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Test Wachsmalstifte: Mehr als jede zweite Stiftpackung für Kleinkinder fällt durch

ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie 2019 | Kategorie: Kinder und Familie | 10.01.2019

Test Wachsmalstifte: Mehr als jede zweite Stiftpackung für Kleinkinder fällt durch
Foto: ÖKO-TEST; sakhorn38/getty images

Mit Wachsmalstiften zu malen macht einfach Spaß. Sie sind dicker als Buntstifte und ihre Farben oft auch satter. Allerdings stecken in den meisten Produkten zu viele Problemstoffe, wie unser Test zeigt.

Aktualisiert am 10.01.2019; Einkauf Testprodukte Dez 2017Im Test: Unter den zwölf eingekauften Wachsmalstift-Packungen sind Traditionsmarken wie Faber-Castell und Staedtler, aber auch günstige Discounterprodukte. Drei Produkte sollen laut Deklaration den Rohstoff Bienenwachs enthalten. Wir ließen die Stifte umfangreich auf Schadstoffe testen, unter anderem auf Mineralölbestandteile.

Test Wachsmalstifte: Stifte von Eberhard Faber, Pelikan & Co. geprüft

Das Ergebnis: Ein Viertel der getesteten Produkte ist "ungenügend", vier sind "mangelhaft", drei "ausreichend". Nur in zwei Produkten wiesen die Labore keinerlei Schadstoffe nach, deshalb lautet hier unser Gesamturteil "sehr gut".

Die für die Stifte verwendeten Wachse bestehen meist aus erdölhaltigen Paraffinen. Mit Ausnahme von zwei Produkten analysierte das Labor in allen Stiften aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH). Unter den so bezeichneten Verbindungen können sich krebsverdächtige und erbgutschädigende Substanzen befinden. Zur Aufnahme über die Haut liegen zwar bisher kaum wissenschaftliche Daten vor, aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes werten wir sie aber auch in Wachsmalstiften ab. Die Hersteller sollten in der Wahl der Rohstoffe und in der Produktion sorgfältiger sein, zumal Kleinkinder Stifte auch mal in den Mund nehmen.

Wachsmalstifte im Test oft mit Schadstoffen belastet 

Die schwarzen Stifte von drei Marken enthalten noch eine weitere Form aromatischer Kohlenwasserstoffe: PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Diese können mit den schwarzen Pigmenten in das Produkt gelangt sein. Einige PAK sind krebserzeugend, manche sind krebsverdächtig.

Zwei Stifte enthalten Farbstoffbestandteile aus der Gruppe der aromatischen Amine, und zwar solche, die in Bekleidung verboten, da sie krebserregend sind.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Diesen Test haben wir bereits in der ÖKO-TEST App Eltern im März 2018 veröffentlicht. Testergebnisse/Angaben sind aktualisiert, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/ zusätzliche Untersuchungen vorgenommen haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


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Testverfahren

Der Einkauf: Unter den 14 eingekauften Produkten sind Traditionsmarken wie Faber-Castell und Staedtler, aber auch günstige Discounter-Produkte, etwa ein Achterpack für einen Euro von Woolworth. Unter den Testprodukten sind auch vier, die laut Deklaration den Rohstoff Bienenwachs enthalten sollen. 

Bewertungslegende 

Zur Abwertung um jeweils vier Noten  führen: a) 5 mg/kg und mehr aromatische Amine; b) ein stark erhöhter Gehalt an PAK (eine oder mehrere PAK-Einzelverbindungen, die derzeit als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind, wobei jede Einzelverbindung über 200 μg/kg liegt, bzw. eine oder mehrere PAK-Einzelverbindungen, die derzeit als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind, wobei jede Einzelverbindung über 100 bis 200 μg/kg liegt, sowie zusätzlich in der Summe mehr als 200 μg/kg PAK, die derzeit nicht als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind, wobei jede Einzelverbindung über 100 μg/ kg liegt). Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein erhöhter Gehalt an PAK (eine oder mehrere PAK-Einzelverbindungen, die derzeit als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind, wobei jede Einzelverbindung über 100 bis 200 μg/kg ist, bzw. in der Summe mehr als 200 μg/kg PAK, die derzeit nicht als krebserregend oder krebsverdächtig eingestuft sind, wobei jede Einzelverbindung  über 100 μg/kg liegt); b) der Nachweis von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH), wenn nicht bereits wegen PAK abgewertet wurde. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) mehr als 10 % MOSH; b) halogenorganische Verbindungen.

Das Gesamturteil beruht auf der Beurteilung der Inhaltsstoffe. 

Testmethoden 

Testmethoden: Halogenorganische Verbindungen: a) Elution mit Reinstwasser in der Soxhlet-Apparatur; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische ­Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom; microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; untersucht wurde eine Mischprobe aus den Farben Gelb, Rot, Grün, Blau und Schwarz. Aromatische Amine: Prüfung auf Amine nach reduktiver Spaltung entsprechend DIN EN 14362-1:2017-05; bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusätzliche Prüfung entsprechend DIN EN 14362-3:2017- 05; Bestimmungsgrenze 1 mg/kg; zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine; untersucht wurde zunächst eine Mischprobe aus den Farben Gelb, Rot, Blau und Schwarz, bei positiven Ergebnissen wurde die Mischprobe in Einzelproben aufgelöst. Allergisierende Dispersionsfarbstoffe: entsprechend DIN 54231 (November 2005); Dünnschichtchromatografie; HPLC mit DAD (UV/Vis-Detektor); untersucht wurde eine Mischprobe aus den Farben Gelb, Rot, Blau und Schwarz. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): GC-MSD, 25 PAK EU/EPA/JECFA; untersucht wurde die Farbe Schwarz. MOSH/MOAH: LC-GC-FID; untersucht wurde die Farbe Blau. Elemente: Röntgenfluoreszenzanalyse. Bienenwachsanteil: DGF-M-V 6 und GC; untersucht wurde eine Mischprobe aus allen in der Packung enthaltenen Stiften. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen in der Verpackung: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Dezember 2017 

Diesen Test haben wir bereits in der ÖKO-TEST App Eltern im März 2018 veröffentlicht. Testergebnisse/Angaben sind aktualisiert, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/ zusätzliche Untersuchungen vorgenommen haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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