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19 Naturjoghurts im Test

UngeHEUerlich

Jahrbuch für 2016 | Kategorie: Essen und Trinken | 09.10.2015

19 Naturjoghurts im Test

Naturjoghurt ist zwar nahezu rückstandsfrei, doch die meisten Kühe, deren Milch verwendet wurde, haben zu wenig Grünfutter bekommen. Das zeigt der Test von 19 Produkten.

Joghurt gilt als gesund und natürlich - umso mehr, wenn er pur daherkommt. Offenbar sehen das auch immer mehr Verbraucher so. Denn der Verkauf von Naturjoghurt steigt seit Jahren. So lag der Pro-Kopf-Verbrauch laut Milchindustrieverband 2011 bei rund vier Kilogramm pro Jahr, während die Statistik 2013 ein sattes Kilogramm mehr ausweist. Der Verbrauch von Fruchtjoghurt sinkt dagegen kontinuierlich.

Warum gerade Naturjoghurt häufiger gegessen wird, habe mit dem allgemeinen Trend zu Natürlichkeit und zu weniger Zucker zu tun, vermutet Eckhard Heuser, Geschäftsführer des Milchindustrieverbands. Ein weiterer Vorteil: Das Sauermilchprodukt lässt sich sehr vielseitig zubereiten: mit frischem Obst, Marmelade, Honig oder Nüssen, als Frucht-shake, Salatdressing oder Dip.

Trotzdem hätte sich Naturjoghurt wahrscheinlich nicht so positiv entwickelt, wenn er noch immer so schmecken würde wie in den 1970er- und 80er-Jahren. Joghurtesser werden sich erinnern: Damals nannte sich das Produkt "ohne Geschmack" und war meistens sehr sauer. Das hat sich gründlich geändert. Heute akzeptieren Verbraucher allenfalls einen leicht säuerlichen Geschmack. Vor allem aber soll Joghurt cremig sein.

Die größte Herausforderung besteht darin, das Wasser der Milch dauerhaft zu binden, sagt die Käserin Meike Jaschok. Der Stichfeste mache dabei überhaupt keine Probleme. "Beim cremigen Joghurt wird die entstandene Struktur jedoch durch das Rühren zerstört und es besteht die Gefahr, dass sich Wasser absetzt." Die Industrie setzt deshalb Magermilchpulver zu, das das Produkt fester und cremiger macht, allerdings auch zu höheren Gehalten an Eiweiß und Milchzucker führt - ohne dass der Zusatz deklariert werden müsste. "Das täuscht die Verbraucher", findet Jaschok. "Joghurt, der natürlicherweise einen Laktosegehalt von 2,8 bis 3,0 Prozent hat, enthält plötzlich wesentlich mehr. Das kann zu Problemen bei laktoseempfindlichen Menschen führen."

Von den 19 Produkten, die wir für den Test einkauften, haben wir tatsächlich nur auf dem Alnatura-Produkt einen Hinweis auf Magermilchpulver gefunden. Wie es um die Produkte insgesamt stand, zeigen die Laborergebnisse.

Das Testergebnis

Egal ob für 19 oder 28 Cent pro 100 Gramm - mit sieben Bio-Joghurts treffen Sie eine "sehr gute" Wahl. Die übrigen Produkte schneiden mit "gut" oder mit "befriedigend" ab.

Weil Gräser deutlich mehr Omega-3-Fettsäuren liefern als Futter auf Maisbasis, enthält Milch, die mit reichlich Gras oder Heu erzeugt wurde, ebenfalls reichlich von diesen Fettsäuren. Deutlich zu niedrige Werte stellten die Labore in allen konventionellen, aber auch in vier Bio-Joghurts fest, was dafür spricht, dass das Futter der milchgebenden Kühe nur wenig Gras, dafür aber viel Mais und Kraftfutter enthielt. Am schlechtesten schneiden Weihenstephan, Landliebe, Emmi sowie der Joghurt der Milchwerke Schwaben ab - sie enthalten nur 0,5 Gramm pro 100 Gramm Milchfett. Gut das Doppelte fanden die Labore in den Produkten von Andechser und


Naturjoghurt: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Ehrmann Frischer Joghurt Mild & Cremig, 3,8 % Fett
  • Ehrmann

