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9 Kinderfahrräder im Test

Rad ab?

ÖKO-TEST Mai 2009 | Kategorie: Kinder und Familie | 24.04.2009

9 Kinderfahrräder im Test

Kinderspielräder können ein prima Einstieg ins Fahrradfahren sein. Doch im Test haben fast alle Modelle versagt. Immerhin gibt es eine "gute" Alternative.

Die im Heft angekündigten Testergebnisse für das Falter-Rad von Bico und den Prozessbericht finden Sie am Ende des Tests.

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Die im Heft angekündigten Testergebnisse für das Falter-Rad von Bico und den Prozessbericht finden Sie am Ende des Tests.

Kinder wollen die Umgebung erkunden. Selbst in die Pedale zu treten, bedeutet - nach dem Laufen lernen - den zweiten Schritt in die Welt der Erwachsenen. So vergrößern sie ihren Aktionsradius und tun gleichzeitig etwas für ihre Intelligenz. Wissenschaftler sind sich einig, dass Kinder, die sich bewegen, besser lernen. Radfahren stärkt die Sinne und hilft, Selbstbewusstsein zu entwickeln. Schon Dreijährige können mit dem Laufrad richtig Gas geben. Ist der Gleichgewichtssinn dann ausreichend geschult, wird es Zeit für das erste Spielrad - das sind Fahrräder mit Zwölf- bis 18-Zoll-Rädern, die im Vorschulalter benutzt werden und nicht für den Straßenverkehr zugelassen sind.

Das Geld für einen guten fahrbaren Untersatz ist also bestens investiert. Doch gerade an Kinderspielrädern wird gerne gespart, sowohl beim Kauf als auch in der Herstellung. "Weil sie so klein sind, meinen viele Kunden, sie müssten auch einen kleinen Preis haben", sagt André Gläser, Technikreferent beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC), "manche Eltern sehen beim Kauf nur das rasante Wachstum ihres Kindes und den finanziellen Aufwand". Dabei handelt es sich bei Spielrädern um vollwertige Räder. Im Vergleich zum Erwachsenenrad fehlen nur wenige Komponenten, etwa die Gangschaltung und eine aktive Beleuchtung.

Weiteres Problem: Am Kinderrad kann der Handel nicht viel verdienen. Die Margen sind gering und der Anteil am Fahrradgesamtmarkt mit drei Prozent relativ unbedeutend. Deshalb konzentrieren sich große Hersteller viel lieber aufs Kerngeschäft, auf die Räder für Erwachsene. Mindestens 200 Euro müsste ein gutes Kinderrad laut ADFC kosten. "Ein Preis, den der Markt einfach nicht hergibt", heißt es vom Markenhersteller Giant. Konkurrent Hercules teilte uns mit, dass er mit Kinderspielrädern nicht mehr den gewünschten Absatz erzielen konnte. Beide wollen sich aus dem Segment der "Unter-20-Zöller" vorerst zurückziehen.

"Kinderräder sind Nischenprodukte", bestätigt auch ADFC-Experte Gläser. Vor allem Vertriebe und Importeure, teilweise branchenfremd, sehen darin ihre Chance. "Sie konzentrieren sich auf kleinere Artikel wie Roller oder Spielräder, deren Teile dann billig zusammengekauft und für 100 Euro oder weniger im Discounter verscherbelt werden."

Die meisten Einkäufer und Importeure haben von Kinderrädern und Technik keine Ahnung

Hergestellt werden die Räder in der Regel in Asien. Dort lässt sich am besten an Lohnkosten sparen. Fahrradsachverständiger Ernst Brust kennt die Situation vor Ort: "Das Problem sind aber nicht die Produzenten", sagt er, "die verstehen ihr Handwerk." Von den Einkäufern und Importeuren könne man dies jedoch leider nicht behaupten. "Die meisten haben von Technik keine Ahnung", weiß Brust. "Sie stellen Räder ohne Sinn und Verstand zusammen. Das Ergebnis sind geschrumpfte Erwachsenenräder, deren Abmessungen für Kinder gar nicht geeignet sind."

Beim Fachhändler sollte man solche Ware eigentlich nicht bekommen. Aber auch dort ist laut ADFC "eine ausführliche Beratung zu empfehlen". Vor dem Kauf könne es etwa hilfreich sein, den Händler nach dem Hersteller des Rades zu fragen. Wenn dieser dann antworte, "da muss ich erst mal meinen Importeur fragen", sei dies kein gutes Zeichen.

