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15 Krabbeldecken im Test

Schlechte Lage

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 | Kategorie: Kinder und Familie | 11.01.2013

15 Krabbeldecken im Test

Von den Unterlagen für die Kleinsten hätten wir mehr erwartet. Ein Drittel der geprüften Krabbeldecken rauscht mit "ungenügend" durch den Test. In zwei Modellen überschreiten schädliche Substanzen sogar den gesetzlichen Grenzwert.

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Die flauschigen Dinger tragen eigentlich die falsche Bezeichnung. Denn Krabbeldecken sind nichts für abenteuerlustige Knirpse, die bereits krabbelnd die Tiefe des Raumes erforschen. Krabbeldecken sind gemütliche Beobachtungsposten für Babys, die bequem rumliegen, nach den aufgenähten und angenähten Häschen und Mäuschen greifen und sich vielleicht mal an der ersten Drehung probieren wollen.

Wir haben 15 Krabbeldecken in die Labore geschickt und sie einem umfangreichen Prüfprogramm unterzogen.

Das Testergebnis

Jenseits von Gut und Böse: Lediglich fünf Modelle erreichen ein "gut", fünf Krabbeldecken fallen mit "ungenügend" durch den Test. Davon sind die Modelle Krabbeldecke Pferd Paula sowie Spiel- und Krabbeldecke "Sternenbär" nicht verkehrsfähig.

Problematische Phthalate in rauen Mengen: Die Krabbeldecke Pferd Paula von Sterntaler enthält in einem verwendeten Garn mehr als 7.800 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) des gesetzlich reglementierten Weichmachers DEHP. Das Phthalat, welches Wissenschaftler als fortpflanzungsgefährdend einstufen, steckt in den Kunststofffasern, aus denen Auge und Mund der lustigen Pferdeapplikation bestehen, die Babys zum Anfassen und Nuckeln animieren kann. Der Gesetzgeber verbietet DEHP in Babyartikeln und Spielzeug bei Konzentrationen größer als 1.000 mg/kg. Satte 3.500 mg/kg DEHP stecken in der Baumwoll-/Polyesterhülle der Spiel- und Krabbeldecke Sternenbär von Roba.

Die teuerste Decke im Test war nur "ungenügend". In der Sigikid Decke Bungee Bunny, rosa, die die Einkäufer für stolze 77,99 Euro erwarben, fanden die Labore unter anderem Formaldehyd. Der Stoff kann Allergien auslösen und über die Atemluft aufgenommen Krebs erzeugen.

Antimon im Polyester: Aus allen Krabbeldecken, die Polyester in der Füllung oder im Oberstoff enthalten, hat sich im Labortest das giftige Halbmetall Antimon gelöst, zehnmal in Konzentrationen, die ÖKO-TEST abwertet. Es gibt Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass Antimonverbindungen Haut- und Schleimhäute reizen.

Auch die Krabbelunterlage aus PVC-Schaum im Stil einer Yogamatte fiel glatt durch. Sie enthält stark erhöhte Mengen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK).

An drei Krabbeldecken finden sich Spielelemente. Im Praxistest simulierte das Labor, ob Babys Kleinteile abreißen und verschlucken können: Alle Decken bestanden fehlerfrei.


Krabbeldecken: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Easy Baby Krabbeldecke Funny Duck, beige
  • Easy-Baby

Zöllner Disney Baby Krabbeldecke Winnie the Pooh
  • Julius Zöllner

Roba Spiel- und Krabbeldecke "Sternenbär", beige
  • Roba

Morgenstern Sleepy Sheepy Organic Cotton, natur-blau-rot
  • Morgenstern

Baby Nice Krabbeldecke Tiere, himmelblau
  • Odenwälder Baby Nest

Krabbelunterlage Rollenware orange
  • A. Kolckmann

Hauck Activity Center "Sing All Day", rosa-pink
  • Hauck

Alvi Krabbeldecke Baby's Traum Traumschloss, rosa
  • Alvi

Baby One Krabbeldecke Halbmond, blau-gelb-grün
  • BabyOne

Baby Butt Wende-Krabbeldecke Giraffe-Bär
  • Baby Butt (Versand)

