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5 Mittel gegen Blähungen bei Kindern im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Mittel gegen Blähungen bei Kindern

Bauchlandung

Wenn ein Baby unter Bauchschmerzen oder Dreimonatskoliken leidet, würden viele Eltern nahezu alles tun, um zu helfen. Die getesteten Mittel gegen Blähungen können wir aber leider nicht empfehlen.

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09.01.2015 | Wenn Säuglinge in den ersten drei, vier Lebensmonaten unter Koliken und Blähungen leiden, besorgen viele Eltern in der Apotheke Mittel gegen Blähungen. Wir haben fünf Produkte, die Linderung versprechen, untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Autsch! Überzeugende Wirksamkeitsbelege sind Fehlanzeige. Kein Mittel ist besser als "ausreichend". Auch mit den umstrittenen Hilfsstoffen in den Mitteln gegen Blähungen tut man Babys keinen Gefallen.

Schaumschlägerei: Die getesteten Mittel zum Einnehmen basieren alle auf dem Wirkstoff Simeticon. Nebenwirkungen sind zwar sehr unwahrscheinlich. Aber: Die Wirksamkeit gegen gasbedingte Magen-Darm-Beschwerden ist unzureichend belegt.

Die Sab Simplex Suspension enthält Natriumbenzoat. Das Konservierungsmittel steht in Verdacht, relativ häufig Allergien auszulösen. Kinder bis zu zwei Jahren können es außerdem noch nicht richtig verstoffwechseln, sodass es schlimmstenfalls Gehirnschäden verursachen kann. Zwar ist das bei den üblicherweise verwendeten Mengen nicht zu erwarten, doch es gibt unbedenklichere Konservierer.

Die beiden Mittel zum Einreiben fallen mit "mangelhaft" durch den Test. Positive Effekte sind durch die Bauchmassage an sich zu erwarten, nicht durch das enthaltene Kümmelöl, das im Einzelfall Hautreizungen auslösen kann.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Es gibt nur eine begrenzte Auswahl an Mitteln gegen Blähungen, die ab dem Säuglingsalter eingesetzt werden können. Wir haben sie in der Apotheke eingekauft. Öle zur äußerlichen Anwendung wie das getestete Kosmetikprodukt werden auch in Hebammen-Online-Shops angeboten. Homöopathische und anthroposophische Arzneimmittel bleiben in unserem Test außen vor. Ihrer Anwendung liegen spezielle Theorien zugrunde. Sie sind mit anderen Arzneimitteln schlecht zu vergleichen.

Die pharmakologische Begutachtung und die Hilfsstoffe
Bevor man Kindern Mittelchen gibt, möchte man wissen, ob etwas dran ist an den Wirkversprechen der Hersteller. Die Tatsache, dass sie in der Apotheke verkauft werden und zum Teil als Kassenleistung erstattungsfähig sind, sagt dabei leider noch nicht viel aus. Unser wissenschaftlicher Berater, Professor Manfred Schubert-Zsilavecz von der Universität Frankfurt, hat die Studienlage für uns ausgewertet. Auch die möglichen Nebenwirkungen hat er beurteilt. Neben der Wirksamkeit waren die Hilfsstoffe zweiter Schwerpunkt unseres Tests. Häufig werden Stoffe eingesetzt, die gerade in Produkten für Babys umstritten sind oder als bedenklich gelten.

Die Bewertung
Wenn ein Mittel damit wirbt, Blähungen erfolgreich zu behandeln, ohne dass die Wirksamkeit durch aussagekräftige Studienergebnisse belegt ist, so fällt es im ÖKO-TEST klar durch. Gibt es nur wenige oder zweifelhafte Daten, sind dies für uns nur "wenig überzeugende" Wirksamkeitsbelege. Stecken in solchen Mitteln umstrittene oder problematische Zusätze wie Aromen oder Konservierungsmittel, so werten wir dies unter dem Testergebnis Hilfsstoffe ab.

So haben wir getestet

Kleingedrucktes im Fokus: Wir ließen überprüfen, ob alle nötigen Warn- und Anwendungshinweise vorhanden und welche Hilfsstoffe im Einsatz sind.

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