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19 Apfelmussorten im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Apfelmus

Das geht ins Mark

Ob als süßer Begleiter zu Kartoffelpuffer und Knödeln oder in Joghurt gerührt als Dessert: Apfelbrei ist eine leckere und empfehlenswerte Zutat - solange nicht schon von den Herstellern überflüssiger Zucker untergerührt wird.

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09.01.2015 | Rund zehn Jahre ist es her, da kam jeder zweite Apfel, der in Deutschland verkauft wurde, aus dem Ausland. Und das bei einer Obstsorte, die hierzulande unkompliziert in Hülle und Fülle wächst. Seinen Bedarf an Äpfeln sollte ein Land wie Deutschland daher selbst decken, könnte man meinen. Dennoch lag die Importquote im Jahr 2002 bei unglaublichen 50 Prozent. Grund für diese hohe Zahl waren fehlende Lagerkapazitäten, sagt Helwig Schwartau, Obstexperte der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI. Weil der Bedarf nicht zu decken war, wurden Äpfel nach Deutschland eingeführt.

Mittlerweile jedoch steigt Deutschlands Eigenversorgung mit Äpfeln deutlich, etwa um drei Prozent pro Jahr. So hat sich der Anteil in Deutschland geernteter und gehandelter Äpfel in den vergangenen Jahren auf knapp 70 Prozent erhöht, betont Helwig Schwartau. Insgesamt geht die Entwicklung klar zu Bio-Ware und heimischer Produktion sowie zu Importen aus angrenzenden Nachbarländern. Auch die Hersteller von Apfelbrei verwenden für ihre Produkte bevorzugt Äpfel aus Deutschland und benachbarten Ländern.

Wir wollten wissen, was in den Produkten steckt. Deshalb haben wir 19 Apfelbreie, darunter sechs in Bio-Qualität, eingekauft und von unabhängigen Laboren untersuchen lassen.

Das Testergebnis

Viele Produkte bekommen gute Noten: Die Bio-Marken schneiden durch die Bank weg mit "sehr gut" ab. Bei den konventionellen Produkten gibt es ein "sehr gutes" und neun "gute". An drei Sorten haben wir etwas mehr auszusetzen.

Zuckerzusatz muss nicht sein: Laut den Leitsätzen für Obsterzeugnisse muss Apfelmus zwar Zucker beziehungsweise Süßungsmittel zugesetzt sein. Doch wie sinnvoll ist das bei solch einem Naturprodukt? Grundsätzlich halten wir es für besser, Apfelbrei ohne zusätzlichen Zucker anzubieten und dem Verbraucher die Wahl zu lassen, eventuell nachzusüßen. Schließlich wird Zucker unter anderem für die Entstehung von Übergewicht mitverantwortlich gemacht. Hersteller, die auf den Zusatz von Zucker verzichten, nennen ihr Produkt "Apfelmark". Der Zuckergehalt der getesteten Apfelmarkprodukte liegt zwischen 8,7 und 13 Prozent, das Apfelmus zwischen 15,3 und 18,9 Prozent.

Überflüssig ist aus unserer Sicht auch der Zusatz von Vitaminen. Statt angereicherte Nahrungsmittel sollten besser Obst und Gemüse pur gegessen werden.

Wer mit Selbstverständlichkeiten wie "Laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe" wirbt, gaukelt Verbrauchern einen Mehrwert vor, den das Produkt nicht bietet.

In allen Produkten aus konventioneller Herstellung haben die beauftragten Labore Spuren von Pestiziden

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Apfelbrei ist ein beliebtes Naturprodukt, das Verbraucher auch zu Hause gern selbst herstellen. Grund genug für uns zu testen, ob industriell gefertigter Apfelbrei trotzdem empfehlenswert ist. Wir haben 19 Produkte eingekauft. Bei sieben handelt es sich um Apfelmark, das ohne zugesetzten Zucker auskommt. Insgesamt im Test: sechs Bio-Apfelmark-Produkte und ein Apfelmark aus konventioneller Herstellung. Die restlichen Produkte sind Apfelmus von konventionellen Herstellern sowie Discount- und Supermarkt-Eigenmarken.

Die Inhaltsstoffe
Im Obstanbau kommen Pestizide zum Einsatz, die etwa gegen Mehltau und Blattläuse wirken. In allen Produkten aus konventionellem Anbau haben die von uns beauftragten Labore Pestizide nachgewiesen - glücklicherweise jedoch nur in unbedenklichen Spuren. Auch die weiteren untersuchten Parameter blieben ohne Auffälligkeiten: Weder die Dünge- und Pflanzenschutzchemikalien Perchlorat und Chlorat noch quartäre Ammoniumverbindungen wurden gefunden. Letztere können vor allem im Produktionsprozess als Desinfektionsmittel oder beim Obstanbau als Pflanzenschutzmittel in den Apfelbrei gelangen. Auch Schwärzepilze (Alternaria-Toxine) sowie der nicht zugelassene Trägerstoff und Emulgator Morpholin waren in keinem der untersuchten Breie zu finden.

Die Weiteren Mängel
PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen bilden in der Müllverbrennung gesundheitsschädliche Dioxine und belasten die Umwelt bei Herstellung und Entsorgung. Wir haben die Deckeldichtungen der Apfelbreigläser auf diese Verbindungen untersuchen lassen. Zudem schauten wir genau auf die Verpackungsangaben: Für die unnötige Auslobung von Selbstverständlichkeiten wie "Laut Gesetz ohne Konservierungsstoffe" gibt es eine zusätzliche Abwertung unter Weitere Mängel. Hier wird etwas hervorgehoben, was von Gesetzes wegen ohnehin nicht drin sein darf.

Die Bewertung
Der Zusatz von Zucker führt zur Abwertung, weil dies bei Apfelbrei nicht notwendig ist. Auch bei zugesetzten Vitaminen werten wir ab: Lebensmittel, die mit künstlichen Vitaminen angereichert werden, haben nicht die gleichen positiven Effekte wie Nahrung, die von Natur aus reich an Vitaminen ist. Sie können eine gesunde Ernährung nicht ersetzen.

So haben wir getestet

Süßes Apfelmus in unserem Test: In einem durchschnittlichen 710-Gramm-Glas Apfelmus stecken umgerechnet rund 40 Stück Würfelzucker - inklusive der fruchteigenen Süße.

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