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Wanderrucksäcke im Test: Jeder zweite ist "gut"

Jahrbuch für 2016 | Kategorie: Freizeit und Technik | 31.10.2015

Wanderrucksäcke im Test
Foto: CC0 / Unsplash.com / Marc Rafanell López

Wanderrucksäcke sollen das persönliche Gepäck gut und sicher verstauen, dabei ergonomisch, robust und möglichst wasserabweisend gebaut sein und keine Schadstoffe enthalten. Wir haben zehn Wanderrucksäcke im Labor untersuchen lassen und in der Praxis erprobt. Das Ergebnis: Gute Qualität bekommt man schon ab rund 80 Euro. Aber viele bekannten Marken haben Probleme mit Schadstoffen.

  • Wir haben zehn Wanderrucksäcke (Volumen: 24 bis 30 Liter) umfangreich untersucht. Getestet wurden Inhaltsstoffe, Wasserdichtigkeit, Reißfestigkeit, aber auch Handhabung und Tragekomfort.
  • Ein Wanderrucksack sollte vor allem praxistauglich und haltbar sein: Die Praxisprüfung ging daher zu 60 Prozent in das Gesamturteil ein, die Schadstoffprüfung zu 40 Prozent.
  • Im Ergebnis können wir jeden zweiten Rucksack empfehlen,  "sehr gut" war in der Praxisprüfung allerdings nur ein Modell.

Der Rucksack hat sich zum Allroundtalent gemausert. Wurde der früher vor allem auf dem Rücken von Wanderern gesichtet, begleitet er uns heute bei vielen Freizeitaktivitäten. Dementsprechend riesig ist das Angebot. Das fängt beim Fassungsvermögen an, geht über das Rückensystem weiter und endet nicht zuletzt bei der Ausstattung mit Fächern und Gurten.

Es gibt Rucksäcke fürs Wandern, Klettern oder Radfahren, für Skitouren und auch wasserdichte Backpacks fürs Surfen, Segeln und Kanufahren. Zudem werden Rucksäcke speziell für Frauen und speziell für Männer angeboten.

Wanderrucksäcke für Tagestouren

Wir haben Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV) nach dem richtigen Modell für eintägige Wandertouren gefragt: "Für Tagestouren sind Modelle mit 15 bis 30 Liter Volumen und einem Netzrücken, der für eine optimale Belüftung am Rücken sorgt, empfehlenswert." Das Modell sollte einfach und unkompliziert sein, ein Hauptfach und idealerweise ein Deckelfach für den schnellen Zugriff haben.

Der Ausrüstungsexperte erklärt: "Schwere Dinge packt man nah am Körper und möglichst hoch in den Rucksack. Mehr als sechs bis maximal acht Kilogramm Gepäck reichen für eine Tageswanderung aus. Jedes Kilo mehr schmälert die Freude am Laufen." Ein Hüftgurt nehme bereits bei kleineren Modellen etwas Gewicht von den Schultern.

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Diese Rucksäcke eignen sich für längerer Ausflüge

Für Hüttentouren oder den Wochenendtrip bieten sich dann Rucksäcke mit 30 bis 50 Litern an, denn hier müssen auch ein Waschbeutel, ein Hüttenschlafsack sowie Wechselklamotten Platz finden. Solche Modelle haben ein Hauptfach, das zweigeteilt ist: ein oberes Fach, das von oben zugänglich ist, sowie ein unteres Fach, das frontal über einen Reißverschluss geöffnet werden kann. Ab diesem Volumen gehört auch ein ordentlicher, gepolsterter Hüftgurt zur Ausstattung.

Rucksäcke mit 50 bis 70 Liter eignen sich hingegen für mehrwöchige Touren.

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Wanderrucksäcke im Test: Nicht jeder ist zu empfehlen.
Wanderrucksäcke im Test: Nicht jeder ist zu empfehlen. (Foto: CC0 / Unsplash.com / Nguyen Le Viet Anh)

Wanderrucksäcke im Test: Das haben wir untersucht

Wir haben zehn Wanderrucksäcke mit einem Fassungsvermögen von 24 bis 30 Litern untersucht. Alle Modelle haben wir in einem großen Praxistest auf ihre Belastbarkeit, Handhabung und den Tragekomfort geprüft. Die Rucksäcke wurden zudem durch eine große Schadstoffprüfung bei anerkannten Fachlaboren geschickt.

