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Fingermalfarben im Test: Nur vier sind empfehlenswert

ÖKO-TEST Jahrbuch Kinder und Familie 2019 | Autor: Redaktion | Kategorie: Kinder und Familie | 10.01.2019

Fingermalfarben im Test: Welche sind empfehlenswert?
Foto: evgenyatamanenko/getty images

Patschen, malen, fröhlich sein: Fingermalfarben könnten wertvolles Spielzeug für Kinder sein – eigentlich. In den meisten Farben stecken allerdings zu viele Schadstoffe. Wir haben 17 Produkte getestet, nur vier Fingermalfarben können wir empfehlen.

Aktualisiert am 10.01.2019; Einkauf Testprodukte Jan, Feb 2018 | Fingermalfarben bringen Kindern viel Spaß, doch Vorsicht bei der Auswahl: Einige enthalten problematische Inhaltsstoffe. Das zeigt unser Test von 17 Produkten. Wo es möglich war, haben wir ein Set aus den vier Farben Blau, Gelb, Grün und Rot getestet. Im Fokus: Mögliche Schadstoffe. Außerdem prüfte ein Labor, ob die Anbieter genügend Bitterstoffe beifügen. Diese sind wichtig, damit die Kinder die Farben nicht verschlucken.

Fingermalfarben im Test: Sechs fallen durch 

Das Ergebnis: Wir können nur vier von 17 Fingermalfarben im Test mit der Note "sehr gut" empfehlen. An diesen haben wir nichts auszusetzen. Sieben Produkte sind "befriedigend". Sechsmal müssen wir die Note "ungenügend" vergeben.

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Fingermalfarben sind für Keime anfällig. Um eine gesundheitliche Gefahr zu verhindern, setzen die Anbieter deshalb Konservierungsstoffe ein. Diese können allerdings selbst zum Problem werden.

Beispielsweise ist der allergieauslösende Konservierer Methylisothiazolinon in Fingermalfarben künftig nicht mehr erlaubt. Die Laborexperten fanden ihn in geringen Mengen in einem getesteten Produkt. Auch Formaldehyd/abspalter können womöglich Allergien auslösen. Das Labor wies sie in vier Produkten nach.

Fingermalfarben im Test: Wir haben insgesamt 17 Produkte überprüft.
Fingermalfarben im Test: Wir haben insgesamt 17 Produkte überprüft. (Foto: Sakharova Anastasia/Shutterstock)

Schadstoffe in Fingermalfarben im Test 

Was ist ansonsten im Fingermalfarben-Test aufgefallen? 

  • In zwei Fingermalfarben im Test kritisieren wir ein aromatisches Amin. Es handelt sich dabei um den krebsverdächtigen Farbbestandteil Anilin.
  • An zwölf Produkten bemängeln wir halogenorganische Verbindungen. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Stoffen, von denen viele allergieauslösend sind und manche Krebs erzeugen. Außerdem werten wir ein Produkt wegen eines Stoffes ab, der die Haut reizen kann: NatriumOrthophenylphenol (E 232). Falls Sie den Stoff auf einer Fingerfarbe deklariert sehen, lassen Sie besser die Finger davon.
  • Kinder sollten nicht von den Farben naschen – daher mischen die Anbieter den sehr bitteren Stoff Denatoniumbenzoat bei. Ein spezialisiertes Labor hat alle Farben gekostet, ob auch genug von dem Bitterstoff enthalten ist. Meistens ist das der Fall. Nur die Fingermalfarben einer Marke im Test kritisieren wir, weil sie lediglich schwach bitter schmecken.

ÖKO-TEST Ratgeber zu Fingermalfarben 

  • Mit den vier von ÖKO-TEST empfohlenen Produkten spielt Ihr Kind rundum sicher.

  • Welche Farbe verwendet die Kita oder der Kindergarten Ihres Kindes? Falls es dort mit Farben spielt, die wir kritisieren, raten wir dazu, die Einrichtung darüber zu informieren.

  • Kinder sollten die Farben nicht in den Mund nehmen oder verschlucken.

Die Testsieger, die Testtabelle sowie das gesamte Ergebnis im Detail lesen Sie im ePaper.

Dieser Test wurde bereits in der ÖKO-TEST App Eltern 6/2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Testverfahren

Im Test sind 17 Marken von Fingermalfarben. Wo es möglich war, haben wir ein Set aus den vier Farben Blau, Gelb, Grün und Rot getestet. Wir ließen die Farben in Laboren gründlich auf Schadstoffe checken. Außer dem prüft e ein Labor, ob die Anbieter genügend Bitterstoffe beifügen. Diese sind wichtig, damit die Kinder die Farben nicht verschlucken.

Bewertungslegende 

Zur Abwertung um jeweils vier Noten führen: a) mehr als 5 bis 30 mg/kg Anilin; b) mehr als 10 mg/kg Formaldehyd/-abspalter; c) Methylisothiazolinon. Zur Abwertung um zwei Noten führen: halogenorganische Verbindungen (deklariert oder nachgewiesen). Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) Natrium-Orthophenylphenol (E 232) deklariert; b) Farbe nur schwach bitter.

Testmethoden 

Testmethoden Inhaltsstoffe ­(je nach Zusammensetzung des Produkts): Halogenorganische Verbindungen: a) Heißwasserextraktion mit anschließender Zentrifugation und Membranfiltration; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle; Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom; micro­coulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Extraktion mit Essigester; Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom. Microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Isothiazolinone: HPLC-DAD; bei auffälligen Befunden Nachtest per LC-MS/MS. Weitere Konservierungsstoffe: LC-UV. Freies und abspaltbares Formaldehyd: saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol, Bestimmung mittels Fotometrie. N-Nitrosamine/N-Nitrosierbare Substanzen: LC-MS/MS. MAK-Amine: DIN EN 14362-1: 2017- 05, DIN EN 14362-3: 2017-05; bei Feststellung aromatischer Amine bei der GC-MS-Analyse wird das Analysenergebnis (entsprechend der Norm) durch ein zweites Verfahren (HPLC-DAD oder TLC) abge­sichert; analysiert wurde eine Mischprobe aus den Farben Gelb, Blau, Grün und Rot, bei Feststellung aromatischer Amine Aufschlüsselung der Mischprobe in Einzelfarben gemäß oben angegebener Methodik. Dispersionsfarbstoffe: Extraktion, HPLC/DAD. Elemente, PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.
Testmethoden Sensorik: Intensität der Bitterkeit: gemäß DIN EN 71-7 Verdünnung der Farben im Verhältnis 1 : 100 mit Wasser, sensorische Verkostung durch drei  Prüfer (Wasser als Blindwert); es wurde die blaue Farbe verwendet.

Einkauf der Testprodukte: Januar und Februar 2018 

Dieser Test wurde bereits in der ÖKO-TEST App Eltern 6/2018 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/ Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.  

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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