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61 Allergiemittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Allergiemittel

Erste Hilfe

Sobald die ersten Pollen fliegen, droht Allergikern Ungemach. Bei akuten Beschwerden helfen nur Medikamente. Wir haben 61 Mittel für Augen, Nase oder zum Einnehmen unter die Lupe genommen. Viele sind zu empfehlen, doch viele enthalten auch bedenkliche Hilfsstoffe - und fallen in unserem Test durch.

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14.01.2016 | Während die meisten Menschen voller Elan dem Frühling entgegenblicken, ist die Vorfreude bei einem Teil der Bevölkerung getrübt. Schon im Winter, spätestens aber im März wird es ernst für Pollenallergiker - der Übergang von der Grippe- in die Heuschnupfensaison ist oft fließend.

Erste Hilfsmittel bei laufenden Nasen und entzündeten Augen sind sogenannte Antihistaminika. Als Spray, Tropfen oder Tabletten bremsen sie die allergische Reaktion, indem sie Andockstellen (Rezeptoren) für den entzündungsfördernden Botenstoff Histamin an den Zellen blockieren. Das mildert die Beschwerden aber nicht vollständig, weil auch noch andere Botenstoffe allergische Symptome auslösen.

"Weniger wirksam sind Antihistaminika bei einer geschwollenen oder verstopften Nase", sagt Dr. Jörg Kleine-Tebbe vom Allergie- und Asthma-Zentrum Westend in Berlin. Mittel der Wahl sind dann Nasensprays mit Glucocorticoiden. Die entzündungshemmenden Wirkstoffe sind dem natürlichen Hormon Kortison ähnlich. Da sie vorwiegend lokal an der Nasenschleimhaut wirken und kaum in den Blutkreislauf gelangen, ist das Risiko von typischen Kortisonnebenwirkungen gering.

Wir haben die Wirkstoffe von 61 Allergiemitteln - 19 Augentropfen, 31 Mittel zum Einnehmen und elf Nasensprays - aufgrund ihrer Studienlage begutachten lassen und zudem überprüft, ob sie problematische Hilfsstoffe enthalten.

Das Testergebnis

Große Unterschiede bei den frei verkäuflichen Mitteln: Besonders viele "gute" und "sehr gute" Noten gibt es bei den Mitteln zum Einnehmen. Genau hinschauen sollten Allergiker bei Augentropfen und Nasensprays: Sie enthalten fast alle problematische Konservierungsmittel.

Pharmariese Novartis setzt veraltete Wirkstoffe ein: 22 von 31 Allergiemitteln zum Einnehmen schneiden mit der Note "sehr gut" ab. Sie enthalten moderne Wirkstoffe, sogenannte Antihistaminika der zweiten Generation (Cetirizin oder Loratadin). Auch die Antihistaminika der ersten Generation wirken gut, machen aber so müde, dass man nach der Einnahme nicht mehr Auto fahren darf. Deshalb gelten Wirkstoffe wie Clemastin oder Dimetinden als überholt. Hersteller Novartis verwendet sie weiterhin - wir ziehen zwei Noten ab. Noch weniger empfehlen können wir die Kombination des Wirkstoffs Cetirizin mit abschwellend wirkendem Pseudoephedrin. Währenddessen lokale Anwendung in Nasensprays akzeptabel wäre, kann die Einnahme per Tablette die Herzfrequenz steigern, Angst, Unruhe und Schlafstörungen erzeugen. Der Einsatz von Pseudoephedrin in Allergiemitteln ist eindeutig "zu viel des Guten" und grundsätzlich mit einem schlechten Nutzen-Risiko-Verhältnis behaftet. Weitere Abzüge gibt es für einige Mittel zum Einnehmen wegen der verwendeten Hilfsstoffe: Einige Produkte enthalten den Konservierungsstoff Propyl-4-hydroxybenzoat, der in Lebensmitteln nicht mehr zugelassen ist.

Mehr als die Hälfte der Mittel zum Tropfen und Sprühen fällt mit "ausreichenden" bis "ungenügenden" Noten ab. Das liegt allerdings nicht an den Wirkstoffen:

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Erste Mittel der Wahl, um das lästige Geschniefe und Gejucke in die Schranken zu weisen, sind die frei verkäuflichen Antiallergika aus der Apotheke: meist Tabletten zum Einnehmen und bei Bedarf auch ein Nasenspray oder Augentropfen dazu. Wir haben 68 Produkte für Sie zusammengestellt - ein Großteil dessen, was auf dem Markt angeboten wird. Wenn von einem Anbieter als Alternative zu den Tabletten auch Säfte oder Sirups erhältlich waren, die man Kindern geben kann, haben wir diese eingekauft.

Die Pharmakologische Begutachtung
Sind die enthaltenen Wirkstoffe zur Vorbeugung oder Therapie allergiebedingter Beschwerden wirklich geeignet? Sind sie gut verträglich? Oder sind ihre Risiken und Nebenwirkungen größer als die Vorteile? Um die Klärung dieser Fragen haben wir unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz, Pharmazeutischer Chemiker an der Goethe-Universität Frankfurt, gebeten.

Die Hilfsstoffe
Wichtig ist uns bei diesen Arzneimitteln auch, dass sie weitestgehend ohne problematische Hilfsstoffe auskommen. Dazu zählen Konservierungsstoffe wie Benzalkoniumchlorid, Natriumedetat und Parabene, welche Flüssigpräparate keimfrei halten sollen, sowie PEG/PEG-Derivate in Augentropfen und Nasensprays, die zum Beispiel als Wirkstoffträger oder Lösevermittler eingesetzt werden.

Die Bewertung
Mittel, die als Wirkstoff veraltete müde machende Antihistaminika enthalten, kommen bei der Bewertung nicht über ein "befriedigend" hinaus. Das gilt auch für Augentropfen, die Benzalkoniumchlorid (BAC) enthalten - einen Konservierungsstoff, der selbst Allergien auslösen kann. Da BAC die Nasenschleimhaut zum Teil irreversibel schädigen kann, wird er in Nasensprays sogar um vier Noten abgewertet.

So haben wir getestet

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