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5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test

Gesund ist was anderes

Vitamine und Mineralstoffe in einer Tablette werden als Rundum-sorglos-Paket zum Erhalt der Gesundheit von Kindern verkauft. Doch immer mehr Studien zeigen: Mit dem Nutzen solcher Produkte ist es nicht weit her, die Risiken sind nicht zu unterschätzen.

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09.01.2015 | Viele Eltern sorgen sich, ihre Kinder könnten mit dem normalen Essen nicht genug Vitamine bekommen. Kein Wunder also, dass uns findige Hersteller spezielle Vitaminpillen für Kinder anbieten. Doch in jüngster Zeit mehren sich die Hinweise, dass die Vitaminpillen anscheinend sogar schaden können. Wir haben daher die Anforderungen an Nahrungsergänzungsmittel erhöht. Vormals konnte ein Produkt mit "sehr gut" abschneiden, wenn es den Dosierungsempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung entsprach. Diese sollen sicherstellen, dass die Präparate zumindest nicht schaden - was inzwischen fraglich ist. Wir fordern jetzt zusätzlich, dass die Einnahme von Vitaminpillen für gesunde Anwender von Nutzen ist.

ÖKO-TEST hat fünf Multivitaminpräparate für Kinder unter die Lupe genommen und ihre Inhaltsstoffe prüfen lassen. Bis auf ein diätetisches Lebensmittel sind alle als Nahrungsergänzungsmittel im Verkehr.

Das Testergebnis

Kein Produkt ist eine Empfehlung wert. Zwei erreichen mit Ach und Krach ein "befriedigend". Zu hohe Dosierungen, fragwürdige Auslobungen und mangelnder Nutzen sorgen für zwei "ungenügende" Gesamturteile.

Ein Nutzen von Multivitaminpräparaten für gesunde Kinder ist nicht ersichtlich. Ihre volle Wirkung entwickeln Vitamine anscheinend nur im natürlichen Verbund des Lebensmittels. Die in den Pillen enthaltenen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen lassen sich leicht auch mit einer abwechslungsreichen Ernährung zuführen. Die Präparate können auch kein falsches Ernährungsverhalten ausgleichen. "Eine vollwertige Ernährung liefert nicht nur essenzielle Nährstoffe, sondern auch die energieliefernden Nährstoffe im richtigen Verhältnis sowie adäquate Mengen an Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen", betont die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in ihren Referenzwerten für die Nährstoffzufuhr.

Bis heute sind Höchst- und Mindestmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungen gesetzlich nicht geregelt. Nur zwei Produkte halten die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel ein.

Fragwürdige Auslobungen und Deklarationsmängel tragen ihr Übriges zum schlechten Abschneiden der getesteten Produkte bei. Als fragwürdig beurteilen wir Formulierungen, die für das Produkt als solches oder im Zusammenhang mit einzelnen Vitaminen und Mineralstoffen auf die Gesundheit oder Gesunderhaltung von bestimmten Körperteilen oder -funktionen zielen. Derartige gesundheitsbezogene Angaben sind vielfach nicht durch wissenschaftliche Stellungnahmen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gedeckt. Nicht belegt ist auch, dass die Einnahme von Vitamin C und/oder Zink vor Infekten schützt. Daher werten wir Hinweise auf die Abwehrkräfte ab.

Nichts für Kinderzähne: In den Multivitaminpräparaten werten wir Zusätze von Zucker und Zitronensäure ab. Etliche Produkte enthalten Saccharose, Glucose/-sirup oder Lactose, die Karies verursachen können. Zitronensäure kann


Wir haben 5 Produkte für Sie getestet
Mulgatol Junior, Gelee
Hemopharm

Mulgatol Junior, Gelee

Fit+Vital Multivitamin + Calcium, Lutschtabletten
Müller Drogeriemarkt

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Sanostol Multi-Vitamine
Nycomed

Sanostol Multi-Vitamine

Centrum Junior von A bis Zink, Capletten
Pfizer Consumer Healthcare (Apotheke)

Centrum Junior von A bis Zink, Capletten

Salus Floradix Kindervital mit Calcium, Saft
Salus

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5 Multivitaminpräparate für Kinder im Test
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 100
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 101
Jahrbuch Kleinkinder 2015 Seite 102

3 Seiten
Seite 100 - 102 im Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015
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So haben wir getestet

Der Einkauf
Eingekauft haben wir Präparate, die nur Vitamine enthalten und sogenannte A-Z-Produkte, die außer Vitaminen auch Mineralstoffe und Spurenelemente liefern. Berücksichtigt wurden Produkte speziell für Kinder. Fündig wurden wir in Drogerien und Apotheken, im Reformhaus, beim Discounter, im Supermarkt und im Versandhandel. Als traditionelle Arzneimittel oder ergänzend bilanzierte Diäten vertriebene Produkte haben wir außer Acht gelassen.

Die Inhaltsstoffe
Was steckt eigentlich in so einer Pille oder Kapsel drin? Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben uns die Vitaminmengen angeschaut, die man nach den Empfehlungen der Hersteller täglich zu sich nimmt. Werden die Höchstmengenempfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Nahrungsergänzungsmittel eingehalten? Berücksichtigt haben wir dabei auch unterschiedliche Empfehlungen für unterschiedliche Altersgruppen. Beispiel Vitamin A: Hier nennt das BfR als tägliche Höchstmengen 200 µg für Kinder zwischen vier und zehn Jahren.

Die Auslobungen
Braucht ein gesunder Mensch überhaupt eine solche "Ergänzung zur Nahrung" oder nutzt das Präparat nur dem Geldbeutel der Hersteller? Wir haben uns die Auslobungen auf den Verpackungen angeschaut und überprüft, was davon gesichert und belegt ist. Dabei orientierten wir uns an den wissenschaftlichen Bewertungen von gesundheitsbezogenen Angaben (Health Claims) durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit.

Die Bewertung
Mit "sehr gut" oder "gut" konnte schon deshalb kein Multivitaminpräparat abschneiden, weil ein Nutzen für den gesunden Verbraucher nicht erkennbar und der Bedarf an Vitaminen und Mineralien bequem durch eine abwechslungsreiche Ernährung zu decken ist. Überdosierungen und fragwürde Auslobungen lassen das Gesamturteil dann schnell in den Keller rutschen.

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