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Ratgeber: Öko-Baustoffe

Natürlich kein Freifahrtschein

Ratgeber Bauen 2015 | Kategorie: Bauen und Wohnen | 08.05.2015

Ratgeber: Öko-Baustoffe

Bauprodukte aus natürlichen Rohstoffen können vieles genauso gut und manches besser als Produkte, die aus nicht nachwachsenden oder mineralischen Rohstoffen hergestellt werden. Doch "öko" ist nicht automatisch gesund. In manchen Fällen sind sie sogar fehl am Platz.

Viele Baustoffe, die heute als besonders umweltfreundlich und "öko" vermarktet werden, haben schon unsere Vorfahren verwendet - Holz zum Beispiel. Aber auch viele mineralische Produkte - vom Ziegel über Beton bis hin zu Kalkfarben, Steinen oder Putzen aus Lehm - sind seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden im Einsatz. Doch vom handgemachten, vor Ort produzierten Material sind heutige Naturbaustoffe oft Lichtjahre entfernt. Dafür sorgen moderne Anforderungen, zum Beispiel an die Dauerhaftigkeit, die Stabilität oder den Wärmeschutz.

Veränderungen gab es auch durch den flächendeckenden Einsatz von Maschinen bei der Herstellung und Verarbeitung oder der notwendigen Lagerfähigkeit. Naturbaustoffe müssen sich heute an der Konkurrenz messen lassen und sich sowohl technisch als auch wirtschaftlich behaupten. Da ist für roman­tische Verklärungen vermeintlich besserer Zeiten kein Platz, schon gar nicht im hart umkämpften Baustoffmarkt. Dafür sorgen nicht zuletzt die kritischen ­Prüfer des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) in Berlin. Die Behörde wacht im Auftrag von Bund und Ländern mit der Unterstützung Hunderter von Sachverständigen über die Einhaltung zahlreicher Normen und Anforderungen, die jedes in Deutschland oder Europa verkaufte Bauprodukt erfüllen muss. Dass trotzdem nicht alles gut und vor ­allem nicht alles gesund ist, was auf dem Markt ist, das zeigen die Baustofftests von ÖKO-TEST und die Erfahrungen von Experten immer wieder.

Im Labor wird deutlich, dass manche Stoffe, die in der Natur vorkommen, nicht von vornherein für den Menschen verträglich sind. Oder dass die Hersteller technische Nachteile natür­licher Rohstoffe mit Rezepturen ausgleichen, die zumindest kritikwürdig sind. Auch bei den "Ökos" am und im Haus hilft daher nur genaues Hinschauen und ihre Verwendung an solchen Einsatz­orten, die den Fähigkeiten der Produkte entsprechen. Ein Blick in die Produkt­beschreibung, auf die - hoffentlich vollständige - Liste der Inhaltsstoffe und die Verarbeitungsricht­linien empfiehlt sich also, ganz gleich ob "Öko"- oder "Normalo"-Baustoff. Wir haben eine Auswahl von Problembereichen zusammengestellt, die Bauherren und Heimwerker im Blick haben sollten - am Beispiel von Produkten aus Holz sowie von Farben und Lasuren.

Beispiel: Konstruktionsmaterial Holz

Seine Energie- und CO2-Bilanz ist sehr gut, die konstruktiven Eigenschaften hervorragend und bearbeiten lässt es sich außerdem vorzüglich. Dadurch ist Holz die Nummer eins unter den erneuerbaren Baustoffen. Mit relativ guten Dämmwerten und seiner Vielfalt eignet es sich für zahlreiche Anwendungen vom Fußbodenbelag bis zum Wandbaumaterial.

Doch Holz ist nicht gleich Holz. Festigkeit und Dauerhaftigkeit sind nur zwei Merkmale, die es zu beachten gilt. Holz mag vor allem Feuchtigkeit auf Dauer gar nicht. Deshalb muss es durch die richtige Konstruktion geschützt werden. Aus Gesundheitsgründen verbietet sich ein chemischer Holzschutz, der im Innenraum auch völlig unnötig ist.

Ratgeber: Öko-Baustoffe
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Ratgeber Bauen 2015 Seite 32
Ratgeber Bauen 2015 Seite 33

10 Seiten
Seite 24 - 33 im Ratgeber Bauen 2015
vom 08.05.2015
Abrufpreis: 1,32 €

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Erschienen am 08.05.2015

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