Dass es auch anders geht, beweist die Puky GmbH im nordrhein-westfälischen Wülfrath, ein Exot in der Fahrradbranche, der sich ausschließlich mit der Mobilität von Kindern beschäftigt. Die Räder werden zu 90 Prozent in Deutschland gefertigt. Nur Alurahmen und Kunststoffteile kauft Puky ein. Bevor ein Modell in die Produktion geht, wird ausgiebig getestet. Puky-Kinderräder müssen sich schon mal mit über 100 Kilo Last während 5.000 simulierten Fahrkilometern beweisen. Ein Engagement, das sich bezahlt macht: "2008 hatten wir Zuwächse", bilanziert Verkaufsleiter Jens Liebs, "ganz besonders, was Spielräder betrifft".

In der Praxis müssen Spielräder oft einiges aushalten: Kinder lassen das Rad einfach fallen, fahren über Bordsteine und gegen Wände. ÖKO-TEST wollte wissen, ob die Räder diesen Herausforderungen gewachsen sind und hat neun Modelle namhafter Anbieter einer umfangreichen Belastungsprüfung unterzogen. Im Schadstofftest ließen wir Lenkergriffe, Sitz und Aufprallschutz durchchecken.

Das Testergebnis

Einhelliges Urteil der Praxistester: "Überwiegend sind die Räder lieblos und billig produzierte Massenware, viele Details sind nicht kindgerecht." Schärfere Sicherheitsnormen seien unbedingt notwendig. Nur ein "gutes" Modell können wir empfehlen. In der Schadstoffprüfung kommt es noch schlimmer: Alle Räder fallen mit "ungenügend" durch.

Die gravierenden Mängel beweisen: Schärfere Sicherheitsnormen müssen unbedingt her

Laut neuer DIN-EN-Sicherheitsnorm ist für Kinderräder keine Komplettprüfung auf dem Rollenprüfstand mehr vorgesehen. Der ADFC kritisiert dies, "weil sich so Wechselwirkungen der Bauteile untereinander nicht feststellen lassen". Da passt es ins Bild, dass in unserer Untersuchung bereits nach acht Testkilometern ein Rahmen brach. Auf dem Rollenprüfstand beluden wir die Räder mit 100 Kilo, verteilt an den fünf Kontaktpunkten des Kindes (2 x Lenker, 2 x Pedale, 1 x Sattel) sowie am Gepäckträger (siehe " So haben wir getestet "). Einige Hersteller kritisierten dies, unter anderem weil die Räder nur für 60 Kilogramm Gesamtgewicht zugelassen sind und weil solche Belastungen im normalen Gebrauch nicht entstehen würden. Aus unserer Sicht reicht es aber nicht, wenn ein Kinderrad nur minimalsten Anforderungen genügt. Wir wollten wissen, ob es auch bei anspruchsvoller Verwendung und nahe liegendem Fehlgebrauch betriebsfest ist: Fahren über "Stock und Stein" und gegen Hindernisse, Überladung durch ein zweites Kind oder durch Erwachsene (zum Spaß). Dazu unser Tester Ernst Brust: "Die Vorschäden, die durch Überlastung verursacht werden, können so stark sein, dass es später auch bei bestimmungsgemäßer Verwendung zum Bauteileversagen kommt." Keine Frage, dass wir dies in der Testmethode berücksichtigen mussten.

Auch in puncto Bremsen gab es Defizite: Teilweise sind nicht kindgerechte Felgenbremsen (V-Breaks) verbaut, die äußerst aggressiv zupacken. In drei Fällen kann beim Bremsen das Vorderrad blockieren und das Kind zu Fall bringen. Immerhin: Alle Räder sind frei von scharfen Kanten. Zudem haben die Testmodelle große Verstellbereiche, können also mit ihren kleinen Fahrern "mit wachsen".

Die Mängelliste in den Teilprüfungen Stabilität und Montagequalität ist lang: Bei zwei Dritteln der Räder war der Prallschutz am Lenkergriff nach dem Falltest durchgestoßen. Da Kinder bei einem Sturz häufig mit dem Körper auf den Lenker fallen, vergrößert dies die Gefahr, dass sie sich verletzen. Beim Janosch Tigerenten-Rad fehlt die Ausfallsicherung des Vorderrades am Gabelende, was zu schweren Unfällen führen kann, falls die "Achsschrauben" nicht richtig verschlossen sind. Ohne Fehl und Tadel dagegen das im Testergebnis Praxis "sehr gute" Puky ZL 18. Qualitätsunterschiede gibt es auch bei der Benutzerinfo. Giant, Specialized und Hercules erwähnen das Kinderrad kaum oder gar nicht, stattdessen bieten sie Erläuterungen für Kettenschaltungen, Schnellspanner oder Federgabel an, die gar nicht montiert sind.