Fünf Modelle zwischen 85 und 100 Euro schneiden mit der Note "gut" ab. Andere Wanderrucksäcke sind nur "ausreichend", ein billiges Modell fällt mit "mangelhaft" durch: Hier vermasseln problematische Inhaltsstoffe, ein kleineres Volumen als vom Hersteller angegeben und eine fehlende Regenhülle ein besseres Abschneiden.

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Wanderrucksäcke: Ergebnisse des Praxistests

Für die Praxistester stellte sich nur ein Modell als geeignet für kleine bis große Menschen heraus. Generell gilt: Die meisten Tagesrucksäcke sitzen aufgrund ihrer kompakten Maße nur bei kleinen bis mittelgroßen Personen einwandfrei – bei großen Wanderern sitzt der Hüftgurt vieler Rucksäcke viel zu hoch. Sitzriesen, die vom Po bis zum Scheitel einen Meter und mehr messen, sollten entweder ein Modell für einen extra langen Rücken kaufen oder einen Wanderrucksack mit mehr Volumen und entsprechend größerer Rückenlänge. Für Menschen mit großem Bauchumfang von mehr als 130 Zentimetern waren zudem nicht alle Hüftgurte lang genug.

Nur zwei Rucksäcke sind mit einer wirklich wasserdichten Regenhülle ausgestattet. Andere ließen schon bei einem geringen Druck Wassertropfen passieren, vor allem an den Nähten. Bei drei Rucksäcken sammelte sich bereits nach einem simulierten Regenschauer von zehn Minuten mehr als 300 Gramm Wasser im Rucksackinneren.

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Wanderrucksäcke im Test: Der Rucksack sollte gut auf dem Rücken sitzen, sonst leiden die Schultern und Hüften.
Wanderrucksäcke im Test: Der Rucksack sollte gut auf dem Rücken sitzen, sonst leiden die Schultern und Hüften. (Foto: CC0 / Pixabay / Hermann)

So schlagen sich die Rucksäcke in der Handhabung

Die Handhabung der Verschlüsse wie der Deckel-, Brust- und Hüftgurtschließen war bei den meisten Modellen insgesamt einfach. Bei den acht Rucksäcken mit Deckeltasche lässt sich die Öffnung des Hauptfachs mithilfe eines Stoppers an einer Kordel öffnen und schließen. Die Handhabung der Brustgurtverschlüsse war hingegen teilweise umständlich. Besonders bei großen Menschen sitzen diese (zu) weit oben und geraten so aus dem Sichtfeld.

Die zwei Wanderrucksäcke, die bei den Versuchspersonen am besten ankamen, erhielten – was Handhabung und Tragekomfort betraf – die Note 1,9.

Wanderrucksäcke in der Schadstoff-Untersuchung

Wir haben alle Rucksäcke auch auf Schadstoffe untersuchen lassen. Im Gewebe mehrerer Wanderrucksäcke analysierte das beauftragte Labor halogenorganische Verbindungen. Das Schwermetall Blei, das eine unnötige Umweltbelastung darstellt, sorgte bei zwei Modellen für jeweils eine Note Abzug. Zwei andere Rucksäcke enthielten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) – einige PAK-Verbindungen sind krebserregend.

Zudem steckten in einem Produkt auch giftiges Dibutylzinn und Blei, in einem anderen Rucksack wurden Anilin, ein unter Krebsverdacht stehender Farbstoffbestandteil, chlorierte Verbindungen sowie Blei nachgewiesen: Beide Modelle waren "ungenügend", was die Inhaltsstoffe betrifft. Vier Marken gingen aber mit "guten" Noten aus der Schadstoffprüfung.

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Wanderrucksäcke: Tipps von ÖKO-TEST

  • Die fünf "guten" Wanderrucksäcke liegen etwa in einer Preisklasse. Sie können sich also bei der Entscheidung auf Passform und Ausstattung konzentrieren.
  • Tätigen Sie den Rucksackkauf im Fachgeschäft: Neben der Passform können Sie dort die Handhabung von Schnallen, Kordelzügen und Verschlüssen sowie den Griff des Materials ausprobieren. Tragen Sie den Rucksack auch mit Gewicht Probe.
  • So stellen Sie den Rucksack ein: Lösen Sie alle Gurte, setzen Sie den Rucksack auf, schließen Sie zunächst den Hüftgurt und ziehen Sie ihn an, danach Schultergurte anziehen und Schulterentlastungsgurte einstellen.

