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Jahrbuch für 2015
vom

Öle, hochwertige

Enttäuschend

Traubenkernöl, Arganöl, Lein- oder Kürbiskernöl gelten als edel, naturbelassen und gesund. Zu Recht?, wollten wir wissen. Das Ergebnis ist ernüchternd.

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10.10.2014 | In jüngster Zeit stehen Öle mit Feinschmeckerqualitäten hoch im Kurs. Wir haben 20 dieser hochwertigen Öle eingekauft und einer umfangreichen Prüfung unterzogen. Gecheckt wurden Schadstoffe, die Ölqualität sowie die geschmacklichen Eigenschaften.

Das Testergebnis

Weichmacher, PAK und Mineralöl - das führte bei fast allen Ölen zu mehr oder weniger satten Abzügen. Insgesamt fällt knapp die Hälfte mit einem "mangelhaft" oder "ungenügend" durch.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Im Test: 20 hochwertige Öle der Sorten Argan, Kürbiskern, Leinsaat, Walnuss und Traubenkern. Die Öle sollten kaltgepresst sein - wir achteten daher auf entsprechende Hinweise auf den Produkten. In den Test aufgenommen wurden nur Öle von Markenherstellern, darunter zwölf Bio-Produkte.

Die Inhaltsstoffe
Im Fokus der Untersuchungen standen Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), aber auch neuere Parameter wie Mineralöl. Dass Öle mit Mineralöl verunreinigt sein können, weiß man seit dem Fall eines gepanschten ukrainischen Sonnenblumenöls aus dem Jahr 2008. Zum Testprogramm gehörten weiterhin Pestizidanalysen, zumal in Kürbiskernöl Rückstände von Altlasten-Pestiziden wie Hexachlorbenzol (HCB) auftreten können. Kaltgepresst oder erhitzt? Authentisch oder gepanscht? Das prüften wir anhand der Leitsätze für Speisefette und Speiseöle. Kürbiskernöl wurde zudem auf die Herkunft der Kürbiskerne geprüft.

Die Sensorik
Weil der Geschmack bei diesen Ölen besonders wichtig ist, ließen wir die Proben von fünf ausgebildeten und erfahrenen Testern verkosten. Sie beurteilten das Vorkommen und die Intensität arteigener Merkmale sowie abweichender und störender Fehltöne. Der sensorische Gesamteindruck fasst diese Beurteilungen zusammen.

Die Weiteren Mängel
Hier prüften wir vor allem die Stimmigkeit der Laboranalysen mit den Angaben auf dem Etikett. Dazu gehörte der Abgleich mit den Orientierungswerten des Bundesverbandes Naturkost Naturwaren (BNN) für Bio-Produkte.

Die Bewertung
Klar ist: Wenn ein Öl mit Rückständen über den gesetzlichen Grenzwerten (direkt oder auf die entsprechenden Saaten bezogen) belastet ist, dann lautet das Urteil "ungenügend". Für Weichmacher und Mineralöl sind keine Höchstgehalte in Lebensmitteln geregelt. Teilweise existieren aber Migrationsgrenzwerte, die festlegen, wie viel aus Kunststoffen oder Verpackungen übergehen darf. Daran haben wir uns bei der Bewertung - soweit möglich - orientiert. Der Sensorik kommt im Vergleich zu den Schadstoffbelastungen eine untergeordnete Bedeutung zu - dieses Ergebnis geht nur zu 40 Prozent in die Gesamtbewertung ein. Bei einigen Bio-Ölen führte die fehlende Übereinstimmung mit Bio-Kriterien zu weiteren Abzügen.

So haben wir getestet

Die Geschmacksprüfer beurteilten die Öle mit Hilfe spezieller Verkostungsbögen auf positive und negative Merkmale.

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Bestellnummer: J1410
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