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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Nuss-Nougat-Creme

Eine harte Nuss

Nuss-Nougat-Cremes gehören für Süßmäuler aufs tägliche Brot. Doch bei den Inhaltsstoffen gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Im Test haben unter anderem die Bio- und Fairtrade-Produkte sowie die alte Ostmarke Nudossi am besten abgeschnitten.

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08.01.2010 | Nuss-Nougat-Cremes gehören zu den Top Ten auf dem Frühstückstisch - manchmal ist der süße Aufstrich sogar die einzige Möglichkeit, Kinder zum Frühstücken zu motivieren. Grund genug, die Qualität wieder einmal unter die Lupe zu nehmen. Insgesamt hat ÖKO-TEST 22 Nuss-Nougat-Cremes in Bio-Läden, im Einzel- und fairen Handel sowie in Discountern eingekauft und im Labor überprüfen lassen.

Das Testergebnis

... spricht für Bio und Fairtrade. Schnitten Nuss-Nougat-Cremes in früheren ÖKO-TESTs meist mit "sehr gut" oder "gut" ab, sieht es dieses Mal düsterer aus. Viele Testprodukte sind gerade mal "ausreichend" oder noch schlechter. Schuld am Ergebnis ist vor allem der Schadstoff 3-MCPD-Fettsäureester. Dagegen haben die Fairtrade- und Bio-Hersteller im Test die 3-MCPD-Problematik weitgehend im Griff.

Die Fettschadstoffe bilden sich, wenn pflanzliche Öle oder Fette raffiniert werden. Experten gehen davon aus, dass bei der Verdauung freies 3-MCPD entstehen kann, das im Tierversuch Veränderungen an der Niere und in hohen Dosen gutartige Tumore verursacht hat. Wir haben die Messwerte auf eine 40-Gramm(g)-Portion (ein großzügig bestrichenes Brötchen) umgerechnet und mit der täglich tolerierbaren Aufnahme (TDI) eines sieben- bis neunjährigen Kindes mit 30 Kilogramm Körpergewicht verglichen: Bei der Nussenia Nuss Nugat Creme und der Grano Vita Hasel-Nougat-Creme reicht schon eine Portion aus, um den von der Weltgesundheits- und Welternährungsorganisation empfohlenen TDI für freies 3-MCPD zu überschreiten. Dagegen zeigen die Hersteller der sehr guten und guten Produkte, dass es auch anders geht. Einige von ihnen verwenden beispielsweise Rapsöl, das einen wesentlich geringeren Anteil an 3-MCPD-Fettsäureestern aufweist als Palmöl.

In einer Schokocreme stecken Spuren der weitverbreiteten Gen-Soja-Sorte Roundup-Ready-Soja. Schon 1997 wiesen unsere beauftragten Labore in vier von 36 untersuchten Produkten genmanipuliertes Soja nach. Dies kann vor allem über den Emulgator Sojalecithin, gegebenenfalls auch über die Zutat Sojamehl in die Schokocreme gelangen.

Problematisch ist insbesondere Soja aus den USA und Argentinien, da dort der Gen-Technik-Anteil über 90 Prozent liegt. Auch in Brasilien, dem derzeit wichtigsten Herkunftsland von Soja für die Herstellung von Lebensmitteln, werden überwiegend gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut.

Obwohl es überflüssig ist, setzen die meisten Hersteller - darunter die Firma Ferrero in der Marke Nutella - zur geschmacklichen Abrundung Aromen zu.

Schwermetalle waren in den untersuchten Schokocremes kaum zu beanstanden: Cadmium ist höchstens in unbedenklichen Spuren enthalten.