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Testverfahren

Der Einkauf: Wir haben zehn Wanderrucksäcke eingekauft, die mit einem Volumen von 24 bis 30 Litern auch für Tagestouren an kalten Tagen groß genug sind. Dabei haben wir zu beliebten Marken gegriffen und zu Modellen, die mit einem Hüftgurt ausgestattet sind. Sieben Rucksäcke haben einen Netzrücken und drei einen Polsterkontaktrücken. Mit dabei sind sowohl Exemplare für Männer und Frauen als auch Unisexmodelle.

Die Inhaltsstoffe: Rucksäcke sind ein bunter Materialmix aus Textilien, Gurten und Verschlüssen, die aus verschiedenen Kunstgeweben und -stoffen gefertigt wurden. Daher haben wir unsere Schadstoffprüfung sehr breit angelegt und ein Materialscreening auf etwa Weichmacher, antimikrobielle Ausrüstung und Flammschutzmittel durchgeführt. Wir ließen zudem auf Schwermetalle, zinnorganische Verbindungen sowie krebserregende und allergisierende Farbbestandteile testen. Weiche Kunststoffteile wie Zipperanfasser wurden auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die aus Rußpigmenten oder Weichmacherölen stammen können, analysiert.

Der Praxistest: Ein Rucksack sollte mehrere Stunden bequem sitzen, ohne Scheuerstellen zu verursachen und sowohl an zierliche als auch große Nutzer anpassbar sein. Diese Aspekte wurden von den Praxistestern u. a. anhand der Rückenkonstruktion, der Polster, der Rucksackmaße sowie mithilfe von Versuchspersonen beurteilt. Ebenso wollten wir wissen: Ist die Handhabung der Gurte und Verschlüsse einfach oder umständlich, wie zugänglich ist das Hauptfach? Und wie gut halten Nähte, Reißverschlüsse und Steckschließen? Auf dem Prüfprogramm standen zudem die Wasserdichtigkeit der Regenhülle, ein Beregnungstest ohne Regenhülle sowie eine Messung des Volumens.

Die Bewertung: In erste Linie sollte ein Rucksack praxistauglich und eine Anschaffung für etliche Jahre sein. Die Praxisprüfung ging daher zu 60 Prozent in das Gesamturteil ein. Schadstoffe in einem Outdoorprodukt wie einem Rucksack sind aber weder für die Gesundheit noch für die Umwelt akzeptabel. Daher berücksichtigten wir das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 40 Prozent beim Gesamturteil.

Testlegende: Bei den Inhaltsstoffen führt zur Abwer­ tung um vier Noten: Anilin. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) ein Gehalt von mehr als 100 μg/kg bis 1.000 μg/kg der zinnorgani­ schen Verbindung Dibutylzinn; b) ein Gehalt von mehr als 100 bis 1.000 μg/kg einer PAK­Einzelverbindung. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) halogenorganische Verbindungen; b) PVC/PVDC/ chlorierte Verbindungen im Produkt; c) mehr als 10 mg/kg phosphoror­ ganische Verbindungen (hier Triphenylphosphat); d) optische Aufheller mit Hautkontakt; e) mehr als 90 mg/kg Blei.

In das Testergebnis Praxisprüfung gehen das Teilergebnis Ausstattung/ Material und das Teilergebnis Handhabung/Tragekomfort zu jeweils 50 Prozent ein. Unter dem Teilergebnis Ausstattung/Material führen zur Ab­ wertung um jeweils vier Noten: a) keine Regenhülle am Produkt; b) eine niedrige Wasserdichtigkeit des Hauptmaterials der Regenhülle von we­ niger als 150 cm Wassersäule. Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen: a) eine erhöhte Wasserdichtigkeit des Hauptmaterials der Regenhülle von weniger als 300 bis 150 cm Wassersäule; b) eine niedrige Wasserdichtigkeit der Nähte an der Unterseite der Regenhülle von weni­ ger als 150 cm Wassersäule; c) ein hoher Wassereintritt bei Regen von mehr als 300 g. Zur Abwertung um jeweils eine Note führen: a) eine hohe Wasserdichtigkeit des Hauptmaterials der Regenhülle von weniger als 500 bis 300 cm Wassersäule; b) ein mittlerer Wassereintritt bei Re­ gen von weniger als 300 bis 100 g; c) das gemessene Volumen weicht von der Herstellerangabe um mehr als 20 Prozent ab.

