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10 Kinderfahrradsitze im Test

Hoppe hoppe Reiter!

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 | Kategorie: Kinder und Familie | 11.01.2013

10 Kinderfahrradsitze im Test

Fahrradkindersitze sind die preiswerteste Mitfahrgelegenheit für Kinder. Aber nicht in jedem Modell sitzen die Kleinen sicher. Der Sitz von Polisport hat zu viel Cadmium intus.

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Fahrradkindersitze liegen im Trend: Gerade junge Familien, die in dicht besiedelten Gebieten leben, setzen auf alternative Fortbewegungsmittel.

Bei der Wahl des richtigen Fahrradkindersitzes steht der Sicherheitsaspekt an vorderster Stelle. Damit die Tour mit Kind nicht zur leidigen Tortur wird, haben wir zehn gängige Modelle eingekauft und einem umfangreichen Sicherheitscheck unterzogen. Außerdem ließen wir überprüfen, ob die Sitze mit den Kleinen "mitwachsen" können und ob möglicherweise Schadstoffe enthalten sind.

Das Testergebnis

Die Schadstoffbelastung hat im Vergleich zum vorigen Test etwas nachgelassen, die Praxisprüfung förderte jedoch erneut gravierende Mängel zutage. Bei vier Fahrradkindersitzen gingen Teile der Befestigung zu Bruch oder der Sitz konnte erst gar nicht richtig angebracht werden. Kein Modell erzielte in allen Disziplinen Bestnoten.

Zu locker am Hocker: Bei der Härteprüfung auf dem Schwenkprüfstand verrutschten teilweise die Befestigungen am Sitzrohr und mussten nachgezogen werden. In drei Fällen kam es zum Bruch einer Befestigungsschraube, -strebe oder -halterung. Folge: Die Sitze können herabrutschen, bis sie von Gepäckträger oder Hinterbaustrebe gestoppt werden, die dann einer stärkeren Belastung ausgesetzt sind. Gibt das ganze Konstrukt nach, kann der Sitz samt Kind seitlich abstürzen. Doch es geht noch schlechter: Der Walser Kinderfahrradsitz Comfy Kid S ließ sich erst gar nicht sicher ans Fahrrad anbringen, denn die Befestigungsschraube brach bereits bei der Montage. Zogen die Tester die Schraube etwas weniger stark an, verrutschte die Sitzhalterung.

Vorsicht Klemmgefahr! An den Außenseiten der Armlehnen des Hamax Siesta kann sich ein Kind die Finger einzwängen. Anbieter Hamax wandte ein, dass die von ÖKO-TEST kritisierten Längsschlitze von hinten nach vorn breiter werden, sodass ein Kind den Finger wieder herausziehen könne. Doch Klemmstellen haben dort, wo das Kind den Sitz anfassen soll, nichts zu suchen.

Eine gute Federung bietet Komfort für das Kind. Federt der Sitz jedoch deutlich zu stark, wie bei zwei Sitzen der Fall, wirkt sich dies negativ auf das Fahrverhalten aus. Auch eine zu geringe Seitensteifigkeit des Sitzes kann die Pendelneigung des Fahrrades verstärken.

In Sachen Nutzungsdauer kommen die meisten Sitze an ihre Grenzen: Die Anbieter geben an, dass ihre Produkte für Kinder unter sieben Jahre nutzbar sind oder machen gar keine Einschränkungen. Tatsächlich sind die Sitze aber in der Regel nur mit Einschränkungen über so viele Jahre zu gebrauchen. So ist bei fast allen Modellen (Ausnahme: Kettler Teddy) der Abstand der Fußstütze von der Sitzfläche bereits für groß gewachsene Dreijährige mit relativ langen Unterschenkeln zu gering. Nachteil: Der Oberschenkel des Kindes hat keinen vollständigen Kontakt zur Sitzfläche, was auf Dauer ziemlich unbequem werden kann.

