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13 Muttermilchersatzprodukte im Test

Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015

13 Muttermilchersatzprodukte im Test

Etwas verpulvert

Einige untersuchte Muttermilchersatzprodukte enthalten weniger Fettschadstoffe als in vorhergehenden Tests. Dennoch ist nicht alles im grünen Bereich: In allen Anfangsnahrungen wurden Gehalte an Chlorat gefunden. Zwei Produkte schneiden mit "sehr gut" und "gut" ab.

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09.10.2015 | Muttermilch ist zweifellos das Beste, was Babys in den ersten Lebensmonaten bekommen können. Wenn Mütter aber nicht stillen, ist industriell hergestellte Säuglingsnahrung die erste Wahl - andererseits aber auch nicht immer ohne Probleme. So sorgten zuletzt Fettschadstoffe, die unter Krebsverdacht stehen und über die zugesetzten Fette in die Produkte gelangen, für Negativschlagzeilen.

In den vergangenen Monaten rückten neue Schadstoffe in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Rede ist zunächst von Perchlorat, das 2013 hauptsächlich in Obst und Gemüse gefunden wurde. Wie Ergebnisse zahlreicher Untersuchungen belegen, können allerdings auch Trinkwasser, Eier, Milch und Fisch mit dem Stoff belastet sein. Wenig später sorgte die verwandte Chemikalie Chlorat für Aufsehen. Auch hier stellten Untersuchungsämter den Stoff zuerst überwiegend in Obst und Gemüse fest. Es folgten Untersuchungen von gechlorten Trinkwasserproben - auch darin wurde man fündig. Schließlich stellten Labore die beiden Chemikalien in Milchpulver fest - für ÖKO-TEST Grund genug, diesen Hinweisen nachzugehen und Säuglingsnahrungen darauf zu untersuchen.

Wir wollten wissen, ob Chlorate in Muttermilchersatz tatsächlich ein Thema sind, und haben 13 Produkte auf diese und weitere Schadstoffparameter untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Nur ein Produkt schneidet mit "sehr gut" ab, weitere sieben Nahrungen erreichen noch ein "befriedigend", während vier Nahrungen gänzlich durchfallen. Die Gründe sind eine Ansammlung alter und neuer Probleme: Fettschadstoffe, Chloratrückstände, die Belastung mit Keimen und Deklarationsmängel.

In den Produkten Aptamil Profutura Anfangsmilch 1, Aptamil mit Pronutra Anfangsmilch 1 und Milupa Milumil 1 Anfangsmilch - alle (!) von Milupa - wurden so hohe Chloratgehalte gefunden, dass die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) überschritten wird. Wir sind dabei von einer Tagestrinkportion für ein zwei Wochen altes Baby ausgegangen. Der TDI wurde erst im Juni 2015 von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegt. Nach den höchsten Schätzungen der EFSA liegt die längerfristige Exposition mit Chlorat von Säuglingen über dem TDI. Das ist vor allem für Kinder mit leichtem oder moderatem Jodmangel problematisch, da eine chronische Belastung die Aufnahme von Jod hemmt. Zumindest ist der Gehalt in den Produkten aber weit von der akuten Referenzdosis (ARfD) entfernt, die dem Zwölffachen des TDI entspricht. Ein ARfD-Wert wurde festgelegt, weil eine hohe einmalige Chlorataufnahme für Menschen giftig sein könnte, da diese Substanz die Sauerstoffaufnahme im Blut einschränkt und zu Nierenversagen führt. Aber auch die anderen Produkte enthalten noch Chlorat in Spurengehalten. Die Hersteller sind also gefordert, die Werte zu senken. Konkrete Hinweise, dass Produkte verbessert wurden, liegen uns bislang noch nicht vor.

