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15 Läusemittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Läusemittel

Parasitische Aussichten

Hui oder pfui: Die Läusemittel in unserem Test schneiden entweder ziemlich gut oder ziemlich schlecht ab. Fünf Produkte können wir empfehlen. Sie ersticken die Läuse zuverlässig und enthalten unbedenkliche Wirkstoffe.

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14.01.2016 | Die Kopfhaut der Kleinen juckt, sie kratzen sich ständig. Und beim näheren Hinsehen erblickt man sie auf der Kopfhaut, die lästigen kleinen Blutsauger. Jetzt gilt es rasch zu reagieren. Doch wer spricht schon gern darüber? Keine Sorge: Denn dass Läuse mit mangelnder Hygiene zusammenhängen, ist nur eins von vielen Vorurteilen über den Kopflausbefall. Um die Parasiten loszuwerden, brauchte man bis vor einigen Jahren noch entweder ganz viel Chemie oder noch viel mehr Geduld. Das ist zum Glück vorbei: Heute gibt es wirksame Mittel ohne Insektizide. 15 Produkte haben wir ins Labor geschickt und ein Gutachter hat untersucht, ob ihre Wirksamkeit wissenschaftlich belegt ist.

Das Testergebnis

Grün oder Rot: "So mittel" gibt es nicht. Fünf Produkte schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab, alle anderen mit "mangelhaft" oder "ungenügend". Das hat zwei Gründe: Entweder die Wirksamkeit eines Produkts ist nicht oder nicht ausreichend nachgewiesen, oder das Mittel basiert auf aggressiven Chemikalien, etwa Insektiziden, die die Gesundheit gefährden können. Beides können und wollen wir nicht empfehlen.

Nervengift kontra Erstickungstod: Bis vor einigen Jahren argumentierten die Hersteller, es gebe kein "harmloses", wirksames Mittel gegen Kopfläuse. Die einzigen Produkte, deren Wirksamkeit nachgewiesen war, basierten auf aggressiven Insektiziden wie Permethrin - unerwünschte Nebenwirkungen inklusive. Diese Zeiten sind aber vorbei. Produkte auf der Basis von Silikonen ersticken die Läuse, indem sie in deren Atemöffnungen eindringen. Die Wirksamkeit einiger dieser Mittel ist erwiesen - zwei haben auch den Sprung in die offizielle Entwesungsmittelliste des Umweltbundesamtes geschafft. Ihre Wirksamkeit erachten wir damit als belegt. Denn außer klinischen Studien oder Anwendungsbeobachtungen werden Läusemittel vom Umweltbundesamt auch in Laborexperimenten geprüft. Seitdem sind Insektizide wie Permethrin überflüssig. Und sie haben unserer Meinung nach auf der Kopfhaut von Kindern nichts zu suchen. Andere Produkte enthalten das Insektizid Pyrethrum, noch dazu in Kombination mit dem problematischen Wirkstoffverstärker Piperonylbutoxid. Auch hier sind erhebliche Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen.

Problematische Hilfs- und Inhaltsstoffe nutzen nur wenige Hersteller, die meisten Produkte sind in dieser Hinsicht nicht oder nur wenig belastet. Eine unrühmliche Ausnahme: die Goldgeist Forte Lösung. Die Liste der darin enthaltenen Schadstoffe ist lang: Die halogenorganische Verbindung Chlorkresol, PEG/PEG-Derivate, Diethylenglykol und selbst künstliche Duftstoffe wie Nitromoschus-Verbindungen stecken in der Lösung.

So reagierten die Hersteller

Hennig Arzneimittel, der Anbieter des Licener Shampoo gegen Kopfläuse, teilt mit, dass der Hinweis auf eine Wiederholungsanwendung nicht notwendig sei: Das Mittel "tötet mit einer einzigen Anwendung und mit einer Einwirkzeit von nur zehn Minuten alle Kopfläuse und Nissen schnell und zuverlässig ab" - wissenschaftliche Studi

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So haben wir getestet

Der Einkauf
In unserem Einkaufskorb lagen 15 Läusemittel: Drei davon sind als Arzneimittel zugelassen und basieren auf Insektiziden wie Permethrin, die nervengiftig auf die Läuse wirken und sie so töten sollen. Bei den anderen handelt es sich um Medizinprodukte. Sie basieren auf Silikonen oder Ölen, die in die Atemöffnungen der Läuse eindringen und sie ersticken sollen.

Die Wirksamkeitsbelege
Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz vom Institut für Pharmazeutische Chemie der Universität Frankfurt, hat die Produkte für uns begutachtet: Gibt es ausreichende Studien zur Wirksamkeit der Präparate? Wie sieht es mit unerwünschten Nebenwirkungen aus?

Die Hilfsstoffe
Neben den teils aggressiven Wirkstoffen stecken in den Produkten auch jede Menge Hilfsstoffe, die wir teils kritisch bewerten. Wir ließen die Läusemittel unter anderem auf allergene Duftstoffe, Moschusverbindungen und bedenkliche Konservierungsstoffe untersuchen. Auch umstrittene halogenorganische Verbindungen und bedenkliches Formaldehyd standen auf dem Prüfzettel.

Die Bewertung
Wer Läuse hat, für den zählt vor allem: die Wirksamkeit des Mittels. Denn die lästigen Blutsauger sollen verschwinden, und zwar am besten sofort. Dennoch: Allergische Reaktionen wie Hautausschläge will danach auch keiner haben. Deswegen ist uns auch wichtig, dass die Verbraucher nicht mit problematischen Stoffen belastet werden. Klar ist aber: Ein Mittel, das nicht wirkt oder dessen Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen ist, kann nicht besser als mit "mangelhaft" abschneiden.

So haben wir getestet

Strähne für Strähne müssen die Läuse sehr sorgfältig mit einem sogenannten Nissenkamm ausgekämmt werden.

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