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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Stoppersocken

Halt!

Stoppersocken sollen Kinder vor dem Ausrutschen in der Wohnung schützen - tatsächlich sind einige aber noch immer ein Gesundheitsrisiko. Nur die Naturhersteller haben uns wirklich überzeugt.

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08.01.2010 | Anlauf, ausbalancieren, halten und mit einem ordentlichen Rumms gegen das dick gepolsterte Sofa: Parkett, Laminat oder auch Fliesen können ein Wohnzimmer zum Abenteuerspielplatz machen. Auf Strümpfen wird der Boden zur Schlitterbahn, die Couch zum Landeplatz und das Knie meistens blau. Da helfen nur noch: Stoppersocken.

Um die Antirutschbeschichtung flexibel zu machen, verwenden einige Hersteller Phthalatweichmacher. Zum Beispiel DEHP, das in Spielzeug und Babyartikeln grundsätzlich nicht erlaubt ist. Oder DINP und DIDP, die schon seit 2007 für Spielwaren und Babyartikel verboten sind, die in den Mund genommen werden können. Der Grund: Phthalate können sich negativ auf das Hormonsystem auswirken und Leber und Nieren schädigen. Wegen solcher Weichmacher waren im letzten ÖKO-TEST aus dem Jahr 2006 fast die Hälfte der analysierten Stoppersocken "ungenügend" oder "mangelhaft". Wir wollten wissen, ob die Hersteller inzwischen umdenken und haben 17 verschiedene Marken in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Die Hersteller haben offenbar nichts dazugelernt: Immer noch sind über die Hälfte der Produkte "mangelhaft" oder "ungenügend". Nur zwei Anbieter von Naturtextilien sind ganz nach vorne gerutscht und haben uns absolut überzeugt.

In acht Stoppersocken stecken jede Menge Weichmacher. In den Produkten von BabyOne, Woolworth, Jako-O, Karstadt, in den Big Indoor Super-Grip Bobby-Car Socken, den Bruin Anti Rutsch Baby Söckchen und den Inibini ABS-Söckchen wurde DEHP entdeckt. Teilweise in diesen Modellen und auch in der Ewers Stoppi Vollsohle Princess haben wir einen stark erhöhten Anteil von weiteren eingeschränkt zugelassenen Phthalaten gefunden.

In elf Produkten stecken zinnorganische Verbindungen, dreimal in Mengen, die wir abwerten. Tributyl- und/oder Dibutylzinn, besonders problematische Vertreter der Stoffgruppe, waren in zwei Proben in größeren Mengen nachweisbar.

Ausgerechnet in einer Socke der Traditionsmarke Falke (Falke Catspads) haben wir p-Chloranilin gefunden, das im Tierversuch krebserregend und ab einer Menge von über 30 mg/kg EU-weit zum Färben von Textilien verboten ist. Im Falke-Produkt steckten zwar nur 5 mg/kg - doch da es für krebserregende Stoffe keine unwirksamen Konzentrationen gibt, können wir der Socke nur ein "mangelhaft" geben.