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Ratgeber: Photovoltaikspeicher

Ratgeber Bauen 2015
vom 08.05.2015

Photovoltaikspeicher

Sonnenstrom auch nachts?

Batteriespeicher können den Eigenverbrauch von Solar­strom deutlich steigern. Doch vor allem die technisch überlegenen Lithium-Ionen-Akkus sind noch recht teuer, und es gibt wenig Praxiserfahrung mit dieser Technik.

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08.05.2015 | Die Experten sind sich einig: Die Solar­förderung ist mittler­weile so niedrig, dass es sich für neue Betreiber einer Photo­voltaikanlage kaum noch lohnt, den Solarstrom gegen Vergütung komplett ins öffentliche Netz einzuspeisen. Wirt­schaftlicher ist es, die Sonnenenergie direkt selbst zu ver­brauchen. Sie lässt sich bereits für rund zwölf Cent pro Kilowattstunde erzeugen, Standardstrom aus der Steckdose kostet dagegen etwa 22 Cent netto. Der ­Haken an der Geschichte: Wenn die Module abends keinen Solarstrom mehr produzieren, ist man doch wieder aufs Netz angewiesen. Ein Haushalt kann deshalb froh sein, wenn er einen Eigenverbrauchsanteil von 30 Prozent erreicht.

Gibt es keinen Ausweg, die Quote zu steigern? Doch. Wird ein Batteriespeicher an die Solar­anlage gekoppelt, lässt sich der Eigenverbrauch auf bis zu 60 Prozent erhöhen. Der Akku bewahrt dann den tagsüber gewonnenen Strom so lange auf, bis der Verbraucher ihn abruft. Immerhin besitzen schon mehr als 15.000 Haushalte in Deutschland einen solchen Speicher und koppeln sich so von tendenziell steigenden Strompreisen ab. Außerdem können die Geräte einen Beitrag zur Netzstabi­lität leisten. Solarstrom schwankt und drängt vor allem mittags in die Netze, was an klaren Sommertagen zu gefährlichen Spannungshüben führen kann. Speicher können diese Mittagsspitzen abfedern.

Doch welche Technik ist geeignet? Es gibt Batterien auf Basis von Blei, Nickel-­Metall-Hydrid oder einer Vielfalt unterschied­licher Lithiumverbindungen. Inzwischen bieten viele Firmen kombinierte Systeme aus Solarmodulen und Batteriespeichern an. Meist setzen sie auf Lithium-Ionen-Akkus, da sie leistungs­stärker sind und eine höhere Lebensdauer als alle anderen markt­üblichen Batterien haben. Die Hersteller versprechen, dass Lithium-Ionen-Akkus 5.000- bis 7.000-mal vollständig be- und entladen werden können, ehe die Kapazität unter das kritische Maß von 80 Prozent des Neuzustands sinkt. Blei­akkus bringen es dagegen im besten Fall auf 3.000 Vollzyklen. Die Hersteller­angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen: Bei der jungen Lithiumtechnik basieren die Angaben zur Lebensdauer oft nur auf Simulationen. In Langzeittests zeigen ­Akkus zum Teil große Unter­schiede im Betriebs- und Alte­rungs­verhalten.

Unter dem Strich gilt jedoch, dass Lithium-­Ionen-Speicher anderen Techniken überlegen sind. Dafür haben die Geräte ihren Preis: Ein Speicher mit fünf Kilowattstunden Kapazität kostet rund 5.000 Euro und passt am besten zur typischen Einfamilienhaus-Solaranlage. Allerdings zeigen Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg, dass die in Lithium-Ionen-Akkus gespeicherte Kilo­wattstunde Solarstrom gegenwärtig etwas über 30 Cent kostet - wovon die reinen Speicherkosten rund 20 Cent ausmachen. Damit liegt man noch über dem derzeit gültigen Bruttopreis für Haushaltsstrom. Trotz Förderung rechnen sich deshalb bisher nur die wenigsten Solarspeicher, und Anwender müs­sen sich vorerst damit zufrieden­

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