In das Teilergebnis Handhabung/Tragekomfort gehen die Einzelnoten (Schulnoten von 1 bis 5) für die Handhabung der Verschlüsse, die Hand­ habung der Gurte, die Zugänglichkeit und das Befüllen des Hauptfachs, die Ergonomie der Rückseite, die Ergonomie der Schultergurte, die Druckverteilung am Rücken, die Passform des Rucksacks (Scheuerstel­ len) und die Beurteilung von Handhabung/Tragekomfort durch Ver­ suchspersonen zu jeweils gleichen Teilen ein. Es wurde kaufmännisch gerundet. Bei der Handhabung der Verschlüsse und der Gurte sowie der Zugänglichkeit und Befüllen des Hauptfachs entsprechen die Beurtei­ lungen folgenden Schulnoten: "sehr einfach" = sehr gut, "einfach" = gut, "etwas umständlich" = befriedigend. Für die Handhabung der Ver­schlüsse wurden der Deckelverschluss, der Kordelzug/Reißverschluss an der Haupteinfüllöffnung, der Brustgurtverschluss, die Höhenverstel­ lung des Brustgurts und der Hüftgurtverschluss zunächst einzeln beur­ teilt und anschließend arithmetisch gemittelt. Für die Handhabung der Gurte wurden die Längenanpassung des Brustgurts, des Hüftgurts und der Schultergurte zunächst einzeln beurteilt und anschließend arithme­ tisch gemittelt. Für die Ergonomie der Rückseite wurden die Oberflä­ chenmorphologie und die Güte der Polsterung des Rucksackrückens zunächst einzeln beurteilt und anschließend arithmetisch gemittelt. Für die Ergonomie der Schultergurte wurden der Gurtverlauf im Hals­ und Nackenbereich und die Güte der Gurtpolster zunächst einzeln beurteilt und anschließend arithmetisch gemittelt. Für die Beurteilung von Handhabung/Tragekomfort durch Versuchspersonen wurden die arith­ metischen Mittelwerte von vier Versuchspersonen, die jeweils folgende Aspekte zunächst einzeln beurteilten, arithmetisch gemittelt: 1) das Auf­ und Absetzen, 2) die Passform des Brustgurts, 3) die Passform des Hüftgurts, 4) der Verschluss am Brustgurt, 5) der Verschluss des Hüftgurts, 6) der Tragekomfort. In das Gesamturteil gehen das Tester­ gebnis Praxisprüfung zu 60 Prozent und das Testergebnis Inhaltsstoffe zu 40 Prozent ein.

Testmethoden Inhaltsstoffe: Halogenorganische Verbindungen (Mischprobe aller Farben der textilen Bestandteile): Probe wird mit Reinstwasser in der Soxhletapparatur eluiert; Binden der organischen Halogene an Aktivkohle; Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom; microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse. Elemente: Röntgenfluoreszenzanalyse. Antimon: Elution von Elementen mittels saurer Schweißlösung, Elementbestimmung mittels ICP-MS. Zinnorganische Verbindungen (Mischprobe aller Farben des Hauptmaterials): NaDDTC, EtOH, Hexan, NaBEt4, GC-AED. Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (Anfasser des Zippers/der Zughilfe am Reißverschluss): GC-MSD, 25 PAK nach EU/EPA/JECFA. Weichmacher/phosphororganische Verbindungen/antimikrobielle Bestandteile (Mischrobe aus Haupt- und Gurtmaterialien): GC/MS nach Extraktion und Derivatisierung. Optische Aufheller: Qualitativer Nachweis (UV-Licht). Aromatische Amine (Mischprobe aller Farben der textilen Bestandteile, maximal 5 Materialien pro Probe): Prüfung auf Amine nach reduktiver Spaltung, Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-2, Prüfung mit und ohne vorherige Extraktion nach DIN EN 14362-1 (Januar 2013); Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-3. Bei Hinweisen auf 4-Aminoazobenzol zusätzliche Prüfung entsprechend § 64 LFGB 82.02-15 DIN EN 14362-3 (September 2012); Bestimmungsgrenze: 5 mg/kg; GC/MS, Dünnschichtchromatografie, zusätzliche Prüfung auf Anilin und Xylidine. Dispersionsfarbstoffe (Mischprobe aller Farben der textilen Bestandteile, maximal 5 Materialien pro Probe): Analytik entsprechend § 64 LFGB 82.02-10 nach DIN 54231 (November 2005); Dünnschichtchromatographie; HPLC mit DAD (UV/Vis-Detector).