Alle Hersteller verwenden Weichmacher, unter anderem um die Lenkergriffe geschmeidiger zu machen. Mit Ausnahme des Puky ZL 18, das lediglich erhöhte Werte aufweist, stecken in den anderen Marken sogar mehr als 0,1 Prozent der in Spielzeug und Babyartikeln reglementierten Phthalatweichmacher DEHP oder DINP. Obwohl sich Phthalate negativ auf das Hormonsystem auswirken, Leber und Nieren schädigen können, dürfen die belasteten Spielräder verkauft werden - im Gegensatz zu Laufrädern fallen sie nicht mehr unter die Kategorie Spielzeug. Kürzlich fand auch das chemische Untersuchungsamt Stuttgart bedenkliche Phthalate in Kinderuhren und kam zu dem Fazit, "dass viele Hersteller ohne rechtlich bindende Vorschriften nicht bereit sind, auf den Einsatz der billigeren, aber gesundheitlich bedenklichen Phthalatweichmacher zu verzichten". Dem können wir uns nur anschließen.

Auch problematische Mengen von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) fanden sich in allen, erhöhte beziehungsweise stark erhöhte Werte der zinnorganischen Verbindungen DBT oder TBT in vier Produkten.

Fast alle Spielräder enthalten mehr bedenkliche Weichmacher, als in Spielzeug erlaubt ist

Obwohl sie GS-Zeichen des TÜV tragen, schneiden das Janosch Tigerenten-Rad und das Böttcher Fahrrad schlecht ab. Dies zeigt: "Geprüfte Sicherheit" muss kein Qualitätsmerkmal sein. Rechtliche Grundlage zur Vergabe ist das Europäische Geräte- und Produktsicherheitsgesetz. Es fordert, dass verwendungsfertige Gebrauchsgegenstände sicher sein müssen, legt aber keine Einzelheiten fest. Wie streng geprüft wurde, hängt stark vom jeweiligen Prüfinstitut ab. Zum Glück soll sich dies bald ändern: Laut ADFC arbeiten Experten unter Leitung der Zentralstelle der Länder für Sicherheitstechnik an geeigneten Anforderungen und Prüfungen.

So reagierten die Hersteller

Die Firma Hercules zeigte sich erstaunt über die Ergebnisse: "Nach Ihrer Benachrichtigung haben wir uns sofort mit unserem Produktionspartner in Verbindung gesetzt. Wir haben ihn besonders auf die gefundenen Inhaltsstoffe hingewiesen und um eine werksseitige Prüfung gebeten." Momentan sei der Verkauf der Reststückzahlen eingefroren. Im aktuellen Modelljahr befinden sich die Räder nicht mehr im Programm.

Giant teilte uns mit, dass der Vertrieb bereits im August 2008 eingestellt wurde, unter anderem wegen der Schadstoffe.

Checkliste für den Fahrradkauf

möglichst geschlossener Kettenschutzkasten

Abdeckungen für hervorstehende Schraubengewinde und scharfe Kanten

rutschsichere Pedale

Gesamtgewicht maximal zehn Kilogramm

Reifen mit leichtem Profil (keine Stollen),

Rücktrittbremse und kindgerechte Vorderradbremse (Cantilever-Bremse, keine V-Breaks)

Reflektorstreifen auf den Rädern sowie Reflektoren an Front, Heck und Pedalen

Sicherheitsgriffe mit Prallschutz

Fahrradständer mit verdicktem Ende (nicht abgebildet)

Klingelknopf aus Weichkunststoff, der nicht zersplittert

ein stabiler Gepäckträger mit einer Traglast von mindestens 25 Kilogramm Kindgerechte Geometrie, das heißt:

niedriger Rahmendurchstieg

Sattel ist so einstellbar, dass beide Fußsohlen bis zum Boden reichen Lenkerhöhe kann deutlich höher als die Sitzhöhe eingestellt werden, sodass das Kind aufrecht sitzt

Lenkerbreite entspricht in etwa der Schulterbreite des Kindes

Bremshebel ist nah am Lenker und mit geringem Kraftaufwand zubetätigen

Gut geschmiert hält länger

1. Kinderspielräder werden stark beansprucht und sollten regelmäßig kontrolliert werden. Grundsätzlich empfiehlt sich für Einsteiger zusätzlich einmal pro Jahr der Gang in eine qualifizierte Werkstatt. Nur so hat man im Falle des Falles Ansprüche gegen den Hersteller.

2. Bevor es an einen Sicherheitscheck geht, das Rad gründlich reinigen.

3. Bremsen überprüfen - wenn sich der Bremshebel zu leicht bewegen und bis an den Lenker ziehen lässt, sollte er nachjustiert werden.

