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17 Gartenhandschuhe im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

Gartenhandschuhe

Zum Bäume ausreißen

Wo im Garten gebuddelt wird, sind sie meist mit von der Partie: Gartenhandschuhe schützen nicht nur vor Dreck, sondern auch vor Schwielen und Blasen und lassen Glitschiges griffig packen. Doch leider haben wir schlechte Nachrichten: Bis auf ein Exemplar strotzen die untersuchten Helferlein vor Schadstoffen.

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10.10.2014 | Gartenhandschuhe sind letztlich nichts anderes als Arbeitshandschuhe. Oft sind es dünne Textilien, die immerhin verhindern, dass man über Gebühr schwitzt, und deren Noppen auf der Handinnenseite einen gewissen Halt geben. Statt der Noppen ist diese Seite oft auch mit einer Kunststoffschicht beschichtet, sodass die Zupackseite nicht feucht und auch nicht ganz so leicht durchstochen wird. Vor allem dickes Leder ist in dieser Hinsicht recht robust.

Neben den üblichen Nullachtfünfzehn-Gartenhandschuhen finden sich Spezialprodukte, zum Beispiel solche mit langen Stulpen, die auch die Handgelenke und Unterarme schützen - zur Pflege von Rosen und Sträuchern; oder wasserdichte Handschuhe für das Arbeiten im Teich.

Arbeitshandschuhe waren in vergangenen Tests immer stark mit Schadstoffen belastet, Materialien wie Kunststoffe und Leder sind bekanntermaßen nicht unproblematisch. In Produktion und Ausrüstung lauern etliche Schadstoffquellen. Wir kauften 17 Paar Gartenhandschuhe für normale Einsatzzwecke ein und ließen untersuchen, inwieweit sie belastet sind.

Das Testergebnis

Die Gartenhandschuhe entpuppten sich als wahre Schadstoffschleudern, rund zwei Drittel schneiden mit "ungenügend" ab. Lediglich die Gardol Gartenhandschuhe aus dem Bauhaus-Baumarkt waren "gut", das Modell der Marke Dehner noch "befriedigend".

Unrühmliches Schlusslicht mit den meisten Minuspunkten ist der recht teure Fiskars Garten Arbeitshandschuh. Er enthält neben etlichen anderen Schadstoffen den im Tierversuch krebserregenden Farbbestandteil Anilin, sowie die Kontaktallergene Dispers Orange 3, Gelb 3 und Rot 3. Dispers Gelb 3 ist zudem krebsverdächtig. Anilin wurde auch in den Ox-On Garden Fun und den Wolf Schutzhandschuhen nachgewiesen.

Die gute Nachricht ist, dass in zwei der drei Lederhandschuhe wohl umweltschädliches Chrom, das zur Gerbung verwendet wird, nachgewiesen wurde, aber keine Rückstände der besonders problematischen Chrom-VI-Variante. Ohne Chrom gegerbt ist erfreulicherweise - wie ausgelobt - der Rostaing Eco Concept Capri, allerdings fand das beauftragte Labor darin mittelkettige Chlorparaffine. Leider erreicht auch der Öko-Handschuh nur ein "mangelhaftes" Gesamturteil, obwohl er deutlich weniger belastet ist als die anderen Lederhandschuhe.

In allen Gartenhandschuhen wurden polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nachgewiesen, nur in drei Modellen waren die Gehalte so gering, dass wir nicht abwerten. In mehreren Produkten steckt jedoch auch die krebserregende PAK-Verbindung Chrysen, die ab Ende 2015 beschränkt wird, allerdings noch unter dem künftigen Schwellenwert. Die höchste PAK-Belastung wiesen die Meister Schutzhandschuhe auf.

Nur noch in vier Handschuhen wurden beachtliche Mengen an Phthalat-Weichmachern gefunden, die als fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind und im Zuge der Europäischen Chemiekalienverordnung REACH auf der Liste der besonders besorgniserregenden Substanzen stehen. Ab Anfang 2015 dürfen sie nur noch mit beson

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So haben wir getestet

Der Einkauf
17 Gartenhandschuhe aus unterschiedlichen Materialien, meist Textilien mit Beschichtungen oder Noppen aus Kunststoff oder Latex, aber auch einige Ledervarianten. Alles Allrounder für die durchschnittlichen Arbeiten im Garten. Eingekauft wurde in Bau- und Gartenmärkten sowie in einem Bio-Gartenversand.

Die Inhaltsstoffe
In Kunststoffen und Leder können viele Schadstoffe stecken: Weichmacher wie die hormonell wirkenden Phthalate, außerdem polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), von denen etliche krebserregend sind, oder Farbstoffbestandteile, die Allergien auslösen oder gar unter Krebsverdacht stehen. Letzteres betrifft natürlich auch Textilien. In Leder kann durch das Gerben mit umweltbelastendem Chrom das problematische Kontaktallergen Chrom VI zurückbleiben, zudem werden häufig sensibilisierende Konservierungsmittel wie Chlorkresole, Formaldehyd und Isothiazolinone eingesetzt sowie Chlorparaffine als Fettungsmittel. Auch einige der Chlorparaffine sind krebserregend. Und selbst in natürlichen Stoffen wie Latex können allergieauslösende Stoffe stecken. Auf all diese gesundheitlich bedenklichen oder umstrittenen Stoffe ließen wir die Gartenhandschuhe untersuchen.

Die Bewertung
Besonders kritisch sehen wir Stoffe, die Krebs erzeugen können oder unter Krebsverdacht stehen. Produkte mit diesen Inhaltsstoffen können nicht besser als mit "mangelhaft" abschneiden, häufig kommen jedoch weitere Minuspunkte für sensibilisierende oder auch umweltbelastende Inhaltsstoffe hinzu.

So haben wir getestet

Die Noppen bestehen in der Regel aus Kunststoffen, die Weichmacher, PAK und teilweise noch andere Schadstoffe enthalten.

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Bestellnr.: J1410
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