Gewicht in Gramm: Das Gewicht des Rucksacks wurde mit einer Waage der Fa. Acculab (Sartorius Group), Modell Atilon, maximales Gewicht 6.200 g, Genauigkeit d=0,01 g ermittelt und in 5 g-Schritten abgerundet. Volumen in Liter: Das Volumen von Haupt- und Deckelfach wurde in Anlehnung an DIN 58124:2010-09 für Schulranzen mithilfe von Propylengranulat gemessen. Das Produkt wurde dabei "von innen nach außen" mit Granulat befüllt, also zunächst das Hauptfach und daraufhin die Außentaschen. Eignung für Personengruppen: Die Eignung für Personengruppen mit bestimmten körperlichen Merkmalen wurde anhand der einstellbaren Rückenlänge, der Länge und des Verstellbereichs der Trageriemen sowie des Hüftgurts ermittelt. Für die Beurteilung bis zu welcher Körpergröße das Prüfmuster nutzbar ist, wurde die Rückenlänge des Prüfmusters vom Ansatz der Trageriemen bis zur Unterkante des Hüftgurts sowie die einstellbare Länge der Trageriemen zugrunde gelegt. Dabei wurde eine einstellbare Länge von Rücken und Polsterung der Trageriemen von <= 869 mm als für kleine Personen geeignet eingestuft, von 821 bis 920 mm für mittelgroße Personen geeignet und von >= 890 mm für große Personen geeignet. Für die Beurteilung bis zu welchem Bauchumfang das Prüfmuster nutzbar ist, wurde die einstellbare Länge des Hüftgurts zugrunde gelegt sowie von einer Nutzung bei niedrigen Außentemperaturen mit winterlicher Bekleidung ausgegangen. Dabei wurde ein einstellbarer Hüftgurtumfang im Bereich von <= 800 mm für einen kleinen Bauchumfang als geeignet eingestuft, von 801 bis 1299 mm für einen mittleren Bauchumfang und von >= 1300 mm für einen großen Bauchumfang.

Testmethoden Ausstattung/Material: Wasserdichtheit der Regenhülle: Nach DIN EN 20811 von Hauptmaterial und ggf. von Nähten. Wassereintritt bei Regen (Rucksack ohne Regenhülle): Das Hauptfach des Rucksacks wurde mit vorgewogenem, saugfähigem Material gefüllt. Danach wurde der verschlossene Rucksack in einer simulierten Tragehaltung an einem Gestell angebracht und in Anlehnung an DIN 58124 mit 1 Liter pro Minute pro Quadratmeter für 10 Minuten beregnet. Dies simuliert einen plötzlichen Regenschauer ohne Berücksichtigung der Regenhülle. Nach Abschluss der Beregnung wurde nach 5 Minuten die Menge des eingedrungenen Wassers durch Auswiegen des saugfähigen Materials ermittelt. Zudem wurde die Menge Wasser ermittelt, welche in den Stoff und in die Polsterungen eingedrungen ist und ermittelt, ob eine Ausfärbung vorliegt. Soweit möglich, wurde der Ort des Eindringens (Reißverschluss, Nähte usw.) angegeben. Metallteile wurden nach Abschluss der Prüfung auf Korrosion überprüft. Belastungsprüfung an Nähten: Der Rucksack wurde mit einer flexiblen Blase im Hauptfach ausgerüstet. Diese wurde unter Beobachtung des Druckanstiegs anhand eines angeschlossenen Manometers mit einem Maximaldruck von 0,2 bar mit Druckluft befüllt und danach Veränderungen an Nähten und Verschlüssen festgehalten. Belastungsprüfung an Steckverschlüssen (Brust- und Hüftgurt): Die Festigkeit der Verschlüsse wurde mittels eines Trägerfrequenzmessverstärkers und einer 500-N-Kraftmessdose (HBM) bis zu einer Belastung von 300 N überprüft. Belastungsprüfung an Reißverschlüssen: Der Rucksack wurde mit einer standardisierten Füllung (Gewicht 5:500 g) beladen. Nach 250 Öffnungs- und Schließzyklen erfolgte eine visuelle und manuelle Überprüfung der Funktion der Reißverschlüsse.

