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19 Kinderfrüchtetees im Test

Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015

Kinderfrüchtetees

AromaTEEsch

Unser Test zeigt, dass nur jedes dritte der untersuchten Produkte ideal für Kids ist. In vielen Tees monieren wir zugesetztes Aroma, Pestizidrückstände, Vitaminzusätze und Zucker: Solche Zutaten gehören einfach nicht in ein Getränk für Kinder.

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09.10.2015 | Echt fruchtige Geschmackserlebnisse oder nur industriell hergestellte Aromen? Tatsächlich zahnfreundlich oder kräftig gezuckert? Und wie sieht es mit Pestizidrückständen aus? Wir wollten wissen, ob die auf dem Markt erhältlichen Kinderfrüchtetees wirklich ideale Durstlöscher sind, und haben 19 Produkte in die Labore geschickt. Darunter waren zehn Bio-Produkte und neun konventionelle Tees.

Das Testergebnis

Aromastoffe, wohin das Auge schaut: In vier von zehn getesteten Bio-Kinderfrüchtetees führen sie zu einer Abwertung um eine Note. Und auch sechs der neun konventionell hergestellten Testprodukte enthalten Aromastoffe. Fünf Bio-Tees bekommen das Testurteil "sehr gut", die "besten" drei konventionellen Tees sind lediglich "befriedigend", zwei Marken sogar "ungenügend". Da kann von einem idealen Durstlöscher kaum die Rede sein.

Bebivita deklariert zwar ein "natürliches Orangenaroma", bei dem mindestens 95 Prozent der Aromabestandteile tatsächlich aus echten Orangen stammen müssen. Das ändert aber nichts am Problem der Konditionierung des Geschmacks und führt, wie alle anderen zugesetzten Aromen, zur Abwertung. Bei zwei Kinderfrüchtetees, Durst-Feuerwehr und Tee Handelskontor Bremen Rabauken Mischung, steht nur "Aroma" auf der Packung, was darauf hindeutet, dass "dem Lebensmittel in der Regel chemisch hergestellte Substanzen zugesetzt" wurden, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt. Auf den restlichen drei konventionellen Kinderfrüchtetees sind "natürliche Aromen" deklariert, die aus bakteriellen und einer Vielzahl anderer Grundstoffe gewonnen werden können.

Alle zehn Bio-Kinderfrüchtetees sind frei von Pestiziden. Trübe sieht es dagegen bei den konventionellen Durstlöschern aus: Zwei Drittel sind pestizidbelastet, fünf Kinderfrüchtetees wurden deswegen abgewertet.

Die drei getesteten Granulattees bestehen zu mehr als 90 Prozent aus verschiedenen Zuckerverbindungen. Die Hersteller Bebivita und Humana setzen gewöhnlichen Zucker ein, der Karies verursachen kann und stark süßt. Beide Produkte enthalten zudem mindestens eine andere Zuckerverbindung. Der Hipp Früchte-Melissen Tee enthält Isomaltulose, ein schwaches Süßungsmittel, das als nicht kariogen eingestuft ist, dazu aber noch in geringer Menge Maltodextrin, das zwar wenig süßt, aber Zahnschäden verursachen kann.

Elf Produkte tragen keine oder aus unserer Sicht unzureichende Hinweise zum Trinkverhalten und möglichen Folgeschäden für die Zähne, wenn Kinder zu lange an Trinkflaschen nuckeln. Das gilt auch für zuckerfreie Tees.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
In Apotheken, Bio-, Super-, Discountmärkten, Drogerien und im Versandhandel haben wir 19 verschiedene Kinderfrüchtetees gekauft, davon zehn in Bio-Qualität.

Die Inhaltsstoffe
In erster Linie wollten wir wissen, wie hoch die Belastung der Kinderfrüchtetees mit Pestiziden ist. Aber auch auf Ochratoxin A wurde ein Produkt, das Süßholz enthält, geprüft. Da unter den Kinderfrüchtetees keine Produkte mit hohen Kräuteranteilen sind, verzichteten wir auf den Test auf Pyrrolizidinalkaloiden. Nach bisherigen Erkenntnissen spielen diese Pflanzengiftstoffe bei den Zutaten von Früchtetees keine Rolle. Zum Einsatz kommen dagegen immer wieder Vitaminzusätze: Diese sind überflüssig, haben nicht die gleichen positiven Effekte wie Lebensmittel, die von Natur aus Vitamine enthalten und können eine gesunde Ernährung nicht ersetzen.

Die Bewertung
Bei der Pestizidbewertung haben wir uns an den Rückstandshöchstmengen der Europäischen Union orientiert. Da ab einem Nachweis von 0,01 mg Pestizid pro Kilogramm aber bereits ein bewusster Einsatz angenommen werden kann, werten wir schon einen Gehalt ab, der diesen Wert überschreitet - auch wenn er beispielsweise nur zehn Prozent der erlaubten Höchstmenge erreicht. Tees, die sieben oder gar 14 verschiedene Pestizide in Spuren enthalten, können ebenfalls keine Bestnote mehr bekommen.

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