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10 Vitaminpräparate für Schwangere im Test

Heißes Eisen

Jahrbuch Kleinkinder 2015 | Kategorie: Gesundheit und Medikamente | 09.01.2015

10 Vitaminpräparate für Schwangere im Test

Werdenden Müttern bietet die Industrie eine Reihe von Produkten an, damit es dem Fötus nicht an wichtigen Nährstoffen mangelt. Die Anbieter schießen jedoch übers Ziel hinaus: Mehr als die Hälfte der getesteten Produkte ist "ungenügend".

Endlich schwanger! Spätestens jetzt ist für viele Frauen der Zeitpunkt gekommen, über eine gesunde Lebensweise nachzudenken. Schluss mit dem Rauchen, Wasser statt Wein, mehr Obst und Gemüse - nur das Beste soll es für den Nachwuchs sein.

Zwar ist es durch eine bewusste Auswahl der Lebensmittel möglich, nur wenig mehr zu essen, aber zugleich den Anteil der Vitamine deutlich zu erhöhen. Bei Folsäure ist der Spagat aber praktisch kaum zu schaffen. Frauen nehmen nur etwa zwei Drittel der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Menge von 400 Mikrogramm (µg) Nahrungsfolat auf. Der Bedarf dieses B-Vitamins steigt mit der Schwangerschaft auf 600 µg. Zusätzlich empfiehlt die DGE: Frauen, die schwanger werden wollen oder könnten, sollten zusätzlich 400 µg Folsäure pro Tag in Form von Supplementen aufnehmen, um Neuralrohrdefekten, also einem offenen Rücken, vorzubeugen. Experten des Netzwerks Junge Familie befürworten außerdem eine ergänzende Jodzufuhr (100 bis 150 µg täglich).

Da nimmt es nicht wunder, dass die Industrie Schwangere als Zielgruppe entdeckt hat. Die Palette der angebotenen Vitaminpillen reicht von simplen Präparaten, die Folsäure, Vitamin B12 und Jod enthalten, bis hin zu Multivitamin- und -mineralstoffprodukten mit oder ohne Fischöl mit der Omega-3-Fettsäure DHA. Aber ist das alles nötig? Oder werden Schwangere überversorgt?

Das Testergebnis

Viel hilft nicht unbedingt viel: Keines der Präparate schneidet mit "sehr gut" ab, da Schwangeren mit Vitaminen und Mineralstoffen aus der Gießkanne nicht geholfen ist. Alles, was über die Bestandteile Folsäure und Jod hinausgeht, ist mit einer angemessenen Ernährung zu decken. Außerdem enthalten viele der getesteten Produkte Vitamine und Mineralstoffe in Mengen, die weit über den tatsächlichen Bedarf hinausgehen.

Sinnvoll ist die zusätzliche Einnahme von Folsäure vier Wochen vor und während des ersten Schwangerschaftsdrittels. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt eine Höchstmenge von 400 µg Folsäure in Nahrungsergänzungsmitteln vor. Vier Produkte enthalten jedoch mehr.

Jodmangel in der Schwangerschaft kann zu körperlicher und geistiger Behinderung des Kindes führen. Nach Rücksprache mit dem Arzt wird daher die zusätzliche Einnahme von 100 bis 150 µg Jodid empfohlen. Darüber hinausgehende Jodmengen werten wir um eine Note ab, zumal bei erhöhter Jodzufuhr unter anderem eine Überfunktion der Schilddrüse nicht auszuschließen ist.

Eisen sollte in Nahrungsergänzungsmitteln nicht enthalten sein. Schwangere haben zwar einen erhöhten Eisenbedarf, der aber gezielt und nur nach Rücksprache mit dem Arzt mit speziellen Präparaten gedeckt werden sollte.

Schwangeren wird empfohlen, zweimal pro Woche fetten Meeresfisch zu essen. Das gewährleistet eine gute Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren. Fischölkapseln sind dazu keine ökologische Alternative, deshalb werten wir Produkte, die Fischöl enthalten, um eine Note ab.


Vitaminpräparate für Schwangere: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Folio forte, Tabletten
  • SteriPharm (Apotheke)

ProSan natal + DHA, Kapseln
  • Prosan

Centrum Materna von A bis Zink plus DHA, Capletten + Kapseln
  • Pfizer Consumer Healthcare (Apotheke)

Folio, Tabletten
  • SteriPharm (Apotheke)

Das Gesunde Plus A-Z Mama, Tabletten
  • Dm

Orthomol Natal, Tabletten/Kapseln
  • Orthomol (Apotheke)

Hipp Mama Nahrungsergänzung, Saft + Kapseln
  • Hipp

Femibion Schwangerschaft + Stillzeit 2, Tabletten + Kapseln
  • Merck Selbstmedikation (Apotheke)

Femi-Peri Natal, Kapseln + Tabletten
  • Astrid Twardy (Apotheke)

Femibion Kinderwunsch + Schwangerschaft 1, Tabletten
  • Merck Selbstmedikation (Apotheke)

10 Vitaminpräparate für Schwangere im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 96
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 97
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 98
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 99

4 Seiten
Seite 96 - 99 im Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015
Abrufpreis: 1,00 €

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ÖKO-TEST November 2018: Schwerpunkt Mikroplastik
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Zugehörige Ausgabe:
Jahrbuch Kleinkinder 2015
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Erschienen am 09.01.2015

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