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59 Allergiemittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018

Allergiemittel

Erste Hilfe

Sobald die ersten Pollen fliegen, droht Allergikern Ungemach. Bei akuten Beschwerden helfen nur Medikamente. Wir haben mehr als 50 Mittel für Augen, Nase oder zum Einnehmen unter die Lupe genommen.

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18.01.2018 | Während die meisten Menschen voller Elan dem Frühling entgegenblicken, ist die Vorfreude bei einem Teil der Bevölkerung getrübt. Spätestens im März wird es für Pollenallergiker ernst - der Übergang von der Grippe- zur Heuschnupfensaison ist oft fließend. Erste Hilfsmittel bei laufenden Nasen und entzündeten Augen sind sogenannte Antihistaminika. Sie bremsen die allergische Reaktion, indem sie Andockstellen (Rezeptoren) für den entzündungsfördernden Botenstoff Histamin an den Zellen blockieren. Das mildert die Beschwerden aber nicht vollständig, weil auch noch andere Botenstoffe allergische Symptome auslösen.

Wir haben die Wirkstoffe von 21 Augentropfen, 30 Mitteln zum Einnehmen und acht Nasensprays bezüglich ihrer Studienlage begutachten lassen und zudem überprüft, ob sie problematische Hilfsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Große Unterschiede bei den frei verkäuflichen Mitteln: Besonders viele "sehr gute" Noten gibt es für Mittel zum Einnehmen. Genau hinschauen sollten Allergiker bei Augentropfen und Nasensprays: Die meisten enthalten problematische Konservierungsmittel.

23 von 30 Allergiemitteln zum Einnehmen schneiden mit der Note "sehr gut" ab. Sie enthalten moderne Wirkstoffe - die Antihistaminika der zweiten Generation (Cetirizin oder Loratadin). Auch die Antihistaminika der ersten Generation wirken gut, machen aber so müde, dass man nach der Einnahme nicht mehr Auto fahren darf. Deshalb gelten Wirkstoffe wie Clemastin und Dimetinden als überholt. Hersteller GlaxoSmithKline verwendet sie weiterhin - wir ziehen zwei Noten ab. Noch weniger empfehlen können wir die Kombination des Wirkstoffs Cetirizin mit abschwellend wirkendem Pseudoephedrin. Während eine lokale Anwendung in Nasensprays akzeptabel wäre, kann die Einnahme per Tablette die Herzfrequenz steigern, Angst, Unruhe und Schlafstörungen erzeugen. Der Einsatz von Pseudoephedrin in Allergiemitteln ist eindeutig "zu viel des Guten" und grundsätzlich mit einem schlechten Nutzen-Risiko-Verhältnis behaftet. Weitere Abzüge gibt es für einige Mittel zum Einnehmen wegen der verwendeten Hilfsstoffe: Mehrere Produkte enthalten den Konservierungsstoff Propylparaben (Propyl-4-hydroxybenzoat), der in Lebensmitteln und in Produkten für die Windelregion von Kleinkindern nicht mehr zugelassen ist.

Etliche Mittel zum Tropfen oder Sprühen fallen mit "ausreichenden" bis "ungenügenden" Noten ab. Das liegt allerdings nicht an den Wirkstoffen: Neben modernen Antihistaminika wie Azelastin und Levocabastin kommen die gut verträglichen Wirkstoffe Cromoglicinsäure und Lodoxamid zum Einsatz, die zur Vorbeugung und Dauertherapie von Heuschnupfen und allergischer Bindehautentzündung geeignet sind. Diese Mittel wirken nicht sofort, sondern sollten bereits 14 Tage vor dem Pollenflug regelmäßig, meist drei- bis viermal täglich, angewendet werden und eignen sich eher bei leichten bis mittleren Beschwerden. Das Glucocorticoid Beclometason im RatioAllerg Heuschnupfenspray vermindert die entzündliche Reaktion

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Erste Mittel der Wahl, um das lästige Geschniefe und Gejucke in die Schranken zu weisen, sind die frei verkäuflichen Antiallergika aus der Apotheke: meist Tabletten zum Einnehmen und bei Bedarf auch ein Nasenspray oder Augentropfen dazu. Wir haben 59 Produkte für Sie zusammengestellt - ein Großteil dessen, was auf dem Markt angeboten wird. Wenn von einem Anbieter als Alternative zu den Tabletten auch Säfte oder Sirups erhältlich waren, die man Kindern geben kann, haben wir diese eingekauft.

Die Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel
Sind die enthaltenen Wirkstoffe zur Vorbeugung oder Therapie allergiebedingter Beschwerden wirklich geeignet? Sind sie gut verträglich? Oder sind ihre Risiken und Nebenwirkungen größer als die Vorteile? Um die Klärung dieser Fragen haben wir unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Pharmazeutischer Chemiker an der Goethe-Universität Frankfurt, gebeten.

Die Hilfsstoffe
Wichtig ist uns bei diesen Arzneimitteln auch, dass sie weitestgehend ohne problematische Hilfsstoffe auskommen. Dazu zählen Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid, Natriumedetat und Parabene, welche Flüssigpräparate keimfrei halten sollen, sowie PEG/PEG-Derivate in Augentropfen und Nasensprays, die zum Beispiel als Wirkstoffträger oder Lösevermittler eingesetzt werden.

Die Bewertung
Mittel, die als Wirkstoff veraltete müde machende Antihistaminika enthalten, kommen bei der Bewertung nicht über ein "befriedigend” hinaus. Das gilt auch für Augentropfen, die Benzalkoniumchlorid (BAC) enthalten - einen Konservierungsstoff, der selbst Allergien auslösen kann. Da BAC die Nasenschleimhaut zum Teil irreversibel schädigen kann, wird er in Nasensprays sogar um vier Noten abgewertet.

So haben wir getestet

Diese Dinger machen zu schaffen: Pollen (Mikroskopaufnahme) sind starke Allergieauslöser.

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