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Jahrbuch für 2015
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Kinderfahrradanhänger

Das ist gewagt

Fahrradanhänger gelten als relativ sicheres Transportmittel. Allerdings gibt es große Qualitätsunterschiede. Drei von acht Modellen im Test versagten in der Sicherheitsprüfung.

1937 | 47

10.10.2014 | Ein Fahrradanhänger bietet zahlreiche Vorteile im Vergleich zum Fahrradsitz: ein stabileres Fahrverhalten, Stauraum für Gepäck; dazu werden die kleinen Passagiere besser vor Wind und Wetter geschützt. Bei einem leichten Unfall fallen sie nicht tief und sind im Innenraum sicherer aufgehoben - sofern die Kinder angeschnallt sind und Helme tragen. Und vorausgesetzt, dass der Anhänger wichtige Sicherheitseigenschaften aufweist.

Doch es gibt noch etwas anderes, das zum Risiko für die Kleinen und ihre Eltern werden kann: Schadstoffe in Polstern, Sichtfenstern und Schiebegriffen. Auch hier interessierte uns nach den durchwachsenen Ergebnissen aus dem zurückliegenden Test, welche Hersteller ihre Produkte verbessert haben. Wir schickten acht der gängigsten Doppelsitzermodelle zu einem umfangreichen Praxistest, außerdem ließen wir die Materialien gründlich auf Schadstoffe untersuchen.

Das Testergebnis

Einige Hersteller haben viel dazugelernt, andere weniger: In drei Fahrradanhängern sind Kinder weitgehend sicher aufgehoben.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Getestet wurden die klassischen Zweisitzer. Darin finden zwei kleine Passagiere Platz oder auch nur ein Passagier mit viel Gepäck. Eingekauft wurde jeweils das Basismodell ohne Zusatzausstattung.

Die Inhaltsstoffe
Im Schadstofftest waren die Sitz- und Gurtpolster, die Sichtfenster und Griffe. In flexiblen Kunststoffteilen und in Textilbeschichtungen können Weichmacher enthalten sein und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Die Polster wurden auf problematische Farbstoffbestandteile wie aromatische Amine oder halogenorganische Verbindungen untersucht. Nonylphenolethoxylate sind zum Beispiel als Tensid in Waschmitteln enthalten, die viele Textilfabriken in Asien noch nutzen - sie stellen vor allem ein Umweltproblem dar. Außerdem wurden alle Produkte auf giftige Schwermetalle gecheckt.

Die Praxisprüfung
Experten beurteilten Ausstattung, Anleitung, Montage sowie wichtige Aspekte im Kindbereich wie gefährliche Ecken und Kanten oder die Sicherheit der Gurte. Hinzu kamen die Belastungstests: Auf dem Rollenprüfstand fuhren die Anhänger leicht überladen über eine Rüttelpiste. Anschließend wurden sie an der Deichselverbindung gedrückt und gezogen, um Beschleunigungs- und Bremsvorgänge zu simulieren. Zudem ließen wir die Modelle in Schräglage bringen (siehe oberes Foto), auf den Kopf stellen und seitlich "rammen". Basis bildete die Sicherheitsnorm EN 15918 (Stand: 4/2013). Wo es sinnvoll war, wurden die Kriterien ergänzt oder eigene Anforderungen formuliert.

Die Bewertung
Die Sicherheit beim Fahren steht bei einem Kinderanhänger an erster Stelle. Deshalb wurde dieser Aspekt am stärksten bewertet. Dabei spielte es für uns keine Rolle, ob die Modelle zu einem Zeitpunkt gefertigt wurden, als die neue Sicherheitsnorm bereits gültig war oder davor. Normkriterien sind in Fachkreisen lange vor deren Veröffentlichung bekannt. Es bleibt den Herstellern überlassen, diese frühzeitig umzusetzen.

So haben wir getestet

Hängenbleiber: Beim Monz ist die Ablenkvorrichtung (schräge Kante) vor dem Rad zu kurz .....

So haben wir getestet

...... sodass man leicht an einem Pfosten hängen bleiben kann.

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