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Welche Wind- und Wettercremes für Kinder überzeugen im Test?

Jahrbuch Kleinkinder 2015 | Autor: Ulrike Hochgesand | Kategorie: Kinder und Familie | 09.01.2015

Wir haben verschiedene Wind- und Wundschutzcremes getestet. Welche sind empfehlenswert?
Foto: YanLev/Shutterstock

Kinder brauchen frische Luft - auch wenn es draußen kalt und ungemütlich ist. Wind- und Wettercremes sollen Baby- und Kleinkindhaut bei niedrigen Temperaturen und stürmischem Wetter schützen. Doch welche Cremes sind empfehlenswert?

Ob gegen Sonne, Wind und Wetter, fürs Gesicht, für den Po oder den ganzen Körper - spezielle Pflegecremes und Lotionen für Babys Haut füllen in Drogerie- und Supermärkten gleich mehrere Regalmeter. "Junge Eltern reagieren auf dieses Überangebot häufig verunsichert", sagt Hebamme Astrid Giesen. Zu ihrem Job gehört es deshalb, einen Großteil der viel beworbenen Pflegeprodukte wieder von der Wickelkommode zu verbannen.

Braucht Babyhaut Wind- und Wettercremes?

Babyhaut ist sehr viel dünner und reizempfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Das bedeutet aber nicht, dass sie zum Schutz vor äußeren Einflüssen täglich eingecremt werden sollte. "Im Gegenteil: Gesunde Kinderhaut kommt gut ohne Creme aus. Nur wenn die Haut besonderen Strapazen ausgesetzt wird, sollte sie eingecremt werden", sagt der Dermatologe Professor Dietrich Abeck, Experte für Hauterkrankungen bei Kindern.

Das Gesicht einzucremen ist etwa sinnvoll, bevor es bei nasskaltem Wetter hinaus zu einem langen Spaziergang oder zum Toben auf den Spielplatz geht.

Wie ist es aber um die Qualität der Cremes bestellt, die die Kosmetikhersteller eigens entwickelt haben, damit Minustemperaturen und Regen Babys Haut nichts anhaben können? Dieser Frage ist ÖKO-TEST nachgegangen und hat zehn Wind- und Wettercremes eingekauft und im Labor auf ihre Inhaltsstoffe untersuchen lassen.

Gute Nachricht: Alle Hersteller im Test verwenden natürliche Öle und Wachse.
Gute Nachricht: Alle Hersteller im Test verwenden natürliche Öle und Wachse. (Foto: Yuliia D/Shutterstock)

Zehn Wind- und Wettercremes im Test

Das Ergebnis: Die Wind- und Wettercremes im Test schlagen sich gut. Duftstoffe, aber auch Konservierungsmittel wie Formaldehyd/-abspalter und umstrittene halogenorganische Verbindungen, die Kosmetika vor Keimbefall schützen sollen, können der Haut zu schaffen machen. Wie unsere Untersuchungen im Labor zeigten, verzichten die Hersteller aber in den getesteten Produkten auf Substanzen, die als potenzielle Allergieauslöser bekannt sind.

Natürliche Fette und Öle integrieren sich besser ins Hautbild als künstliche Paraffine, die aus Mineralöl hergestellt sind. Daher ist es erfreulich, dass die Wind- und Wettercremes im ÖKO-TEST hauptsächlich natürliche Zutaten wie Bienenwachs, Mandel-, Sonnenblumen- und Olivenöl enthalten.

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder 2014 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kleinkinder 2015, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnis-se die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Weiterlesen auf oekotest.de:


Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Testverfahren

Der Einkauf: Fast alle Pflegeserien für Babys und Kleinkinder bieten eine spezielle Wind- und Wettercreme an. Wir haben 10 verschiedene in Drogerie- und Supermärkten, im Naturwarenladen und in der Apotheke eingekauft. Die Preisspanne ist beträchtlich: Während die günstigsten in der 75-Milliliter-Tube schon für 1,55 Euro zu haben sind, kosten 75 Milliliter der teuersten Creme 24,48 Euro.