Edeka Bio Joghurt Mild, 3,8 % Fett
  • Edeka

Söbbeke Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Cremig, Bioland
  • Söbbeke (Naturwarenladen)

Biotrend Bio-Joghurt Pur, 3,5 % Fett
  • Lidl

Schwarzwaldmilch Bio-Joghurt, 3,8 % Fett, Bioland
  • Schwarzwaldmilch Freiburg

Andechser Natur Bio-Jogurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Bioland
  • Andechser Molkerei

Gut Bio Joghurt Pur, 3,8 % Fett
  • Aldi Nord

Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett
  • Aldi Süd

Real Bio Joghurt Mild, mind. 3,7 % Fett
  • Real

Alnatura Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Bioland
  • Alnatura

Rewe Bio Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Naturland
  • Rewe

Dennree Joghurt Mild, mind. 3,8 % Fett, Naturland
  • Dennree (Naturwarenladen)

Landliebe Cremiger Joghurt Mild, 3,8 % Fett
  • Landliebe

Weihenstephan Frischer Joghurt Mild, 3,5 % Fett
  • Molkerei Weihenstephan

Weideglück Landjoghurt Mild, 3,5 % Fett, Cremig gerührt
  • Milchwerke Schwaben

K-Bio Joghurt Mild, Cremig gerührt, 3,8 % Fett
  • Kaufland

Onken Bighurt Der Stichfeste, 3,7 % Fett
  • Emmi

Bauer Frischer Joghurt Mild, mind. 3,9 % Fett
  • Bauer

Berchtesgadener Land Cremiger Joghurt Mild, 4 % Fett
  • Milchwerke Berchtesgadener Land

19 Naturjoghurts im Test
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Jahrbuch für 2016 Seite 30
Jahrbuch für 2016 Seite 31
Jahrbuch für 2016 Seite 32

7 Seiten
Seite 26 - 32 im Jahrbuch für 2016
vom 09.10.2015
Abrufpreis: 1,50 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Weil Bio-Joghurt mittlerweile überall erhältlich ist, wurde diese Produktgruppe bevorzugt berücksichtigt. Wir kauften vor allem Bio-Marken der Supermärkte und Discounter, außerdem Naturjoghurt der Bio-Anbieter Andechser, Söbbeke und Schwarzwaldmilch. Im konventionellen Bereich beschränkten wir uns auf wichtige Marken wie Landliebe oder Weihenstephan.

Die Inhaltsstoffe

Zunächst ließen wir prüfen, ob Rückstände von Reinigungs- und Desinfektionsmitteln im Joghurt stecken. Zu einer Verunreinigung kann es auf allen Stufen der Milcherzeugung und -verarbeitung kommen. Was die Labore in Milchprodukten immer wieder finden, ist Trichlormethan, besser bekannt als Chloroform. Die Substanz steht unter Krebsverdacht und kann Herz, Leber und innere Organe schädigen. Des Weiteren ließen wir nach Rückständen von Reinigungsmitteln mit quartären Ammoniumverbindungen fahnden. Diese Stoffe lassen sich mit Wasser nur schwer aus Schläuchen und Tanks spülen, sodass sie von der vorbeiströmenden Milch leicht aufgenommen werden können. Weitere Untersuchungen betrafen den Fettgehalt sowie die hygienische Qualität.

Die Weiteren Mängel

Joghurt soll auch am Ende des MHD noch gut schmecken. Das ließen wir Sensorikprofis überprüfen. Weil die Milchfettzusammensetzung Hinweise auf die Art der Fütterung zulässt, ließen wir diese untersuchen. Die Hersteller fragten wir, ob die Milcherzeuger zum Einsatz von gentechnikfreiem Futter verpflichtet sind und wie dies kontrolliert wird.

Die Bewertung

Unter den Inhaltsstoffen bemängelten wir einen leicht erhöhten Gehalt an Trichlormethan und einmal zu wenig Fett im Produkt. Negativ wirkten sich vor allem Mängel in der Fütterung aus, etwa zu wenig Grünfutter oder die fehlende Verpflichtung zum Verzicht auf Gen-Futter. Kamen noch Heile-Welt-Bilder von Kühen auf der Weide oder vergleichbare Werbeaussagen hinzu, gab es weitere Abzüge.

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Jahrbuch für 2016
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Erschienen am 09.10.2015

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