerstandsfähigkeit von Sender und Empfänger (Falltest)" runden die Prüfung ab.
Ausstattung: Der Sender sollte mit Batterien/Akkus zu betreiben sein, um elektrische Wechselfelder, die nur durch den Netzbetrieb entstehen, von vornherein auszuschließen. Eine verständliche Betriebsanleitung ist Pflicht, nicht mitgelieferte Batterien ein Ärgernis.

Die Weiteren Mängel
Da auch Babyfone irgendwann einmal entsorgt werden, sind bromierte Flammschutzmittel auf der Platine und chlorierte Verbindungen wie etwa PVC im Produkt oder der Verpackung spätestens dann ein Problem.

Die Bewertung
Das Gerät muss im Praxistest überzeugen. Entscheidend ist aber, dass Babyfone so wenig Elektrosmog wie möglich produzieren. Deshalb kann das Gesamturteil nicht besser sein als das Testergebnis Strahlungsmessung.

So haben wir getestet

Die Funkmessung fand unter "normalen Raum- und Nutzungsbedingungen" in einem Kinderzimmer statt.

Online abrufbar

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