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11 Wachsmalstifte im Test

Jahrbuch Kleinkinder 2015
vom 09.01.2015

Wachsmalstifte

Malzeit!

Wir haben Wachsmalstifte von elf verschiedenen Anbietern auf den Prüfstand gestellt. Etliche Produkte gehören nicht in Kinderhände und bei einigen schummeln die Anbieter mit dem Naturprodukt Bienenwachs. Es gibt aber auch "sehr gute" und "gute" Wachsmaler.

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09.01.2015 | Wachsmalstifte sind Klassiker unter den Malutensilien - bereits auf beiden Seiten der Grenze im geteilten Deutschland. In der DDR wurden die Wachsmalstifte Colorinchen ausschließlich in Mügeln östlich von Leipzig im Volkseigenen Betrieb (VEB) Varia Chemische Fabrik produziert. Im Westen Deutschlands war die Auswahl an Wachsmalern größer. Nach dem Zweiten Weltkrieg fiel das Zentrum der Stifteproduktion in und um Nürnberg der BRD zu. Hier ist seit Jahrhunderten die Bleistiftindustrie ansässig und hier haben heute noch Markenhersteller wie Faber-Castell, Staedtler und Lyra ihren Firmensitz.

Wir wollten wissen, ob Wachsmalstifte ohne Schadstoffe auskommen und haben elf Wachsmalstiftmarken in verschiedenen Laboren umfassend analysieren lassen.

Das Testergebnis

Sieben Wachsmalstiftmarken bekommen "sehr gute" und "gute" Noten. Allerdings fallen auch zwei Wachsmaler mit "ungenügend" durch den Test.

Schwarze Farben mit PAK: In zwei Produkten wurden erhöhte beziehungsweise stark erhöhte Gehalte an polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen. Zwar sind sie in diesen Mengen nicht akut giftig. Da PAK aber über viele verschiedene Produkte in Kinderhände gelangen können, sollten Kinderartikel möglichst frei davon sein.

Die Prinzessin Lillifee 8 Wachsmalkreiden und die Herlitz 8 Wachsmaler Pretty Pets bekommen Punktabzug für die nachgewiesenen Bleigehalte von mehr als 90 mg/kg.

Auf den Verpackungen von einigen Marken schwirren Bienen um Bienenwaben oder Bienenkörbe herum oder sind auffallende Hinweise auf echtes oder reines Bienenwachs gedruckt. Das vollmundige Versprechen lösen allerdings nur zwei Hersteller ein: Die Nawaro 12 Wachsmalstifte aus nachwachsenden Rohstoffen enthalten 24 Prozent des Bienenprodukts und die Stockmar 8 Wachsmalstifte mit reinem Bienenwachs noch neun bis zehn Prozent.

Nahezu alle Marken enthalten mehr als zehn Prozent Paraffine/Erdölprodukte. Dies quittieren wir mit einem Minuspunkt, denn wenn die Kids beim Malen versehentlich ein Stück Wachsmalstift aufessen, können die Paraffine im Körper verteilt werden und sich beispielsweise in Leber und Lymphknoten ablagern.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
Wachsmalstifte sind neben Buntstiften die ersten Farben, mit denen Kinder ab einem Alter von etwa zwei Jahren ihre ersten Malversuche unternehmen. Insgesamt haben wir Produkte von 11 Marken ausgewählt. Darunter günstige Produkte für 2,50 Euro von BIC über Stifte von Faber-Castell oder Staedtler bis hin zu Wachsmalern aus nachwachsenden Rohstoffen für knapp acht Euro.

Problematische Inhaltsstoffe
Wir haben alle Wachsmaler auf verschiedene Problemstoffe, die aus den Farbpigmenten stammen können, testen lassen. Unser Testprogramm umfasste daher die Analyse auf allergisierende Dispersionsfarbstoffe und auch eine Prüfung auf problematische Rückstände krebserregender aromatischer Amine. Im Gegensatz zu den Vorschriften der Spielzeugnorm EN 71 haben wird die aromatischen Amine nach einer Methode analysiert, die nicht nur bereits vorhandene Rückstände erfasst, sondern auch aromatische Amine feststellt, die erst durch Zersetzung der Farben auf der Haut und im Körper freigesetzt werden können. Da im europäischen Schnellwarnsystem Rapex regelmäßig vor verbotenen Schwermetallen in Wachsmalkreiden gewarnt wird, ließen wir alle Produkte zudem auf Blei, Cadmium und Co. Untersuchen. Nicht zuletzt standen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) auf dem Programm. Diese Stoffe können mit schwarzen Pigmenten in die Stifte geraten.
Wir wollten genau wissen, ob diese Versprechen reines Marketing sind und nur Minimengen des teuren Bienenprodukts verarbeitet wurden. Dafür haben wir alle Wachsmaler, auf denen Bienenwachs als Zutat angegeben ist, aufwendig auf das Naturprodukt untersuchen lassen.

Die Bewertung
Malstifte, die von kleinen Kindern stundenlang in der Hand gehalten werden und versehentlich auch mal im Mund landen, sollten schadstofffrei sein. Daher gab es für Problemstoffe wie Schwermetalle oder PAK Notenabzüge. Eine übertriebene und daher irreführende Werbung mit Bienenwachs haben wir unter Weitere Mängel bewertet.

So haben wir getestet

Mit "echtem" und "reinem" Bienenwachs werben einige Anbieter auf den Verpackungen für ihre Stifte. Sind Wachsmaler also ganz natürliche Produkte?

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