Die Inhaltsstoffe: Die Kosmetikhersteller sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine ganze Reihe von Inhaltsstoffen auf der Verpackung eines Produkts kenntlich zu machen. Zum Beispiel müssen sie 26 Duftstoffe deklarieren, von denen einige häufig Allergien auslösen. Um die Creme vor Keimbefall zu schützen, werden möglicherweise Konservierungsmittel eingesetzt, die Allergien auslösen oder hormonell wirken können. Zum Schutz vor der Sonne kann eine Creme außerdem UV-Filter enthalten. Leider können manche problematischen Stoffe, zum Beispiel künstlicher Moschus-Duft, unter den Sammelbegriff Parfüm gefasst werden. Um ihnen auf die Spur zu kommen, lassen wir die Produkte im Labor umfassend analysieren.

Die Bewertung: Babyhaut ist dünn und besonders reizempfindlich. Gute Inhaltsstoffe sollten den Kosmetikherstellern daher in Pflegekosmetik für Babys und Kleinkinder ein besonderes Anliegen sein.

Bewertungslegende

Bewertung Testergebnis Inhaltsstoffe: Unter dem Testergebnis Inhaltsstoffe führt zur Abwertung eine Note: die bedenklichen Parabene Propyl-/Butylparaben und/oder Isobutylparaben. 

Bewertung Testergebnis Weitere Mängel: Unter dem Testergebnis Weitere Mängel führt zur Abwertung um eine Note: ein Umkarton, der kein Glas schützt.

Das Gesamturteil beruht auf dem Testergebnis Inhaltsstoffe. Aus rechtlichen Gründen weisen wir darauf hin, dass wir die (vom Hersteller versprochenen) Wirkungen der Produkte nicht überprüft haben. Ein Testergebnis Weitere Mängel, das "befriedigend" ist, verschlechtert das Gesamturteil um eine Note.

Testmethoden

Testmethoden: Deklarationspflichtige Duftstoffe/Majantol/Nitromoschus-Verbindungen/Polyzyklische Moschus-Verbindungen/Cashmeran/Diethylphthalat: Extraktion mit TBME, GC-MS. Formaldehyd/-abspalter: Saure Wasserdampfdestillation, Derivatisierung mit Acetylaceton, Ausschütteln mit n-Butanol und Bestimmung mittels Fotometrie. Halogenorganische Verbindungen: a) Wasserdampfdestillation, Binden der organischen Halogene an Aktivkohle, Verbrennung der Aktivkohle im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts; b) Reinigung der Proben mit Kieselgel, Extraktion mit Essigester, Verbrennung des Extrakts im Sauerstoffstrom, microcoulometrische Bestimmung des Halogengehalts. Bedenkliche Parabene: Deklaration und/oder HPLC-DAD sowie LC-MS/MS. Paraffine/Erdölprodukte/apolare Silikonverbindungen: Deklaration und/oder HPLC/RI. PVC/PVDC/chlorierte Verbindungen: Röntgenfluoreszenzanalyse.

Einkauf der Testprodukte: Juni/Juli 2012

Diesen Test haben wir bereits im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder 2014 veröffentlicht. Aktualisierung der Testergebnisse/Angaben für das Jahrbuch Kleinkinder 2015, sofern die Anbieter Produktänderungen mitgeteilt haben oder sich aufgrund neuer wissenschaftlicher Erkenntnis-se die Bewertung von Mängeln geändert oder wir neue/zusätzliche Untersuchungen durchgeführt haben.

Tests und deren Ergebnisse sind urheberrechtlich geschützt. Ohne schriftliche Genehmigung des Verlags dürfen keine Nachdrucke, Kopien, Mikrofilme oder Einspielungen in elektronische Medien angefertigt und/oder verbreitet werden.

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