Startseite
20 Papiertaschentücher im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Papiertaschentücher

Auf gute Besserung!

Wenn die Nase erst einmal läuft, sind sie ein ständiger Begleiter: Papiertaschentücher. In puncto Schadstoffe und Gebrauchstest schnitten die untersuchten Marken ganz passabel ab. Doch nur wenige Produkte konnten beim Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein punkten.

395 | 8

09.01.2015 | Benutzte Papiertaschentücher können nicht recycelt werden. Für Almut Reichart, Papierexpertin beim Umweltbundesamt, ist allein das Grund genug, Taschentücher aus Recyclingpapier zu benutzen. Zumal es beträchtliche Ressourcen spart: Um Papier aus frischem Zellstoff zu gewinnen, brauche es je nach Anlage bis zu 70 Prozent mehr Wasser und bis zu 60 Prozent mehr Energie als bei der Verarbeitung von Recyclingfasern. Hinzu kommen der immense Holzverbrauch und eine große Abwasserbelastung. Und doch ist der Marktanteil von Produkten aus Frischfasern riesig. Bei den Taschentüchern machten die Recyclingprodukte nach Angaben des Marktforschungsinstituts GfK von November 2012 bis Oktober 2013 weniger als zwei Prozent des Umsatzes aus. Die Verantwortung sieht Reichart nicht nur bei den Herstellern, sondern auch bei den Verbrauchern. Immerhin bestimmt die Nachfrage das Angebot.

Wir haben 20 Produkte - fünf Altpapier- und 15 Frischfasertücher - in verschiedene Labore geschickt, um ihre Inhaltsstoffe und die Praxistauglichkeit testen zu lassen.

Das Testergebnis

Wir wünschen gute Besserung: Vollends überzeugt hat uns kein Produkt - wegen schlechter Noten bei den Inhaltsstoffen kassieren sechs Produkte sogar ein "ausreichend". Im Praxistest haben's immerhin zwei Marken zum "sehr gut" geschafft. Siebenmal gibt's in der Gebrauchsprüfung allerdings nur ein "befriedigend".

Jahrbuch Kleinkinder 2015

Online lesen?

Jahrbuch Kleinkinder 2015 für 8.99 € kaufen

Zum ePaper

Weitere Informationen

So haben wir getestet

Der Einkauf
Während es draußen langsam kälter wurde und sich die ersten Erkältungs- und Grippeviren ihren Weg zu uns bahnten, haben wir unsere Einkäufer losgeschickt, in Discountern, Super- und Drogeriemärkten Papiertaschentücher zu besorgen. 20 Produkte, davon fünf aus Altpapier, landeten in den Einkaufskörben.

Die Inhaltsstoffe
Im Labor ließen wir die Tücher auf überflüssige optische Aufheller und umstrittene halogenorganische Verbindungen testen. Papiertaschentücher sind immerhin sehr weiß. Und halogenorganische Verbindungen können beispielsweise aus der Bleiche kommen. Oder sie werden zugesetzt, weil sie die Eigenschaften des Papiertaschentuchs beeinflussen, etwa über Nassfestmittel.

Die Praxisprüfung
Robust und saugfähig sollte ein Taschentuch sein. Am liebsten auch noch weich. Unsere Produkte mussten sich deshalb auch in der Praxis bewähren: Sie wurden strapaziert bis zum Zerreißen - trocken wie nass - und auf Saugfähigkeit getestet. Sie landeten - ausnahmsweise absichtlich - in der Waschtrommel und sollten die Nasen unserer Testpersonen von ihrer Weichheit überzeugen.

Die Bewertung
Nach Gebrauch landen Taschentücher im Restmüll: Wenn das kein Grund ist, sie aus Recyclingpapier herzustellen! Deswegen werten wir Produkte aus Frischfasern ab. Auch halogenorganische Verbindungen finden wir im Taschentuch nicht akzeptabel. Im Praxistest gibt's Minuspunkte für verminderte Reiß- und Nassfestigkeit, schwächere Saugfähigkeit, für zerfledderte Taschentücher in der Wäsche und raues Material. Im Endergebnis zählen die Inhaltsstoffe stärker.

So haben wir getestet

Echte Zerreißprobe: Die Papiertaschentücher mussten in einer speziellen Zugapparatur ihre Stabilität beweisen.

Online abrufbar

Jahrbuch Kleinkinder 2015

Bestellnummer: J1501
Gesamten Inhalt anzeigen