Testmethoden Handhabung/Tragekomfort: Die Beurteilungen erfolgten in einer fünfstufigen Skala von 1 = schlechteste Beurteilung bis 5 = beste Beurteilung. Die Beurteilung wurde jeweils durch zwei Handhabungsexperten durchgeführt. Handhabung der Steckverschlüsse, Kordelzüge, Reißverschlüsse: Beurteilung der Größe von Stellteilen, der aufzubringenden Kraft und Betätigungsrichtung sowie der Intuitivität des Betätigungsvorgangs. Schließmechanismen wie Deckelverschlüsse, Kordelzüge/Reißverschlüss am Hauptfach, Brustgurtverschlüsse, Höhenverstellungen am Brustgurtverschluss sowie Hüftgurtverschlüsse wurden einzeln bewertet. Handhabung der Gurte: Beurteilung der Größe von Stellteilen, der aufzubringenden Kraft und Betätigungsrichtung sowie der Intuitivität des Betätigungsvorgangs. Die Längenverstellungen von Brust-, Hüft- und Tragegurt wurden einzeln bewertet. Zugänglichkeit und Befüllen von Haupt-/Nebenfächer: Beurteilung der Art (z. B. mit Gummizug), Größe und Lage der Einfüllöffnungen. Oberflächenmorphologie und Güte der Polsterung der Rucksackrückseite: Die Lage, Größe und Form der polsternden/federnden Elemente wurde dahingehend beurteilt, ob die auftretenden Kräfte auf Körperbereiche übertragen werden, welche geeignet sind diese aufzunehmen. Die Güte der Polsterung wurde qualitativ anhand der Progressivität der Federkennlinie des Polsterelements beurteilt. Die Oberflächenmorphologie der Rückseite und die Güte der Polsterung wurden einzeln beurteilt. Gurtverlauf und Gurtpolster: Die Beurteilung des Gurtverlaufs erfolgte anhand von standardisiert aufgenommenen Fotos der Trageriemen im Halsbereich. Maßgeblich war hier der laterale Abstand der Gurte zum Hals der Versuchsperson. Der Gurtverlauf im Hals- und Nackenbereich sowie die Güte der Gurtpolsterung und/oder des Oberflächenmaterials wurden einzeln beurteilt. Passform (Scheuerstellen): Der Rucksack wurde mit einer standardisierten Füllung (Gewicht 5:500 g) beladen. Eine Anpassung des Rucksacks an die körperlichen Merkmale der Versuchsperson wurde unter Anleitung vorgenommen. Vier Versuchspersonen, die nach anthropometrischen Gesichtspunkten wie Körpergröße, Stammlänge, Schulterbreite und Handkraft ausgewählt wurden, gingen bei einer Geschwindigkeit von 5 km/h 30 Minuten auf einem Laufband (ohne Steigung). Im Anschluss an eine Befragung der Versuchspersonen wurde die Passform des Rucksacks beurteilt. Druckverteilung am Rücken: Der Rucksack wurde mit einer standardisierten Füllung (Gewicht 5:500 g) beladen. MitHilfe einer Druckverteilungsmessmatte im Kontaktbereich zwischen Rücken und Rucksack wurde überprüft und beurteilt, wie die durch das Tragen des Rucksacks auftretenden Kräfte auf den Rücken verteilt werden und ob punktuelle Belastungen auftreten. Prüfung Handhabung und des Tragekomforts durch Versuchspersonen: Der Rucksack wurde mit einer standardisierten Füllung (Gewicht 5:500 g) beladen. Eine Anpassung des Rucksacks an die körperlichen Merkmale der Versuchsperson wurde unter Anleitung vorgenommen. Vier Versuchspersonen, die nach anthropometrischen Gesichtspunkten wie Körpergröße, Stammlänge, Schulterbreite und Handkraft ausgewählt wurden, gingen bei einer Geschwindigkeit von 5 km/h 30 Minuten auf einem Laufband (ohne Steigung). Diese Versuchspersonen beurteilten zunächst jeweils einzeln folgende sechs Aspekte für jedes Prüfmuster: 1) das Auf- und Absetzen, 2) die Passform des Brustgurts, 3) die Passform des Hüftgurts, 4) den Verschluss am Brustgurt, 5) den Verschluss am Hüftgurt und 6) den Tragekomfort. Die vier Einzelurteile der Versuchspersonen wurden für jeden der sechs Aspekte arithmetisch gemittelt.

Einkauf der Testprodukte: Januar/Februar 2015.

Bereits veröffentlicht: ÖKO-TEST Magazin 05/2015. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben, sofern sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse die Bewertung von Mängeln geändert oder ÖKO-TEST neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt hat.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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