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16 Fingerfarben im Test

Finger weg

Jahrbuch für 2016 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.10.2015

16 Fingerfarben im Test

Fingermalfarben sind eigentlich eine prima Idee und großer Spaß für Kinder. Leider schneiden die meisten knalligen Farben in unseren Tests immer schlecht ab. Zwar hat die EU ihre Vorgaben verschärft und Anbieter haben ihre Rezepturen geändert. Dennoch sind nur drei der 16 untersuchten Produkte zu empfehlen.

Neuer Artikel vorhanden: 8 Fingerfarben im Test

Die kleinen Hände in Farbe tunken und sofort auf Papier oder Fensterglas loslegen - unmittelbarer können Kinder nicht malen. Es ist dieser direkte Kontakt mit der Farbe, der Fingermalfarben zu Hause und im Kindergarten so beliebt macht. Gleichzeitig wird der intensive Hautkontakt auch zur Achillesferse dieses Spielzeugs: Die Farben sind anfällig für Schmutz und Keime, es könnten sich beispielsweise Schimmelpilzgifte bilden und von Kindern aufgenommen werden, etwa wenn im Eifer des Malens ein Finger in den Mund gelangt.

Dieses Risiko ist bekannt, Produzenten versetzen Fingermalfarben deshalb nicht nur mit Bitterstoffen gegen das Verschlucken, sondern auch mit Konservierungsstoffen. Diese halten zwar Keime fern, können allerdings ihrerseits Probleme bergen.

Bei einer Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) aus dem Jahr 2013 wurden in der Hälfte der Proben mehrere, in Einzelfällen bis zu sieben verschiedene Konservierer nachgewiesen. In mehreren Proben entdeckten die Behörden das als Einzelkomponente nicht zulässige Konservierungsmittel Chlormethylisothiazolinon sowie Grenzwertüberschreitungen für Kathon, ein Gemisch aus Isothiazolinonen. Beide Stoffe gelten als relativ starke Kontaktallergene.

Um Kinder besser vor gesundheitlichen Risiken zu schützen, gilt für Fingermalfarben seit dem vergangenen Jahr eine neue, strengere EU-Norm. Anders als bisher ist es beispielsweise seit Oktober 2014 nicht mehr erlaubt, in neu auf den Markt gebrachten Farben eine bestimmte Gruppe von Parabenen mit erhöhtem allergenem Potenzial (Butyl-, Propyl-, Isobutyl- und Isopropylparaben) als Konservierungsstoffe einzusetzen. Weiterhin erlaubt - und auch in Gebrauch - sind aber Bronopol und DMDM-Hydantoin. Beide spalten Formaldehyd ab, das unter anderem zu Reizungen und Allergien führen kann.

Die Botschaft von den umstrittenen Konservierungsstoffen scheint - nicht zuletzt durch die verschärfte Norm - wenigstens bei einigen Anbietern von Fingermalfarben angekommen zu sein: Die Branche sucht nach Alternativen. Das ist nur eines der Ergebnisse unseres aktuellen Tests, für den wir 16 Fingermalfarben unter die Lupe genommen haben.

Das Testergebnis

Es tut sich was ...: Von 16 getesteten Farben schneiden acht mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab. Im aktuellen Test enthalten alle getesteten Produkte ausreichend Bitterstoff, um zu verhindern, dass Kinder die Farben verschlucken.

Noch immer machen Anbieter ihre Farben mit bedenklichen Stoffen haltbar. In sechs Produkten wurden Formaldehyd/-abspalter nachgewiesen, die wir streng abwerten, denn Formaldehyd wirkt stark allergisierend und gilt als krebsverdächtig. Drei getestete Farbsets enthielten die oben erwähnten Parabene mit erhöhtem allergenem Potenzial. Auch wenn die von uns getesteten Chargen aufgrund ihres Produktionsdatums die Norm nicht verletzen, werten wir ab - ÖKO-TEST kritisiert die Verwendung von bedenklichen Para


Fingerfarben: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

ÖkoNorm Nawaro Fingerfarben A-Set
  • Ökonorm

Mucki Fingerfarben
  • Kreul

Crayola Minikids Fingerfarben
  • Binney & Smith

Idena Fingermalfarben
  • Iden Berlin

Toy Company Creative Fun Fingerfarbe
  • Hoffmann Spielwaren

Eberhard Faber Fingermalfarben
  • Eberhard Faber

Stylex Finger-Malfarben
  • Stylex

Aurednik Fingerfarbe Zitronengelb/Rot/Blau/Grün
  • Aurednik

Staedtler Noris Club 4 Fingermalfarben
  • Staedtler

SES Creative Fingerfarben
  • SES

Nerchi "Im Wasser" Fingermalfarben
  • Lukas-Nerchau

Klecksi Wasserlösliche Fingermalfarben
  • Feuchtmann

Wehrfritz-Fingermalfarbe Rot/Gelb/Blau/Grün
  • Wehrfritz

Creall Mini Fingerpaint Blau/Rot/Gelb/Grün
  • Havo

Mara Fingerfarbe
  • Marabu

Giotto Be-Bè Fingermalfarben
  • Fila

16 Fingerfarben im Test
Jahrbuch für 2016 Seite 148
Jahrbuch für 2016 Seite 149
Jahrbuch für 2016 Seite 150
Jahrbuch für 2016 Seite 151

4 Seiten
Seite 148 - 151 im Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben 16 Fingermalfarbensets bzw. je vier verschiedene Einzelfarben eingekauft. Die meisten stammen von deutschen Herstellern, hinter Creall Mini Fingerpaint, SES Creative Fingerfarben und Giotto Be-Bè Fingermalfarben stehen Firmen aus den Niederlanden bzw. Italien. Wenn möglich, haben wir die Farben Blau, Gelb, Rot und Grün eingekauft. Die Sets Giotto Be-Bè Fingermalfarben und Nerchi "Im Wasser" Fingermalfarben bestehen nur aus den Farben Blau, Gelb und Rot.

Die Inhaltsstoffe und Deklaration

Bei der Prüfung orientierten wir uns an der 2014 neu erschienenen EU-Norm für Fingerfarben. Sie erlaubt nur bestimmte Konservierungsstoffe und legt zulässige Höchstkonzentrationen fest. In den von uns beauftragten Laboren ließen wir unter anderem nach krebsverdächtigen Formaldehyd/-abspaltern fahnden. Krebserregende Nitrosamine sowie Isothiazolinone, die Allergien auslösen können, standen ebenso auf dem Prüfplan wie aromatische Amine, von denen sich manche im Tierversuch als krebserregend erwiesen haben. Konservierungsstoffe müssen laut Norm korrekt auf der Verpackung deklariert sein, auch dies haben wir überprüft. Das gilt auch für Bitterstoffe, die Kinder davon abhalten sollen, die Farben zu essen. Sechs Prüfer testeten für uns, ob auch verdünnte Farben noch bitter genug schmecken, zudem ließen wir den Bitterstoffgehalt mit moderner Technik überprüfen.

Die Bewertung

Wie schon im vergangenen Test von Fingermalfarben waren unsere Anforderungen auch diesmal hoch - schließlich sind die Farben für Kinderhände gedacht. Bei der Bewertung orientierten wir uns nicht nur an geltenden Normen, sondern auch an den strengen ÖKO-TEST-Kriterien für Kosmetika.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch für 2016
Jahrbuch für 2016

Erschienen am 09.10.2015

Jahrbuch für 2016
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