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22 Gesichtspeelings im Test

Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014

22 Gesichtspeelings im Test

(P)last minute

Peelings sollen dem Gesicht guttun, doch sie stehen auch im Verdacht, die Umwelt schwer zu belasten. Denn: Für Gesichtspeelings verwenden die Hersteller Mikroplastik. Von den 22 untersuchten Marken enthalten 13 Plastikteilchen.

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10.10.2014 | Life in Plastic, its fantastic" heißt es in dem einfach gestrickten Song Barbie Girl aus den 90ern. Nein, liebe Popproduzenten, Life in Plastik ist nicht fantastisch, sondern ein Problem - auch in Kosmetikprodukten. Eine Tatsache, die unsere Leser beschäftigt, wie zahlreiche Zuschriften und Anrufe aus den vergangenen Monaten zeigen.

Die Industrie setzt Mikroplastik wie Polyethylen als Reibekörper vor allem in Peelings ein, wir haben es auch schon in Zahnpasta, Duschgel und Make-up gefunden. Bei Mikroplastik unterscheidet man zwischen Partikeln bis zu fünf Millimeter und kleineren bis zu einem Millimeter. In Kosmetika sind zum Teil Partikel in einer Größe von 120 bis 150 Mikrometern zu finden, manchmal noch kleiner. Zum Vergleich: Ein Millimeter hat 1.000 Mikrometer.

In Peelings sollen die synthetischen Kügelchen abgestorbene Hautschüppchen wegrubbeln und die Haut weicher werden lassen. Das Mikroplastik dringt dabei nicht durch die Haut, es ist also in diesem Sinne nicht schädlich für den Körper. Trotzdem steht die Industrie in der Kritik. Denn Mikroplastik verschmutzt unsere Umwelt. Es ist nicht recycelbar und zersetzt sich so gut wie gar nicht. "Die meisten Plastiksorten brauchen mehr als 100 Jahre, um abgebaut zu werden. Es kann also sein, dass das Plastik, das wir heute finden, schon seit 1950 in der Umwelt ist", erklärt Professor Christian Laforsch von der Universität Bayreuth.

Zuerst lag das Augenmerk der Wissenschaft auf den Meeren. Hier wurde Mikroplastik zum Beispiel im Wattenmeer nachgewiesen. Hat Mikroplastik erst einmal seinen Weg in die Meere gefunden, kann man es nicht mehr "herausfischen". Mikroplastik findet man auch andernorts in der Umwelt, zum Beispiel in Flüssen und in Seen. Inzwischen konnte eine Gruppe von Wissenschaftlern um Laforsch am Ufer des Gardasees eine Belastung belegen, die vergleichbar ist mit mittelschwer verschmutzten marinen Stränden. Nachgewiesen wurden vor allem Polystyrene und Polyethylene.

Kunststoffpartikel sind in der Lage, krebsauslösende und erbgutverändernde Schadstoffe aufzunehmen. Dabei spielt ihre Oberfläche eine zentrale Rolle. Pro Gewichtseinheit kommt man bei Mikroplastik logischerweise auf mehr Teile als bei größeren Plastikstücken. Und je mehr (kleine) Teile es pro Gewichtseinheit gibt, desto größer ist die Oberfläche. Hier ist eine Vermutung, dass kleine Teilchen, wie sie in Kosmetika vorkommen, eine höhere Konzentration an Schadstoffen aufweisen könnten als größere Plastikteile.

Letztlich können diese Schadstoffe dann auf unserem Teller landen. Kunststoffe wie Polyethylen haben eine geringe Dichte, deshalb treiben sie eher an der Meeresoberfläche. Aufgrund der geringen Größe ein gefundenes Fressen für Plankton. Im pazifischen Müllstrudel kommen auf eines der Kleinstorganismen sechs Teilchen. Damit ist Mikroplastik in der Nahrungskette angekommen. Man hat es schon in Krustentieren und Fischen gefunden. In den vergangenen Monaten machten auch Funde in Honig, Milch und Bier Schlagzeilen


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22 Gesichtspeelings im Test
Jahrbuch für 2015 Seite 178
Jahrbuch für 2015 Seite 179
Jahrbuch für 2015 Seite 180
Jahrbuch für 2015 Seite 181
Jahrbuch für 2015 Seite 182
Jahrbuch für 2015 Seite 183

6 Seiten
Seite 178 - 183 im Jahrbuch für 2015
vom 10.10.2014
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Uns haben zahlreiche Nachfragen von Lesern zu Mikroplastik in Kosmetika erreicht. Anlass für uns, Gesichtspeelings unter die Lupe zu nehmen. 22 Produkte hat ÖKO-TEST eingekauft - in Discountern, Drogeriemärkten, Apotheken und Parfümerien. Darunter vier Naturkosmetikprodukte. Die meisten sind für normale und/oder Mischhaut gedacht.

Die Inhaltsstoffe
Die Peelings haben wir von Laboren analysieren lassen. Werden kritische Konservierungsmittel eingesetzt? Stecken in den Produkten PEG/PEG-Derivate, die die Haut durchlässiger machen für körperfremde Stoffe? Außerdem haben wir aufwendige Duftstoffanalysen in Auftrag gegeben.

Die weiteren Mängel
Stecken die Produkte in einem unnötigen Umkarton? Steckt Mikroplastik in den Produkten oder verwenden die Hersteller pflanzliche beziehungsweise mineralische Peelstoffe?

Die Bewertung
Wir bewerten nur Peelings mit "sehr gut", an denen wir nichts auszusetzen haben. Wie gut die Produkte peelen und ob sich das Hautbild danach wirklich verfeinert oder nicht, haben wir nicht überprüft: Das Ergebnis hängt viel zu sehr vom individuellen Hauttyp, der Anwendungshäufigkeit und vom erwünschten Effekt ab. Ein alles über einen Kamm scherender Vergleich wäre nicht nützlich.

So haben wir getestet

Mikroplastik in Kosmetik ist oft so klein, dass es mit dem Auge nicht mehr erkennbar ist. Manche Peelings haben jedoch sichtbare Kügelchen.

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