Sterntaler Krabbeldecke Pferd Paula
  • Sterntaler

Jako-O Krabbeldecke Krabbeltraum Ringel, grün-bunt
  • Jako-O

Bellybutton Krabbeldecke, hellblau
  • Bellybutton

Sigikid Decke Bungee Bunny, rosa
  • Sigikid

Leka Cirkus Spielteppich grau
  • Ikea

15 Krabbeldecken im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 210
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 211
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 212
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 213

4 Seiten
Seite 210 - 213 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
vom 11.01.2013
Abrufpreis: 1,00 €

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Wir kauften die Krabbeldecken im Fachgeschäft und im Internet. Die meisten Produkte auf dem Markt bestehen aus einem Baumwoll- und/oder Polyesterbezug sowie einer Polyesterfüllung, diese Modelle sind also entsprechend am häufigsten im Test vertreten. Eingekauft wurden aber auch reine Baumwollprodukte und eine Decke, die noch Polypropylen in der Wasser abweisenden Unterseite enthält. Schließlich wanderte auch eine ganz untypische Krabbeldecke in den Einkaufskorb: Sie besteht aus PVC-Schaum, sieht aus wie eine gängige Yogamatte, wird aber vom Hersteller als Krabbelunterlage (Rollenware) angeboten. Neben schlichten Decken, anderen mit Aufdrucken, haben wir auch solche ausgewählt, auf die Tier- und Pflanzenapplikationen aus Plüsch oder Baumwolle aufgenäht sind. Ebenfalls im Test: Modelle, die aufgrund angenähter Spielelemente oder mitgelieferter Spielgerüste als "Spieldecken" beworben werden.

Die Inhaltsstoffe

Die meisten Krabbeldecken sind bunt. Aber woraus bestehen die Farben? Wie bleiben sie stabil, und welche Chemikalien werden dafür eingesetzt? Um das zu prüfen, beauftragten wir verschiedene Labore mit ganz unterschiedlichen Prüfungen. Bestimmte Farbstoffbestandteile sind krebserregend und manche daher verboten. Andere wirken allergisierend. Damit die Farbe stabil bleibt, werden Ausrüstungsmaterialien eingesetzt. Das können zum Beispiel zinnorganische oder halogenorganische Verbindungen sein. Auch Formaldehyd gehört zu den Ausrüstungssubstanzen. Es soll beispielsweise Baumwolle pflegeleicht machen. Da einige Decken auch Kunststoffelemente - zum Beispiel als isolierende Unterseite - enthalten, testeten die Labore diese Decken auch auf PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die in Weichmacherölen enthalten sein können. Und per Materialscreening suchten die Labore bei allen Decken unter anderem nach in Babyartikeln verbotenen weichmachenden Phthalaten. Für die Labore gab es also viel zu tun.

Die Praxisprüfung

Krabbeldecken, die Babys durch angenähte Spielelemente zum Greifen, Ziehen, also Spielen animieren, haben wir auf die Einhaltung der Spielzeugrichtlinie testen lassen. Dabei simulieren Apparate das Zerren und Zupfen der Babys an Sternen, Bärchen und anderen Elementen. Sollten sich diese Elemente lösen, testen die Experten zusätzlich, ob die Teile in eine Röhre passen. So wird das lebensgefährliche Verschlucken von Kleinteilen nachgeahmt. Schließlich kontrollierten die Labore auch, ob die Hersteller die gesetzlich geforderten Warnhinweise und Deklarationspflichten erfüllten.

Die Bewertung

Krabbeldecken sind Babyartikel. Babys liegen stundenlang darauf und nehmen bekanntlich gern auch alles in den Mund. Gerade deshalb darf man von den Herstellern erwarten, dass sie ihre Produkte frei von Schadstoffen halten. Wo das nicht der Fall ist, addieren sich die Notenabzüge. Produkte, die gesetzliche Grenzwerte überschreiten, sind nicht verkehrsfähig und gehören aus Kinderzimmern und Geschäften entfernt.

Aktuelle Ausgabe
ÖKO-TEST Dezember 2018: Schwerpunkt Lachs
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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013

Erschienen am 11.01.2013

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
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