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11 Alternative Bodenbeläge im Test

Ratgeber Bauen 2015
vom 08.05.2015

Bodenbeläge, Alternative

Es hat Klick gemacht

Mehrschichtige Bodenbeläge mit Klicksystem ermöglichen es, recht einfach einen Raum Stück für Stück auszulegen. Sowohl in der Praxisprüfung als auch in der chemischen Analyse lieferten die getesteten Produkte überwiegend positive Ergebnisse.

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08.05.2015 | Holz sieht schön aus, da sind sich die Verbraucher einig, aber für viele soll es dann doch kein echtes Holz sein. Sie halten Kunststoffoberflächen für unkomplizierter, pflegeleichter. Nach Laminat, das als Oberfläche ein lackiertes Dekorpapier hat, gibt es heute zunehmend andere Kunststoffoberflächen auf einer Trägerschicht, auch hier oft ein Holzimitat.

Doch es werden noch andere Oberflächen eingesetzt. So wird auch Linoleum für Heimwerker interessant - ein Material, das schon Mitte des 19. Jahrhunderts von ­einem Chemiker namens Frederick Walton entwickelt wurde. Aufgrund der formbaren Haut, die sich auf leinölhaltigen Lacken durch Oxidation bildet, kam ihm die Idee, daraus einen Kautschuk­ersatz zu entwickeln; das Leinöl war namensgebend (lat. Oleum lini).

Leinöl, Naturharze sowie Mehl aus Kalksandstein, Holz oder Kork sind die wesentlichen Bestandteile des heute hergestellten Linoleums. Durch Oxidation entsteht der elastische Linoleum­zement. Am Ende wird die Masse auf Jute gepresst. Eine wochenlange Wärme­behandlung und Reifung gibt dem Material die nötige Festigkeit. Linoleum hat viele positive Eigenschaften, es ist warm, dämpfend, rutschhemmend, strapazierfähig, pflegeleicht, antibakteriell, antistatisch. Lediglich alkalische Mittel sind tabu, sie verfärben oder zerstören das Material. Linoleum­böden halten bis zu 40 Jahren und länger.

ÖKO-TEST hat elf Fertigböden mit verschiedenen Oberflächen eingekauft. Wir wollten wissen, ob sie Schadstoffe enthalten oder ausgasen und wie sie sich im Gebrauch verhalten.

Das Testergebnis

Eine überzeugende Alternative: Die meisten Bodenbeläge schneiden mit "sehr gut" oder "gut" ab. Nur die Fertigböden von Corpet Cork, KWG Kork-Import und Zipse werden schlechter bewertet.

Keine Raumluftbelastung: Um ausdünstende Verbindungen - VOC und Formaldehyd - braucht sich der Heimwerker nicht zu sorgen. Teilweise waren keine raumluftbelastenden Stoffe nachweisbar, ansonsten nur in geringen Mengen. Am meisten gaste der Avatara Multisense Schiffsboden aus, der Wert lag gerade noch unter unserer strengen Abwertungsgrenze.

Giftige zinnorganische Verbindungen wurden zumindest in Spuren in allen Belägen nachgewiesen. Im KWG Picolino, im Linocolor und im Ziro Lino-Fertigfussboden halten wir die Mengen an hormonell wirksamem Dibutylzinn jedoch für zu hoch. Ebenfalls in drei Produkten stecken umstrittene halogen­organische Verbindungen.

Da stehen die Haare meistens nicht zu Berge. Die elektrostatische Aufladung ist überwiegend gering und akzeptabel. Nur auf zwei Kunststoffoberflächen, dem Avatara Multisense Schiffsboden und dem Meister Designboden DD, können bei Reibung leicht erhöhte Oberflächenspannungen auftreten. Elastische Bodenbeläge ohne Trägerplatte schneiden hier deutlich schlechter ab (siehe Test auf Seite 42).

Belastbar und feuchtebeständig. In den Praxisuntersuchungen erfüllten alle Produkte in Bezug auf die getesteten Eigenschaften die entsprechenden Normen. Geprüft wurde, wie belastbar de

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Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Derzeit werden die neuen, mehrschichtig modularen Bodenbeläge als Alternativen zu Laminat und PVC beworben, auch unsere Verbraucherberatung wird immer wieder dazu befragt. Wir haben insgesamt elf solcher Klickbeläge eingekauft, sieben mit Linoleum-, drei mit Kunststoff- und ­einen mit einer kunstharzgebundenen Holzfaseroberfläche. Bis auf zwei Ausnahmen sind sie elastisch. Die Fertigböden sind mit ­circa 24 bis über 50 Euro pro Quadratmeter nicht ganz billig.

Die Inhaltsstoffe
Bei Bodenbelägen, mit denen ein ganzer Raum ausgelegt ist, interessiert besonders, inwieweit sie problematische Verbindungen - vor allem auch krebsverdäch­tiges Formaldehyd - ausgasen. Durch den mehrschichtigen Aufbau und die verschiedenen Materialien, die in einem Fertigboden verarbeitet sind, gibt es zudem etliche mögliche Quellen für andere bedenkliche oder umstrittene Inhaltsstoffe. Wir ließen die Produkte deshalb auf zahlreiche mögliche Stoffe untersuchen.

Die elektrostatische Oberflächenspannung
Bodenbeläge können sich durch Reibung elektrostatisch aufladen. Im Labor wurden alltagstypische Belastungen unter üblichen Raumbedingungen nachgeahmt und gemessen, wie viel Spannung sich dabei über dem Boden aufbauen kann.

Die Praxisprüfung
Wie belastbar und wie feuchteempfindlich sind die Bodenbeläge? Denn bei Fertigböden kann Wasser, zum Beispiel durch feuchtes Wischen, in die Fugen eindringen. Wir ließen prüfen, inwieweit die Böden durch Feuchtigkeit aufquellen und welche Spuren schwere Möbel auf den Oberflächen hinterlassen.

Die weiteren Mängel
Wir schauten uns auch an, wie die Hersteller ihre Produkte ausloben. Stimmt die angegebene Beanspruchungsklasse mit der von der Dickenquellung abgeleiteten Eignung überein? Wird überhaupt eine Angabe zur maximalen Beanspruchung gemacht? Das ist für die Kaufentscheidung wichtig.

Die Bewertung
Jeweils einen Minuspunkt gibt es für umstrittene Inhaltsstoffe, für eine leicht erhöhte Oberflächenspannung und für moderate Mängel bei der Praxisprüfung. Strenger werten wir besonders bedenkliche Stoffe, wie das hormonell wirksame Dibutylzinn, ab. Da wir sowohl die Inhaltsstoffe als auch die Praxisprüfung besonders wichtig finden, kann das Gesamturteil nicht besser als das schlechteste dieser Einzelergebnisse sein.

So haben wir getestet

Quillt etwas auf? Beim Praxistest ließ das Labor die Böden "ein Bad nehmen".