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Kinderfahrradsitze im Test: Diese Modelle sind empfehlenswert

Jahrbuch Kleinkinder 2015 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.01.2015

Kinderfahrradsitze im Test: Diese Modelle sind empfehlenswert

Kinderfahrradsitze sind die preiswerteste Mitfahrgelegenheit für Kinder. Aber nicht in jedem Modell sitzen die Kleinen sicher.

Bei der Wahl des richtigen Fahrradkindersitzes steht der Sicherheitsaspekt an vorderster Stelle. Damit die Tour mit Kind nicht zur leidigen Tortur wird, haben wir sechs gängige Modelle eingekauft und einem umfangreichen Sicherheitscheck unterzogen. Außerdem ließen wir überprüfen, ob die Sitze mit den Kleinen "mitwachsen" können und ob möglicherweise Schadstoffe enthalten sind.

Kinderfahrradsitze im Test: Sechs Modelle im Vergleich 

Das Testergebnis: Mit Schadstoffbelastungen gibt es bei den Modellen im Test keine größeren Probleme. Doch in der Praxisprüfung erzielte kein Sitz in allen Disziplinen Bestnoten.

Aus der Härteprüfung auf dem Schwenkprüfstand ging ein Fahrradkindersitz mit einer gebrochenen Sitzstrebe und einer verrutschten Befestigung am Sitzrohr hervor und fällt damit durch unsere Sicherheitsprüfung.

In Sachen Nutzungsdauer kommen die meisten Sitze an ihre Grenzen. Die Anbieter geben an, dass ihre Produkte für Kinder unter sieben Jahre nutzbar sind oder machen gar keine Einschränkungen. Tatsächlich sind die Sitze aber in der Regel nur mit Einschränkungen über so viele Jahre zu gebrauchen. So ist bei fast allen Modellen der Abstand der Fußstütze von der Sitzfläche bereits für groß gewachsene Dreijährige mit relativ langen Unterschenkeln zu gering. Nachteil: Der Oberschenkel des Kindes hat keinen vollständigen Kontakt zur Sitzfläche, was auf Dauer ziemlich unbequem werden kann.

Kindersitz fürs Fahrrad: Rückenlehne darf nicht zu kurz sein 

Auch auf die Winkelverhältnisse kommt es an: Gut ist, wenn sich die Rückenlehnen unabhängig von der Sitzfläche in der Neigung verstellen lassen. Gar nicht gut ist es, wenn der Winkel zwischen Lehne und Sitzfläche - im Fachjargon Sitzöffnungswinkel genannt - zu gering ist. Folge: Das Kind sitzt leicht nach vorne gebeugt.

Um dem Kopf des Kindes bei einem Aufprall ein ausreichend hohes Widerlager zu bieten, darf die Rückenlehne nicht zu kurz sein. Sie sollte in etwa der Augenhöhe des Kindes entsprechen. 54 Zentimeter sind laut Ergonomieexperten das Mindeste. An diesem Wert scheitern viele. Die verstellbaren Modelle übertreffen ihn deutlich.


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Bilby Fahrradkindersitz, schwarz
Bilby Fahrradkindersitz, schwarz
Polisport
Kettler Teddy Fahrrad-Kindersitz, schwarz-rot
Kettler Teddy Fahrrad-Kindersitz, schwarz-rot
Kettler
Ok Baby Bodyguard Fahrradsitz, nero
Ok Baby Bodyguard Fahrradsitz, nero
OK Baby
Prophete Kindersitz Wallaroo DMS, orange/grau
Prophete Kindersitz Wallaroo DMS, orange/grau
Prophete
Römer Jockey Comfort Fahrrad-Kindersitz Nick, silber/rot
Römer Jockey Comfort Fahrrad-Kindersitz Nick, silber/rot
Britax Römer
Römer Jockey Relax Fahrrad-Kindersitz Maxim, grün/lila
Römer Jockey Relax Fahrrad-Kindersitz Maxim, grün/lila
Britax Römer

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf: Wir haben ausschließlich Hecksitze eingekauft. Diese bieten mehr Sicherheit als Sitzsysteme, die vor dem Fahrer montiert werden. Weiterer Vorteil: Hinten dürfen Kinder bis zu einem Gewicht von 22 Kilogramm (kg) befördert werden, vorne nur bis 15 kg. Von der bekanntesten Marke, Britax Römer, nehmen wir gleich zwei Modelle ins Visier.

Die Praxisprüfung: Sind die Befestigungssysteme den Alltagsbelastungen gewachsen? Splittert das Material, wenn das Rad samt Sitz auf den Boden kracht? Die Fahrradspezialisten von velotech.de aus Schweinfurt stellten für uns die Produkte auf den Prüfstand. Dabei orientierten sich die Tester am aktuellen Stand der Sicherheitstechnik - und gingen dabei auch über die einfachen Vorgaben der Fahrradkindersitz-Norm hinaus: Auf dem Schwenkprüfstand wurde ein Fahrrad samt Kindersitz je 50.000 Mal nach links und rechts geschwenkt - wie bei einem Radler, der im Wiegetritt fährt. Im Kindersitz saß ein Dummy, der das 1,2-fache des zulässigen Kindsgewichts auf die Waage brachte (26,4 Kilogramm) - um "naheliegenden Fehlgebrauch" zu simulieren. Ausgerechnet beim beliebten "Römer Jockey Komfort" brach kurz vor Ende der Prüfstrecke eine Befestigungstrebe am Sitzrohr .

Außerdem ließen wir von Ergonomie-Experten ermitteln, wie gut die Sitze tatsächlich "mitwachsen", das heißt, in welchem Alter sie ohne Komforteinbußen genutzt werden können. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass es groß gewachsene und kleine Kinder gibt.

Die Inhaltsstoffe: Gurte und Sitzpolster ließen wir auf üble Farbstoffe und halogenorganische Verbindungen, die sich aus Farbstoffen lösen können, untersuchen. Geprüft wurde auch, ob die Hersteller mit optischen Aufhellern nachgeholfen haben oder mit zinnorganischen Verbindungen, die das Material stabilisieren sollen. Außerdem wollten wir wissen, ob PAK in den Armlehnen stecken - dort, wo sich Kinder beim Fahren festhalten. Der ganze Sitz wurde auf chlorierte Kunststoffe und Schwermetalle "durchleuchtet".

Die Bewertung: Ein Kindersitz muss sicher und schadstofffrei sein. Da macht es keinen Unterschied, ob ein Grenzwert überschritten wird oder das Produkt unsäglich schlecht verarbeitet ist. Solche Produkte bewerten wir unterm Strich mit "ungenügend".

Jahrbuch Kleinkinder 2015
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