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Jahrbuch für 2015
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Naturbettdecken

Sch(l)af gut!

Wir haben Bettdecken, die mit Naturmaterialien wie Schafschurwolle oder Kamelhaar gefüllt sind, in die Labore geschickt. Viele Produkte waren in Ordnung, bei einigen Decken hatten die Fachleute Zweifel, ob wirklich drin ist, was draufsteht. Und Chemikalienrückstände sind leider auch ein Thema.

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10.10.2014 | Daunen oder Synthetik als Materialien für Bettdecken sind am weitesten verbreitet. Doch sie können auch mit anderen weichen Naturmaterialien gefüllt sein: mit Tierhaaren - zum Beispiel von Schaf, Ziege, Kamel -, mit Seide, Baumwolle und anderen.

ÖKO-TEST kaufte 15 dieser Bettdecken mit mittlerem Wärmegrad ein. Sie werden oft als Ganzjahresdecken bezeichnet. Wir wollten wissen, ob sie mit problematischen Stoffen behandelt wurden und ob sie das enthalten, was die Anbieter versprechen.

Das Testergebnis

An fünf Naturbettdecken haben wir nichts oder nur wenig auszusetzen, drei weitere sind noch "gut".

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Bei Naturbettdecken stehen Füllungen mit Schafschurwolle und Kamelhaar hoch im Kurs. Wir haben zwölf davon eingekauft, außerdem noch zwei mit Kaschmirfüllung und eine mit Bio-Baumwolle, diese also pflanzlichen Ursprungs. Dabei haben wir uns für solche, die man mit einem mittleren Wärmegrad das ganze Jahr nutzen kann, entschieden, in der Standardgröße von 135/140 x 200 Zentimetern. Die Preisspanne reicht von knapp hundert bis fast 350 Euro.

Die Inhaltsstoffe
Wolle wird zum Teil chemisch gegen Mottenbefall behandelt, weshalb wir die Füllungen auf Pestizide untersuchen ließen. Auf dem Prüfprogramm standen außerdem umstrittene halogenorganische Verbindungen und Formaldehyd, mit denen der Oberstoff oder die Fasern der Füllung ausgerüstet sein können. So werden beispielsweise chlororganische Verbindungen eingesetzt, um die Wolle waschbar zu machen. Darüber hinaus ließen wir unter dem Mikroskop untersuchen, inwieweit es sich um die ausgelobten Fasern handelt und ob sie fein oder grob sind. Hochwertige feine Tierhaare haben eine ausgeprägte Struktur, an der sie erkannt werden können.

Die Weiteren Mängel
Wir verglichen auch die gemessenen Faserstärken mit der Auslobung der Füllung. So werden die Produkte teilweise als feinstes Kamelflaumhaar oder Kamelhaar superentgrannt, also vom dicken Deckhaar befreit, ausgelobt. Außerdem prüften die von uns beauftragten Labore, ob umweltbelastende Stoffe wie optische Aufheller sowie Nonylphenolethoxylate in den Decken oder chlorierte Verbindungen in der Verpackung stecken.

Die Bewertung
Für gesundheitlich problematische Verbindungen wie Permethrin sowie weitere umstrittene halogenorganische Verbindungen gibt es Minuspunkte, ebenso wenn die Faseranalyse zeigte, dass die Fasern nicht so fein oder rein waren, wie es für die ausgelobten Qualitäten Merino- oder Schurwolle sein müsste. Deutliche und vor allem mehrere Weitere Mängel verschlechtern das Gesamturteil ebenfalls.

So haben wir getestet

Unter dem Mikroskop erkennt man die feinen Kamelflaumhaare und das dicke, schlichte Deckhaar mit Markkanälen.

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Bestellnummer: J1410
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