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19 Jako-O-Produkte im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2018
vom 18.01.2018

Jako-O-Produkte

Problemkinder

Wir haben 19 Produkte des Kinderausstatters Jako-O untersucht: Mehr als die Hälfte der Produkte ist gut entwickelt — einige Sorgenkinder und vier Problemkinder benötigen aber deutlich mehr Zuwendung.

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18.01.2018 | Unter Familien mit Kindern genießt Jako-O einen guten Ruf. Die Produkte sind nicht günstig, viele Eltern schätzen aber die Qualität und die pfiffigen Ideen. Zum Beispiel Babybodys, die durch eine zweite Knopfreihe mitwachsen.

Jako-O-Produkte fallen in ÖKO-TESTs immer wieder mit schlechten Noten durch. Deshalb haben wir dieses Mal 19 ganz unterschiedliche Produkte ausgewählt und umfassend auf Schadstoffe testen lassen. Die meisten Artikel, zum Beispiel Schuhe, Badeanzug und Regenjacke, schickten wir zudem durch eine Praxisprüfung.

Das Testergebnis

"Getestet und sorgfältig ausgewählt"? Jein. Im ÖKO-TEST hat gerade einmal die Hälfte der Produkte die Qualität, die Jako-O verspricht. Ein Viertel der Produkte ist lediglich mittelmäßig, vier Artikel rasseln mit "mangelhaft" durch den Test.

Im Stoffschuh stecken erhöhte Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK). PAK geraten vermutlich mit Weichmacherölen in die Kunststoffe. In der gummierten Regenjacke kritisieren wir eine phosphororganische Verbindung und im Spielteppich einen Ersatzweichmacher, der vermutlich in den Noppen auf der Unterseite enthalten ist. Ersatzweichmacher sollen schädliche Phthalatweichmacher ersetzen, ihre Auswirkung auf die Gesundheit ist allerdings noch nicht ausreichend erforscht. In einigen Produkten monieren wir zudem chlorierte Verbindungen. Das alles muss nicht sein, denn es gibt schadstofffreie Alternativen, etwa Silikon für rutschfeste Noppen.

An den meisten Artikeln setzt Jako-O mittlerweile Etiketten ohne optische Aufheller ein. Das ist löblich und erstaunlich, da wir von anderen Herstellern immer wieder hören, dass es unmöglich sei, nicht aufgehellte Kunstfaseretiketten zu beziehen. Hier hat unsere ausdauernde Kritik wohl etwas bewirkt. Umso weniger können wir nachvollziehen, dass die Weißmacher noch im Oberstoff von Produkten wie dem Babybody stecken, die großflächig mit der empfindlichen Baby- und Kinderhaut in Kontakt kommen. Denn die Weißmacher sind nicht fest im Gewebe gebunden. Sie können sich daraus lösen, und manche verursachen zusammen mit Sonnenlicht allergische Reaktionen. Zudem belasten Weißmacher die Umwelt, wenn sie ins Abwasser gelangen.

Die Regenjacke erwies sich in der Praxisprüfung als nicht wasserdicht. Die Trinkflasche war undicht, als die Tester sie mit Sprudelwasser befüllt haben. Für uns sind das zwei Totalausfälle, die wir streng abgewertet haben.

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
19 verschiedene Produkte für Babys, Kleinkinder und Kinder landeten in unserem Jako-O-Warenkorb. Darunter Basic-Teile zum Anziehen, Spielzeug, Schuhe sowie Ausstattung für Zuhause wie Bettwäsche und Bademantel und für unterwegs wie Lunchbox und Kulturbeutel.

Die Inhaltsstoffe
So vielfältig wie unsere Produktauswahl war auch unser Testprogramm. Wir ließen nach problematischen Farbbausteinen fahnden und schickten Artikel aus Kunststoff durch ein umfassendes Screening auf umstrittene und problematische Substanzen, die als Verunreinigung in die Produkte geraten können oder als Weichmacher und Flammhemmer eingesetzt werden. Die Schuhe wurden zudem auf krebserregende Nebenprodukte, die bei der Gummiherstellung entstehen können, geprüft. Bei der Lunchbox wollten wir auch wissen, ob Schadstoffe in Lebensmittel übergehen.

Die Praxisprüfung
Laufen T-Shirt oder Bademantel beim Waschen ein oder leiern sie aus? Kleckert die Trinkflasche, die Kinder während des Ausflugs stundenlang im Rucksack herumtragen? Riecht und schmeckt das abgefüllte Wasser nach Plastik? Lösen sich Farben aus dem Gewebe, wenn das Kind darin schwitzt oder das Baby daran nuckelt? Erfüllt Spielzeug die Anforderungen der europäischen Spielzeugnorm?

Die Weiteren Mängel
Die Verpackungen ließen wir auf umweltschädliche Stoffe wie PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen prüfen. Alle textilen Anteile hat das Labor zudem auf Rückstände an Nonylphenolethoxylaten untersucht. Diese finden während der Produktion häufig als waschaktive Substanzen Verwendung, sie setzen jedoch Nonylphenol frei, das langlebig in der Umwelt ist und schädlich für Wasserorganismen.

Die Bewertung
An Produkte für Babys und Kinder stellen wir besonders hohe Anforderungen und werten Schadstoffe rigoroser ab als in Produkten für Erwachsene. Produkte, die in der Praxis versagten wie eine undichte Regenjacke oder eine tropfende Trinkflasche, konnten insgesamt nur schlecht abschneiden.

So haben wir getestet

Löst sich Nickel, das ein bekanntes Kontaktallergen ist? Dazu wurden Metallknöpfe eine ganze Woche in Kunstschweiß eingelegt und dieser anschließend auf das Schwermetall untersucht.

Online abrufbar