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22 Fieber- und Schmerzmittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Fieber- und Schmerzmittel

Kühlen Kopf bewahren

Fieber hat seinen Sinn. Wenn Kinder leiden, sollte man ihnen aber doch mit einem geeigneten Fieber- und Schmerzmittel Erleichterung verschaffen. Die meisten Paracetamol- und Ibuprofen-Produkte schneiden mit "sehr gut" ab.

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14.01.2016 | Kinder sind häufig erkältet. Wenn dann das Fieber steigt, brauchen kleine Patienten schnelle Hilfe. Helfen Wadenwickel nicht, darf es auch einmal ein Zäpfchen oder ein Saft sein. Gerade kleine Kinder reagieren sehr schnell und mit sehr hohem Fieber, da ihr Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist. Beim Dreitagefieber schießt die Temperatur steil nach oben, teilweise auf über 40 Grad Celsius. Nach drei Tagen sinkt die Temperatur wieder, zurück bleibt für einige Zeit noch ein feinfleckiger Ausschlag.

Fiebersenkende Maßnahmen und Medikamente helfen in der Akutphase, Fieberkrämpfe zu verhindern. Weil aber Fieber bei Kindern auch ein gutes Training für den Körper ist, muss es nicht immer unterdrückt werden. Kinderarzt und ÖKO-TEST-Berater Dr. Falko Panzer empfiehlt, das Kind zu beobachten: "Wenn ein Kind trotz des Fiebers spielt, lacht und vor allem ausreichend trinkt, ist das anders zu bewerten, als wenn Symptome wie Erbrechen oder Durchfall auftreten." Bei Patienten, die schon bei leichtem Fieber über Schmerzen und starkes Unwohlsein klagen, sollte man früher ein Zäpfchen geben. Eltern finden schnell heraus, ob ihr Kind eher zu hohem Fieber neigt oder seltener Fieber bekommt und dann schon bei 38 Grad schlapp in der Kurve hängt. Bei fiebernden Säuglingen ist ein Besuch beim Kinderarzt sinnvoll - bei Babys unter drei Monaten schon ab einer Temperatur von 37,8 Grad, bei älteren Babys ab 38,5 Grad. Der Grund: Säuglinge haben extrem selten Fieber, häufig verbergen sich schwere Krankheiten wie eine Hirnhautentzündung hinter der hohen Temperatur.

ÖKO-TEST hat 22 Fieber- und Schmerzmittel für Kinder - Zäpfchen und Säfte mit den Wirkstoffen Paracetamol und Ibuprofen - aufgrund ihrer Studienlage begutachten und auf problematische Hilfsstoffe untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Bis auf vier Produkte schneiden alle Mittel im Test mit "sehr gut" ab. Sicherheit und Wirksamkeit von Paracetamol, das seit über 30 Jahren im Einsatz ist, gelten als gut belegt. Bekannt ist aber auch, dass Paracetamol eine geringe therapeutische Breite aufweist, das heißt die wirksame und die schädliche Dosis liegen nicht weit auseinander. Eine richtige alters- und gewichtsbezogene Dosierung ist besonders wichtig, um schwere Leberschäden auszuschließen.

Der Wirkstoff Ibuprofen gilt ebenfalls als sicher. In der Wirkung ähneln sich Paracetamol und Ibuprofen. Einzige Einschränkung: Ibuprofen eignet sich nicht für Kinder unter sechs Monaten.

Einige Mittel enthalten bedenkliche oder umstrittene Hilfsstoffe wie die Konservierer Natriumbenzoat (E 211) oder Propylparaben (E 216). Sie können Allergien auslösen. E 216 ist inzwischen in Lebensmitteln verboten. Die Farbstoffe Allurarot AC (E 129) und Gelborange S (E 110) gehören zu einer Reihe von künstlichen Farbstoffen, die bei Lebensmitteln mit "kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen" gekennzeichnet werden müssen.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Rezeptfreie Fieber- und Schmerzmittel sind apothekenpflichtig. Wir haben alle Produkte - sowohl Mono- als auch Kombinationspräparate - in der kleinstmöglichen Packungsgröße in der Apotheke eingekauft. Berücksichtigt wurden die gängigen Wirkstoffe Ibuprofen, Paracetamol, ASS und Naproxen. Erstmalig ist auch Diclofenac dabei, das wie Naproxen klassischerweise zwar eher bei Gelenkbeschwerden eingesetzt wird, sich aber auch zur Behandlung von Kopfschmerzen eignet.

Die Begutachtung
Unseren wissenschaftlichen Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Goethe-Universität Frankfurt, wissenschaftlicher Leiter des Zentrallaboratoriums Deutscher Apotheker in Eschborn, haben wir mit der Begutachtung der Präparate beauftragt. Dabei ging es nicht nur um deren Wirksamkeit, sondern auch um Risiken und Nebenwirkungen. Außerdem haben wir ihn gefragt, ob der Zusatz von Vitamin C zu einem Schmerzmittel dem Anwender Vorteile bringt und inwiefern das Lysinsalz des Ibuprofens dem einfachen Ibuprofen überlegen ist.

Die Hilfsstoffe
Um die Wirkstoffe eines Arzneimittels in eine anwendergerechte Form zu bringen, bedarf es verschiedener Hilfsstoffe. Ob sich darunter umstrittene oder bedenkliche Substanzen wie Farb-, Konservierungsstoffe und Paraffine befinden, haben wir anhand der Deklaration in den Beipackzetteln überprüft.

Die Bewertung
Das A & O eines Arzneimittels ist, dass Wirksamkeit und Sicherheit gegeben sind und der Anwender im Beipackzettel alle notwendigen Informationen zu Risiken, Nebenwirkungen, Dosierung und Anwendungsdauer erhält. Dies schlägt sich im Testergebnis Wirksamkeitsbelege und Beipackzettel nieder. Ein "sehr gutes" Ergebnis hier sollte unserer Meinung nach jedoch nicht durch die unnötige Verwendung problematischer Hilfsstoffe getrübt werden.

So haben wir getestet

Wie gefährlich sind Schmerzmittel mit mehreren Wirkstoffen? Wir sind der Frage nachgegangen.

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