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22 Baby-Pflegecremes im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Babycremes, Pflegecremes

Fettnäpfchen

Empfindliche Babyhaut braucht eine besonders schonende Pflege. In unserem Test: 22 Pflegecremes für Babys Körper und Gesicht. 16 Produkte erhalten von uns die Bestnote "sehr gut".

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14.01.2016 | Babys brauchen für ihre Haut nur selten Unterstützung durch Kosmetika: zum Beispiel wenn es kalt und windig oder die zarte Haut doch einmal richtig trocken ist. Im besten Fall sind all die Cremes sonst nur ein zusätzlicher Kostenfaktor, der eingespart werden kann - im schlechtesten Fall jedoch können sie dem kleinen Körper sogar schaden. Dann nämlich, wenn sie problematische Inhaltsstoffe enthalten. Erst im Mai 2015 hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf eine Gefahr durch potenziell krebserregende MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons = aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe) in kosmetischen Produkten hingewiesen. Sie können sich auch in der Inhaltsstoffliste von Babypflegecremes hinter Bezeichnungen wie Paraffin oder Cera microcristallina verbergen.

Wir haben 22 Babypflegecremes in die Labore geschickt und sie auf MOAH, aber auch auf weitere bedenkliche und umstrittene Substanzen überprüfen lassen.

Das Testergebnis

Ein paar Ausreißer trüben den guten Eindruck, den das Gros der Babypflegecremes in unserem Test hinterlässt. 16 getestete Produkte können wir mit "sehr gutem" Ergebnis uneingeschränkt empfehlen. Ausgerechnet ein Naturkosmetikprodukt fällt allerdings mit "mangelhaft" durch.

Im Labor wurden in der Bioturm Baby-Creme Gesicht & Körper Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen. Formaldehyd gilt als krebserregend und kann schon in geringen Mengen die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Es wird in freier Form kaum noch in Kosmetika eingesetzt, kommt aber in abspaltbarer Form in anderen Substanzen vor. In zertifizierter Naturkosmetik sind Formaldehydabspalter und freies Formaldehyd nicht erlaubt. Daher haben wir den Nachweis in einem Produkt mit BDIH-Logo nicht erwartet. Wir ließen das Ergebnis mehrfach im Labor nachprüfen, der gemessene Wert blieb gleich.

Vier Babypflegecremes im Test enthalten Erdölverbindungen. Deshalb haben wir sie gezielt auf MOAH untersuchen lassen. Drei Proben waren eindeutig belastet. Die mit Abstand höchste MOAH-Konzentration fanden wir in der Kaufmann's Haut- und Kindercreme, in deren Inhaltsstoffliste Petrolatum an erster Stelle steht. Auch wenn im Labor nicht genau bestimmt werden kann, wie groß der Anteil tatsächlich krebserregender Stoffe in den gefundenen MOAH ist: Je höher der Gehalt, desto höher ist das Risiko. Auch in der Bebe Zartpflege Zartcreme hat das Labor nicht unerhebliche Werte gemessen. Im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes werten wir Produkte ab, in denen mehr als 0,1 Prozent MOAH nachgewiesen werden. Das trifft auch auf die Vita-Horm Baby-Hautcreme zu. Das Beispiel Vita-Horm zeigt jedoch, dass bereits in geringen Mengen von Paraffinen/Erdölprodukten nicht unerhebliche MOAH-Gehalte stecken können. Denn die deklarierten Stoffe Petrolatum und Paraffinum liquidum blieben im Labor unterhalb der Bestimmungsgrenze.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Die Produktpalette für die Allerkleinsten ist riesig. Drogerien, Naturwarenläden und Supermärkte bieten eine Vielzahl verschiedener Babypflegecremes an. Wir waren dort, wo auch viele Eltern einkaufen, und haben insgesamt 22 Produkte für unseren Test ausgewählt. Da die meisten Mamas und Papas bei Kosmetik für ihren Nachwuchs besonders genau auf die Zusammensetzung achten, haben wir mit acht Cremes etwas mehr Naturkosmetik als sonst im Test.

Die Inhaltsstoffe
Pflegeprodukte für die besonders sensible Babyhaut sollten möglichst überhaupt keine Schadstoffe beinhalten. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser: Deshalb haben wir die Babypflegecremes im Labor auf problematische Konservierungsmittel wie Formaldehyd, auf allergieauslösende Duftstoffe und umstrittene Substanzen wie Aluminium testen lassen. Auch Parabene, Silikone und Paraffine standen auf der Checkliste. Produkte, auf deren Inhaltsstoffliste wir Paraffine entdeckt haben, wurden außerdem auf potenziell krebserregende aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) hin analysiert.

Die Weiteren Mängel
Cremetiegel oder -spender aus Glas werden häufig mit einem Umkarton vor dem Zerbrechen geschützt. Bei Dosen, Tuben und Flaschen aus Kunststoff ist dies nicht nötig. Daher werten wir hier eine Umverpackung als unnötigen Müll ab. Außerdem kritisieren wir als Weiteren Mangel, wenn ein Produkt Inhaltsstoffe wie Silber und Gold verspricht und damit eine höhere Wertigkeit suggeriert - diese Substanzen aber in Wirklichkeit gar nicht enthält.

Die Bewertung
Glücklicherweise verzichten die meisten Hersteller auf Parabene, Paraffine, Silikone und andere bedenkliche Inhaltsstoffe. Doch eben leider nicht alle: Produkte, in denen umstrittene Substanzen stecken, werden abgewertet.

So haben wir getestet

Nachweis durch Farbe: Im Labor verfärbt sich die Testlösung gelb (links), wenn Formaldehyd auf zwei
bestimmte Reagenzien trifft. Ohne Formaldehyd bleibt die Lösung klar (rechts).

Online abrufbar

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Bestellnr.: J1601
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