4. Lose Schrauben vorsichtig nachziehen und scharfkantige Teile abmontieren, ersetzen oder abkleben.

5. Eingerissenen Lenkergriff oder Prallschutz austauschen.

6. Position des Sattels überprüfen - wenn das Kind im Sitzen mit beiden Füßen auf dem Boden stehen kann, hat er die richtige Höhe.

7. kette mit einem feinen Tuch gut säubern und mit einem Kettenspray, -fließfett oder Öl behandeln, danach überschüssige Schmiere mit einem fusselfreien Tuch entfernen.

8. Bei Lackschäden Rost mit Schleifpapier abschmirgeln, Rostschutzmittel aufbringen, mit einem Lackstift ausbessern und eventuell mit Klarlack versiegeln.

9. Die Reifen sind ausreichend aufgepumpt, wenn sie bei einem festen Fingerdruck noch nachgeben.

10.Sind Lenker, Gabel, Speichen oder Felgen stark verformt, sollten unbedingt ein Fachhändler aufgesucht und die defekten Teile ausgetauscht werden.

Testergebnisse Falter-Rad und Prozessbericht

Produkt: Falter Kinderrad, 16 Zoll

Anbieter: Bico

Preis pro Stück in Euro: 149,00

Gewicht in Kilogramm: 9,8

Rahmenwerkstoff: Aluminum

Prüfzeichen: CE

Sattelhöhe min./max. in Millimetern: 520- 605

Benutzerinformation: befriedigend

Außenkonturen: in Ordnung

Montagequalität: gut, ein leichter Mangel

Handhabung: gut

Bremsen: sehr gut

Stabilität: gut

Rollenprüfstand: ungenügend, Bruch des Hinterbaus am Tretlager nach 20 Kilometern

Testergebnis Praxisprüfung (70 Prozent): ungenügend (6,0)

Gesetzlich reglementierte Phthalate: ja, u.a. mehr als 0,1% DEHP

Weitere Weichmacher: DEHA

Dibutylzinn (DBT): erhöht

Tributylzinn (TBT): Spuren

Andere zinnorganische Verbindungen: Spuren

Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK): stark erhöht

PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe: ja

Testergebnis Schadstoffprüfung (30 %): ungenügend

Gesamturteil: ungenügend

Nachdem ÖKO-TEST Bico die Testergebnisse mitgeteilt hatte, beantragte die Firma den Erlass einer einstweiligen Verfügung. Daraufhin kam es zu einer Verhandlung vor dem Landgericht Bielefeld, an der unter anderem zwei von Bico beauftragte Fahrradsachverständige sowie Ernst Brust von der Firma Velotech teilnahmen. Velotech hatte den Test für ÖKO-TEST durchgeführt. Alle drei sind vereidigte Fahrradsachverständige, Brust ist stellvertretender Obmann im Normenausschuss, seine Firma als offizielle GS-Prüfstelle akkreditiert. In der Verhandlung ging es um die Frage, ob die Untersuchungsmethode, die Brust angewendet hat, indiskutabel ist (dann müsste das Gericht die einstweilige Verfügung erlassen), oder nicht.

Die ÖKO-TEST Untersuchungsmethode entspricht nicht der geltenden DIN-Norm. Zum einen sieht die geltende Norm - anders als die frühere DIN-Norm - keine Prüfung des gesamten Fahrrads auf dem Rollenprüfstand mehr vor. Allein wegen der Prüfung auf dem Rollenprüfstand sei der Tests indiskutabel, meinte einer der Bico-Sachverständigen. Der andere hätte den Rollenprüfstand möglicherweise akzeptiert, nicht aber die konkrete Testanordnung. Denn Brust hatte die Fahrräder im Test zudem noch mit höheren Gewichten beladen als in der alten, nicht mehr gültigen Norm, vorgesehen. Die von Brust verwendete Zuladung von 100 kg sei schlicht indiskutabel, besonders in Zusammenhang mit der ohnehin schon besonders harten Prüfung auf dem Rollenprüfstand. Denn ein Kind, das mit dem Fahrrad fahre, wiege nur ca. 30 kg. Dass der Test zu falschen Ergebnissen führe zeige sich auch daran, dass es bei 3.000 verkauften Fahrrädern noch keinen Bruch gegeben habe, wie er im Test aufgetreten sei. Brust erklärte, er habe für die Prüfung, wie im Maschinenbau üblich, die zwei- bis dreifache Sicherheitslast gewählt.