Die Kontaminante Perchlorat wurde erfreulicherweise deutlich seltener gefunden. Im Fall der Babydream-Nahrung ist die Bela


Wir haben 13 Produkte für Sie getestet
Alnatura Anfangsmilch Pre, Bioland
Alnatura

Alnatura Anfangsmilch Pre, Bioland

Bebivita Anfangsmilch Pre
Bebivita

Bebivita Anfangsmilch Pre

Babylove Bio Pre Anfangsmilch
Dm

Babylove Bio Pre Anfangsmilch

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch 1
Hipp

Hipp Bio Combiotik Bio-Anfangsmilch 1

Hipp Bio Anfangsmilch 1
Hipp

Hipp Bio Anfangsmilch 1

Holle Bio-Anfangsmilch 1, Demeter
Holle (Naturwarenladen)

Holle Bio-Anfangsmilch 1, Demeter

Humana Anfangsmilch 1
Humana

Humana Anfangsmilch 1

Aptamil Profutura Anfangsmilch 1
Milupa

Aptamil Profutura Anfangsmilch 1

Aptamil mit Pronutra Anfangsmilch 1
Milupa

Aptamil mit Pronutra Anfangsmilch 1

Milupa Milumil 1 Anfangsmilch
Milupa

Milupa Milumil 1 Anfangsmilch

Nestlé Beba Pro 1
Nestlé

Nestlé Beba Pro 1

Babydream Bio Anfangsmilch 1
Rossmann

Babydream Bio Anfangsmilch 1

Töpfer Lactana Bio Anfangsmilch Pre
Töpfer

Töpfer Lactana Bio Anfangsmilch Pre

13 Muttermilchersatzprodukte im Test
Jahrbuch für 2016 Seite 114
Jahrbuch für 2016 Seite 115
Jahrbuch für 2016 Seite 116
Jahrbuch für 2016 Seite 117

4 Seiten
Seite 114 - 117 im Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: 13 Säuglingsanfangsnahrungen. Ausgewählt wurde mindestens ein Produkt der wichtigsten, in den Läden erhältlichen Marken. Der Schwerpunkt lag auf Produkten mit der Bezeichnung "Anfangsmilch 1", da diese in der Regel über einen längeren Zeitraum als Pre-Nahrung gegeben werden. Grundsätzlich sättigen 1er-Nahrungen durch den Zusatz von Stärke besser als Pre-Nahrungen, die nur Laktose enthalten.

Die Inhaltsstoffe
Muttermilchersatz soll das Kind mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen und zugleich frei sein von problematischen Inhaltsstoffen. Wir unterzogen die Produkte daher umfangreichen Laboruntersuchungen. Im Mittelpunkt standen zunächst Fettschadstoffe, die über die eingesetzten Fettkomponenten in die Nahrungen gelangen und in den vergangenen Tests immer wieder zu Punktabzügen geführt hatten. Neue Parameter wie Perchlorat und Chlorat ergänzten das Prüfprogramm. Beide Substanzen wurden zuletzt insbesondere in Obst und Gemüse nachgewiesen, können sich aber auch in Milchpulver anreichern, wie erste Hinweise aus Laboren zeigen. Weitere Problemstoff e aus früheren Untersuchungen: das aktuell viel diskutierte Aluminium sowie Quartäre Ammoniumverbindungen, die ÖKO-TEST zuletzt in Babymilchbreien kritisierte. Schließlich wurde untersucht, ob die Proben mit Keimen belastet sind.

Die Weiteren Mängel
Entsprechen die Packungsangaben den Vorgaben der Diätverordnung? Werden Aussagen gemacht, die die Ähnlichkeit der Produkte mit Muttermilch zu sehr betonen? Das ließen wir von Experten checken.

Die Bewertung
Es hagelt weiterhin Abwertungen für die als krebsverdächtig eingestuften Fettschadstoffe. Für eine unliebsame Überraschung sorgten Rückstände der Chemikalie Chlorat: Sie führte bei einigen Produkten zu Punktabzügen.

So haben wir getestet

Werbeslogans wie dieser werden von Ernährungsexperten stark kritisiert.

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