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10 Kinderroller im Test

Rock 'n' Roller

Jahrbuch für 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.10.2015

10 Kinderroller im Test

Kinderroller bereiten den Steppke optimal auf das Fahrradfahren vor. Von zehn Kinderrollern im Test scheiterten allerdings fünf Modelle an der Praxisprüfung. Immerhin können wir vier Modelle empfehlen.

Wenn Eltern einen Roller für ihr Kind erwägen, sollten sie genau hinsehen, denn die Modelle unterscheiden sich erheblich: die einen massiv wie Laufräder, schwer und mit luftbefüllten Reifen; die anderen leicht, zusammenklappbar und auf Hartgummirollen. Vorteile haben beide. Während die kleinen wenig Platz brauchen und sich unkompliziert transportieren lassen, spielen die wuchtigeren ihre Trümpfe beim Fahrverhalten aus: Dank ihrer Luftreifen reagieren sie weniger empfindlich auf Hindernisse oder Unebenheiten.

"Für mich sind Roller mit Luftbereifung die Favoriten", meint Ernst Brust, Geschäftsführer von Velotech, einem Prüfinstitut für muskelbetriebene Fahrzeuge mit Sitz in Schweinfurt. "Sie kosten mehr, haben dafür aber die bessere Dämpfung. Bei harten Rollen kommen Schläge bis zum Kind durch."

Und die richtige Größe? Hier gibt die aufgedruckte Altersangabe nur eine grobe Orientierung. Wichtig ist, dass das Kind sich weder über den Lenker buckelt noch ihn auf Kopfhöhe hat. Ein 90-Grad-Winkel des Ellenbogens zwischen Körperachse und Lenker ist ein Anhaltspunkt. Hier lohnen sich höhenverstellbare Steuerstangen: Dann wächst der Roller mit den Kindern mit.

Während die Verstellbarkeit der Lenkerhöhe auf den ersten Blick erkennbar ist, gilt das für andere wichtige Eigenschaften eines Rollers nicht. ÖKO-TEST hat deshalb zehn Kinderroller eingekauft und in verschiedenen Laboren eingehend prüfen lassen.

Das Testergebnis

Fünf von zehn Rollern fallen aufgrund der Praxisprüfung glatt durch. Sie offenbaren unter Belastung sicherheitsrelevante Schwächen, haben scharfe Ecken und Kanten oder machen es Kindern und Eltern durch fehlende Ständer oder eine mangelhafte Gebrauchsanleitung unnötig schwer. Immerhin vier Hersteller zeigen, dass es besser geht: Die Produkte von Toys"R"Us, Puky, Kettler und Smoby können wir empfehlen. Der Bike Star 10'' Scooter Blue landet im Mittelfeld.

Alle "ungenügenden" Roller scheitern am Rollenprüfstand, wo sie unter hoher Belastung und bei simulierten Unebenheiten 50 Kilometer weit fahren sollten: Trittbretter brachen, Aufhängungen versagten und Felgen schlitzten Gummireifen entzwei. In der Spielzeugnorm EN 71 ist dieser ultimative Härtetest nicht vorgesehen. Doch bei ÖKO-TEST ist er Standard, aus gutem Grund: Gerade Fortbewegungsmittel für Kinder müssen unter Belastung stabil und sicher sein, schließlich werden sie über Jahre hinweg gebraucht und danach gern kleinen Geschwistern vermacht.

Kinderspielzeug muss sauber verarbeitet sein, scharfe Ecken und Kanten haben hier nichts verloren. Wir werten sie an den Produkten von Hudora und Johntoy ab. Beim Bike Star 10'' Scooter Blue sind kantige Teile zwar durch einen Schutz verdeckt, doch der ließ sich im Labor zu schnell abziehen. Ebenfalls rasch abgezogen sind die schützenden Lenkerenden des Hudora Scooter Flitzkids. Zudem können sich die Kinder hier am Klappmechanismus die Finger einklemmen. Zu viele Mängel attestierten die Prüfexperten auch dem Gloco Kinderroller "F


Kinderroller: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Gloco Kinderroller "Fritzi Flitz", Buchenholz natur lackiert
  • Gloco Holzwaren

Johntoy Sportline Roller, rosa
  • Johntoy

Smoby Twist Scooter Cars, rot
  • Smoby

Kettler Zero 5" Zig-Zag, Zebraprint
  • Kettler

Avigo Tri Scooter Twist 'n' Run, blau
  • Toys"R"Us

Hudora Scooter Flitzkids, blau
  • Hudora

Mondo Street Scooter Hello Kitty, rosa
  • Mondo

Bike Star 10'' Scooter Blue
  • Star-Trademarks

Mini Micro Sporty, pink
  • Micro Mobility Systems

Puky Roller R 03 L, rot
  • Puky

10 Kinderroller im Test
Jahrbuch für 2016 Seite 152
Jahrbuch für 2016 Seite 153
Jahrbuch für 2016 Seite 154
Jahrbuch für 2016 Seite 155

4 Seiten
Seite 152 - 155 im Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben Tretroller eingekauft, die für Kinder im Vorschulalter (5 Jahre oder jünger) geeignet sind. Bis auf einen Holzroller bestehen alle aus Metall oder Kunststoff. Beim Einkauf haben wir bewusst bekannte deutsche Marken wie Puky, Kettler oder Hudora berücksichtigt und ein relativ breites Preisspektrum von 20 bis 90 Euro abgedeckt.

Die Praxisprüfung

Im Labor wurden alle Roller auf der Basis der Spielzeugnorm EN 71-1 geprüft. Haben sie Ecken und Kanten, an denen sich Kinder verletzen könnten? Droht Gefahr durch herausragende Teile? Halten sie den Falltest aus 85 Zentimetern Höhe aus? Unsere Prüfer gingen aber noch weiter: Jeder Roller musste unter hoher Belastung eine Strecke von 50 Kilometern auf dem Rollenprüfstand zurücklegen - und dabei etwa 40.000 Schläge durch Unebenheiten aushalten.

Die Inhaltsstoffe

Material aus den Lenkergriffen und, wo vorhanden, aus dem Lenkerschutz schickten wir in verschiedene Labore, die es in einem umfangreichen Materialscreening etwa auf Phthalate und andere Weichmacher untersuchten. Schädliche Elemente wie Blei oder Cadmium standen ebenso auf dem Prüfplan wie umweltbelastende chlorierte Verbindungen, problematische Chlorparaffine und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen manche krebserregend sind.

Die Bewertung

Spielzeugroller müssen ein Kind in erster Linie sicher und zuverlässig befördern, deshalb macht die Praxisprüfung 70 Prozent des Gesamturteils aus. Hier fließt auch die Verbraucherfreundlichkeit des Produkts ein - etwa die Qualität der Bedienungsanleitung oder die Montagezeit. Kinder sollten außerdem nicht über die Lenkergriffe mit Schadstoffen in Kontakt kommen, daher geht in das Gesamturteil das Teilergebnis Inhaltsstoffe zu 30 Prozent ein.

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Erschienen am 09.10.2015

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