Startseite
13 Muttermilchersatzprodukte im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2016
vom 14.01.2016

Babynahrung, Muttermilchersatz, Anfangsnahrung 1 und Pre

Etwas verpulvert

Einige untersuchte Muttermilchersatzprodukte enthalten weniger Fettschadstoffe als in vorhergehenden Tests. Dennoch ist nicht alles im grünen Bereich: In allen Anfangsnahrungen wurden Gehalte an Chlorat gefunden. Zwei Produkte schneiden mit "sehr gut" und "gut" ab.

780 | 17
Zu diesem Thema ist ein neuer Artikel vorhanden.

14.01.2016 | Muttermilch ist zweifellos das Beste, was Babys in den ersten Lebensmonaten bekommen können. Wenn Mütter aber nicht (mehr) stillen, ist industriell hergestellte Säuglingsnahrung die erste Wahl. Wir wollten wissen, welche Muttermilchersatznahrungen empfehlenswert sind, und haben 13 Produkte auf zahlreiche Parameter untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Nur ein Produkt schneidet mit "sehr gut" ab, weitere neun Nahrungen erreichen noch ein "befriedigend", während zwei Nahrungen gänzlich durchfallen. Die Gründe: Fettschadstoffe, Chloratrückstände, die Belastung mit Keimen und Deklarationsmängel.

Jahrbuch Kleinkinder 2016

Online lesen?

Jahrbuch Kleinkinder 2016 für 8.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
In den Körben unserer Testeinkäufer landete mindestens ein Produkt der wichtigsten in Drogeriemärkten, im Einzelhandel sowie im Internet erhältlichen hypoallergenen Säuglingsnahrungen. Ausgewählt wurden Produkte mit der Bezeichnung "Pre HA" und "HA 1". Pre-Milch ist eine Säuglingsanfangsnahrung, die in etwa genauso viel Eiweiß enthält wie Muttermilch und als einzige Kohlenhydratquelle Laktose. 1er-Milch wird im Vergleich dazu Stärke hinzugesetzt, wodurch jene grundsätzlich sättigender wirkt.

Die Inhaltsstoffe
Muttermilchersatz soll das Kind mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und dabei frei von problematischen Inhaltsstoffen sein. Deswegen haben wir die Pulver umfangreichen Labortests unterzogen. Im Fokus standen Fettschadstoffe, die über die eingesetzten Fettkomponenten in die Nahrung gelangen. Die Überprüfung auf chemische Schadstoffe wie Chlorat und Perchlorat oder unerwünschte Mineralölrückstände, die aus mit Druckfarben kontaminierten Recyclingverpackungen auf die Pulver übergehen können, rundeten die Labortests ab. Auch Keime standen auf dem umfangreichen Prüfprogramm.

Die Weiteren Mängel
Zusätzlich haben Experten für uns die Deklarationen unter die Lupe genommen und überprüft, ob sie mit den Vorgaben der Diätverordnung konform gehen oder mit Werbeaussagen gespickt sind, die die Ähnlichkeit mit Muttermilch zu sehr betonen.

Die Bewertung
Alle Produkte sind mit Fettschadstoffen belastet. Dafür kann es keine Bestnoten geben. Wie bereits in unseren Tests herkömmlicher Säuglingsanfangsnahrung (ÖKO-TEST-Magazin 2/2015) wurden auch in den HA-Nahrungen Rückstände von Chlorat und Perchlorat gefunden. In einem Pulver konnten wir sogar einen potenziellen Allergieauslöser nachweisen. Auch dafür hagelt es Abwertungen. Dass die Hersteller keine Studien vorlegten, die eine allergiepräventive Wirkung ihrer Produkte belegt, wurde hingegen nicht abgewertet. Zwar wären produktspezifische Studien wünschenswert. Allerdings zeigen verschiedene Arbeiten, dass sich verschiedene Hydrolysate hinsichtlich ihres allergiepräventiven Effekts kaum unterscheiden. So machen auch die von Experten im Auftrag des Netzwerks Junge Familie erarbeiteten Handlungsempfehlungen zur Säuglingsernährung keinen Unterschied zwischen verschiedenen Produkten.

So haben wir getestet

Werbeslogans wie dieser werden von Ernährungsexperten stark kritisiert.

Online abrufbar

Jahrbuch Kleinkinder 2016

Bestellnummer: J1601
Gesamten Inhalt anzeigen