Auch auf die Winkelverhältnisse kommt es an: Gut ist, wenn sich die Rückenlehnen unabhängig von der Sitzfläche in der Neigun


Kinderfahrradsitze: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Kettler Teddy Fahrrad-Kindersitz, schwarz-rot
  • Kettler

Römer Jockey Comfort Fahrrad-Kindersitz Nick, silber/rot
  • Britax Römer

Walser Kinderfahrradsitz Comfy Kid S, grau
  • Walser

ZEG Komfort-Kindersitz, blau rot
  • ZEG

Ok Baby Bodyguard Fahrradsitz, nero
  • OK Baby

Hamax Siesta Fahrrad-Kindersitz, schwarz-weiß
  • Hamax

Römer Jockey Relax Fahrrad-Kindersitz Maxim, grün/lila
  • Britax Römer

Bobike Maxi Tour Sky, grau/anthrazit
  • Bobike

Bilby Fahrradkindersitz, schwarz
  • Polisport

Prophete Kindersitz Wallaroo DMS, orange/grau
  • Prophete

10 Kinderfahrradsitze im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 194
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 195
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 196
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 197

4 Seiten
Seite 194 - 197 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
vom 11.01.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir haben ausschließlich Hecksitze eingekauft. Diese bieten mehr Sicherheit als Sitzsysteme, die vor dem Fahrer montiert werden. Weiterer Vorteil: Hinten dürfen Kinder bis zu einem Gewicht von 22 Kilogramm (kg) befördert werden, vorne nur bis 15 kg. Von der bekanntesten Marke, Britax Römer, nehmen wir gleich zwei Modelle ins Visier.

Die Praxisprüfung

Sind die Befestigungssysteme den Alltagsbelastungen gewachsen? Splittert das Material, wenn das Rad samt Sitz auf den Boden kracht? Die Fahrradspezialisten von velotech.de aus Schweinfurt stellten für uns die Produkte auf den Prüfstand. Dabei orientierten sich die Tester am aktuellen Stand der Sicherheitstechnik - und gingen dabei auch über die einfachen Vorgaben der Fahrradkindersitz-Norm hinaus: Auf dem Schwenkprüfstand wurde ein Fahrrad samt Kindersitz je 50.000 Mal nach links und rechts geschwenkt - wie bei einem Radler, der im Wiegetritt fährt. Im Kindersitz saß ein Dummy, der das 1,2-fache des zulässigen Kindsgewichts auf die Waage brachte (26,4 Kilogramm) - um "naheliegenden Fehlgebrauch" zu simulieren. Ausgerechnet beim beliebten "Römer Jockey Komfort" brach kurz vor Ende der Prüfstrecke eine Befestigungstrebe am Sitzrohr .

Außerdem ließen wir von Ergonomie-Experten ermitteln, wie gut die Sitze tatsächlich "mitwachsen", das heißt, in welchem Alter sie ohne Komforteinbußen genutzt werden können. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass es groß gewachsene und kleine Kinder gibt.

Die Inhaltsstoffe

Gurte und Sitzpolster ließen wir auf üble Farbstoffe und halogenorganische Verbindungen, die sich aus Farbstoffen lösen können, untersuchen. Geprüft wurde auch, ob die Hersteller mit optischen Aufhellern nachgeholfen haben oder mit zinnorganischen Verbindungen, die das Material stabilisieren sollen. Außerdem wollten wir wissen, ob PAK in den Armlehnen stecken - dort, wo sich Kinder beim Fahren festhalten. Der ganze Sitz wurde auf chlorierte Kunststoffe und Schwermetalle "durchleuchtet".

Die Bewertung

Ein Kindersitz muss sicher und schadstofffrei sein. Da macht es keinen Unterschied, ob ein Grenzwert überschritten wird oder das Produkt unsäglich schlecht verarbeitet ist. Solche Produkte bewerten wir unterm Strich mit "ungenügend".

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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013

Erschienen am 11.01.2013

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
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