In der fast sechs Stunden dauernden Verhandlung herrschte zwischen den Sachverständigen Uneinigkeit über die Testanlage, die Aussagefähigkeit von Tests auf dem Rollenprüfstand, die Ursache des aufgetretenen Bruches (unzulässige Überlastung des Fahrrades oder systematischer Produktionsfehler) und fast jedes weitere Detail des Tests.

Am Ende der Verhandlung urteilte das Gericht, unser Test sei nicht indiskutabel und wies den Erlass der einstweiligen Verfügung ab.

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Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Falter Kinderrad, 16 Zoll
Falter Kinderrad, 16 Zoll
Bico
ohne Bewertung
Puky ZL 18, Alu
Puky ZL 18, Alu
Puky
gut
Hercules Manga Girl, 16 Zoll
Hercules Manga Girl, 16 Zoll
Hercules
ausreichend
Pegasus Leo, 16 Zoll
Pegasus Leo, 16 Zoll
ZEG
ausreichend
Specialized Hotrock 16 Zoll Girl/Boy
Specialized Hotrock 16 Zoll Girl/Boy
Specialized
ausreichend
Ferbedo Janosch Tigerenten-Rad, 16 Zoll
Ferbedo Janosch Tigerenten-Rad, 16 Zoll
Ferbedo
mangelhaft
Giant Animator, 16 Zoll
Giant Animator, 16 Zoll
Giant Deutschland
mangelhaft
Mini Viper, 18 Zoll, rot-blau-gelb
Mini Viper, 18 Zoll, rot-blau-gelb
Otto (Versand)
mangelhaft
Böttcher Fahrrad, 16 Zoll
Böttcher Fahrrad, 16 Zoll
Böttcher
ungenügend

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Aufgrund der langwierigen Praxisprüfung wurden die Kinderspielräder bereits im Dezember 2008 eingekauft.

Die Praxisprüfung

Wir ließen die Räder von den Spezialisten für "muskelbetriebene Fahrzeuge" von velotech.de aus Schweinfurt - das ist ein unabhängiges Dienstleistungszentrum für Produktsicherheit - nach dem neuesten Stand der Technik untersuchen. Anforderungen und Prüfungen gingen über die sicherheitstechnischen Vorgaben in geltenden europäischen Normen hinaus. Der Grund: In der DIN-EN-Sicherheitsnorm für Kinderräder sind nur Mindestanforderungen für einfachste Produkte vorgesehen. Abgedeckt ist damit nur der bestimmungsgemäße Gebrauch. "Tatsächlich werden Spielräder aber nicht durch Gewicht und Körperkraft zerstört, sondern durch Fehlgebrauch, Umfallen, gegen Hindernisse fahren oder Überladen", erläutert Tester Ernst Brust. All diese Eventualitäten simuliert velotech.de mithilfe verschiedener Belastungstests: "Wir orientieren uns daran, was die Kinder draußen wirklich machen und ermitteln mit Messgeräten die Betriebslasten."

Problematische Inhaltsstoffe

Bereits beim Test Laufräder vor zwei Jahren fanden wir in vielen Produkten bedenkliche Weichmacher, die als fortpflanzungsgefährdend eingestuft sind. Sie können sich zum Beispiel beim Kontakt mit Flüssigkeiten wie etwa Schweiß lösen. Ähnliches gilt für die Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Viele dieser Stoffe sind nachweislich krebserzeugend. Sie können über Haut und Atemwege aufgenommen werden. In Lenkergriffen, Aufprallschutz und Sattel haben solche Stoffe also nichts verloren. Wir wollten sehen, ob die Hersteller inzwischen dazugelernt haben.

Die Bewertung

Kinderräder sollten in erster Linie gut verarbeitet sein, nur dann lassen sie sich auch gut und sicher fahren. Aus diesem Grund geht das Ergebnis der Praxisprüfung mit 70 Prozent in das Gesamturteil ein. Ein Fahrrad, dessen Rahmen schon auf den ersten Kilometern der Teststrecke brach, können wir nicht empfehlen. Zu aggressive Vorderbremsen sind für Kinder ebenfalls ein hohes Risiko, solche Räder können in der Praxisbewertung nicht besser als "mangelhaft" sein.

Einmal mehr bewerteten wir bei den Inhaltsstoffen strenger als der Gesetzgeber: Wenn in den Rädern mehr als 0,1 Prozent gesetzlich reglementierte Phthalate gefunden wurden, gab es fünf Punkte Abzug und das schlechteste Testergebnis "ungenügend". Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum in Kinderfahrrädern erlaubt sein soll, was in Kinderspielzeug verboten ist - denn so ist die gesetzliche Regelung.