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13 Kinderzahncremes im Test

Fluorid ja - aber wie?

Jahrbuch Kleinkinder 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 14.01.2016

13 Kinderzahncremes im Test

An den Inhaltsstoffen der Kinderzahncremes in unserem Test haben wir fast nichts auszusetzen. Mitdenken müssen Eltern, was die Versorgung der Beißerchen mit Fluorid betrifft. Hier lassen die Hinweise auf den Verpackungen zu wünschen übrig.

Der Rückgang von Karies bei Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahrzehnten wird auf den breiten Einsatz von Fluorid zurückgeführt. Aber an der Frage, ob das Fluorid per Tablette oder per Zahnpasta an die Kinderzähne kommen soll, scheiden sich die Geister.

Nach Auffassung der Kinderärzte ist Fluorid in einer Kinderzahncreme nicht akzeptabel. Denn Kleinkinder können die Zahnpasta noch nicht ausspucken. Und ein Verschlucken wollen die Kinderärzte bei einem Kosmetikprodukt, das nicht zum Verzehr geeignet ist, nicht tolerieren.

Die Zahnärzte wiederum halten eine Zahncreme mit Fluorid für unerlässlich, außerdem noch fluoridiertes Speisesalz. Es sei wissenschaftlich belegt, dass vornehmlich die auf die Zahnoberfläche einwirkenden Fluoride für den kariesprophylaktischen Effekt verantwortlich sind.

Wir haben 13 Kinderzahncremes eingekauft - mit und ohne Fluorid - und sie hinsichtlich ihrer Inhaltsstoffe und Deklaration unter die Lupe genommen. Darunter waren auch zwei zertifizierte Naturkosmetika.

Das Testergebnis

An den Inhaltsstoffen haben wir nur in einem Fall etwas auszusetzen, die Deklarationen lassen aber vielfach zu wünschen übrig.

In einer Sache sind sich die Mediziner einig: Fluorid ist nötig, um Karies vorzubeugen. Deshalb sollten die Anbieter fluoridfreier Zahncremes auf den Umstand hinweisen, dass der Stoff auf anderem Wege eingenommen werden muss. Alle Öko-Hersteller verzichten auf diesen Hinweis und verhageln sich damit gründlich das Testergebnis für ihre Produkte. Um andererseits eine Überdosierung zu vermeiden, sind mehrfache Fluoridgaben - wie durch Zahncremes in Kombination mit Tabletten - nicht ratsam und mit Ärzten abzusprechen. Diese Information erwarten wir ebenfalls auf der Verpackung von fluoridierten Zahnpasten. Um die verschluckten Mengen klein zu halten, sollte es zudem eindeutige Dosierungsempfehlungen geben - gemäß den derzeitigen Empfehlungen der Zahnärzte.

In der Perlodent-Zahncreme monieren wir Zink. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung ist Zink zwar lebensnotwendig, Kinder sollten es aber nicht zusätzlich über Zahncremes aufnehmen.


Kinderzahncremes: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Logodent Zahngel Kids Spearmint
  • Logona

Nenedent Kinderzahncreme ohne Fluorid mit Xylit
  • Dentinox

Dontodent Kids Fluorid-Zahngel Erdbeer-Geschmack
  • Dm

Alldent Zahncreme Kids
  • Penny

Dentalux for Kids Piratenfrüchte
  • Lidl

K-Classic Dental Kids Berry
  • Kaufland

Weleda Kinder-Zahngel
  • Weleda

Putzi Erdbeergeschmack
  • Dental-Kosmetik

Elmex Kinder-Zahnpasta
  • Gaba

Perlodent Zahngel Kids Erdbeergeschmack
  • Rossmann

Nenedent Kinderzahncreme mit Fluorid
  • Dentinox

Nenedent Kinderzahncreme homöopathieverträglich mit Fluorid
  • Dentinox

Sensident Zahncreme Kids Himbeergeschmack
  • Müller Drogeriemarkt

13 Kinderzahncremes im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2016 Seite 100
Jahrbuch Kleinkinder 2016 Seite 101
Jahrbuch Kleinkinder 2016 Seite 102
Jahrbuch Kleinkinder 2016 Seite 103

4 Seiten
Seite 100 - 103 im Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Eingekauft wurden 13 Kinderzahncremes, die für Milchzähne beziehungsweise Kleinkinder unter sechs Jahren ausgelobt sind. Dabei sind bekannte Zahnpastamarken wie Elmex, aber auch die Eigenmarken der Super- und Drogeriemärkte. Die meisten Kinderzahncremes enthalten Fluorid zur Kariesprophylaxe, drei Produkte sind fluoridfrei, darunter zwei als Naturkosmetik zertifizierte Pasten.

Die Inhaltsstoffe

Fluorid beugt der Kariesbildung vor. Strittig ist unter Zahn- und Kinderärzten nur die Frage, in welcher Form das Fluorid an Kleinkinder verabreicht werden sollte. Wenn sie mit Zahncreme erfolgt, dann sollten zumindest 500 ppm enthalten sein, wie es die Leitlinie "Fluoridierungsmaßnahmen zur Kariesprophylaxe" vorsieht. Daneben prüften wir, inwieweit bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe enthalten sind, etwa das aggressive Tensid Natriumlaurylsulfat, PEG/PEG-Derivate, umstrittene halogenorganische Verbindungen oder Farbstoffe.

Die Weiteren Mängel

Unstrittig ist, dass Kleinkinder zur Kariesprophylaxe Fluorid zu sich nehmen sollen. Deshalb ist es nötig, dass die Hersteller von fluoridfreien Zahncremes darauf hinweisen, dass die Pasten nur geeignet sind, wenn die Kinder bereits ausreichend Fluorid auf andere Weise erhalten. Umgekehrt sollten neben einer fluoridhaltigen Zahncreme und der Verwendung von fluoridiertem Speisesalz keine weiteren Fluoridgaben, zum Beispiel durch Tabletten, erfolgen. Hier ist zumindest ein Hinweis nötig, dass ein Arzt oder Zahnarzt befragt werden muss. Damit die Kleinkinder nicht zu viel Fluorid aufnehmen, sollten auch exakte Dosierempfehlungen entsprechend der Leitlinie der Zahnärzte auf die Verpackung.

Die Bewertung

Inhaltsstoffe, die wir kritisieren, führen zu Minuspunkten, mehrere Mängel addieren sich zu schlechten Noten im Testergebnis Inhaltsstoffe. Abwertungen unter dem Testergebnis Weitere Mängel können das Gesamturteil weiter beeinflussen.

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Erschienen am 14.01.2016

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