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7 Halsschmerzmittel im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Halsschmerzmittel

Dicker Hals

Schmerzen im Hals sind unangenehm. Lutschtabletten, Sprüh- und Gurgellösungen versprechen Abhilfe. Doch kein Produkt kann die Dauer der Halsschmerzen verkürzen.

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09.01.2015 | Ein schmerzender Hals ist oft das erste Anzeichen einer sich anbahnenden Erkältung. Der Griff zu Hausmitteln kann die Symptome lindern: Viel trinken, mit Salzwasser oder Salbeitee gurgeln, Kräuterbonbons lutschen oder Halswickel anlegen schafft in vielen Fällen Erleichterung - auch wenn der Nutzen dieser Maßnahmen wissenschaftlich nicht belegt ist.

Viele Eltern greifen lieber zu medizinischen Lutschtabletten aus der Apotheke oder Drogerie. Rund 25 Millionen Packungen mit Halsschmerzmitteln, die lokal betäubend, entzündungshemmend oder keimtötend wirken, gingen in den vergangenen Jahren alljährlich über den Tresen. Doch sind sie tatsächlich besser als die günstigen Hausmittel?

Um das zu klären, hat ÖKO-TEST sieben Halsschmerzmittel eingekauft, die für Kinder ab zwei oder drei Jahren zugelassen sind - darunter Lutschtabletten, eine Gurgel- und eine Sprühlösung. Alle Präparate sind als Arzneimittel im Verkehr.

Das Testergebnis

Das Geld können Sie sich sparen: Alle untersuchten Mittel schneiden mit "mangelhaft" oder "ungenügend" ab.

Egal ob die Präparate entzündungshemmend, keimtötend oder lokal betäubend wirken: Ihre Anwendung bei Halsschmerzen bringen den kranken Kindern keine Vorteile. Sie wirken bestenfalls rein symptomatisch, ohne die Dauer der Halsschmerzen zu verkürzen. "Die Anwendung von Lutschtabletten, Gurgellösungen und Rachensprays mit Lokalantiseptika und/oder von Lokalanästhetika oder Antibiotika wird nicht empfohlen", heißt es in einer Leitlinie Halsschmerzen der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Weder durch Lutschen noch durch Gurgeln, allenfalls durch Sprays werden tiefe Rachenregionen wie der Kehlkopf erreicht.

Zu den keimtötend wirkenden Antiseptika zählen die Wirkstoffe Dequaliniumchlorid, Cetylpyridiniumchlorid, Hexamidin-diisethionat und Benzalkoniumchlorid. Dazu schreibt die DEGAM: "Die Anwendung von Lokalantiseptika macht nachweislich keinen Sinn, da sie nur an der Oberfläche wirken können, während sich die wesentliche Infektion in der Tiefe des Gewebes abspielt." Die Substanzen gelangen also erst gar nicht an den Ort des Geschehens.

Der antibiotische Wirkstoff Tyrothricin soll Bakterien an ihrer Vermehrung hindern oder sie gleich dahinraffen. Auch damit treffen die Mittel nur selten ins Schwarze, sind doch bis zu 80 Prozent aller Rachenentzündungen durch Viren verursacht. Zudem moniert die DEGAM das Fehlen kontrollierter Studien, in denen Patienten und Präparate nach dem Zufallsprinzip zugeordnet (randomisiert) wurden. Wir werten die Substanz daher um zwei Noten ab.

Bei einigen Präparaten ist die Anwendungsdauer im Beipackzettel nicht ausreichend begrenzt. Bei den Drogerieprodukten Das gesunde Plus Halstabletten sowie Fit + Vital Halstabletten ist lediglich davon die Rede, sie "nicht längerfristig" einzunehmen. Das ist uns zu unpräzise; höchstens drei bis fünf Tage sollten die Mittel eingenommen werden. Die Einnahme der Dorithricin Halstabletten Classic soll "noch e

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