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6 Smoothies im Test

Gesunde Obstler

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 | Kategorie: Essen und Trinken | 11.01.2013

6 Smoothies im Test

Die Hersteller von Smoothies versprechen 100 Prozent Frucht und werben mit exotischen Obstsorten. Doch tatsächlich steckt in vielen Produkten vor allem Fruchtsaft, zum Teil sogar aus Konzentraten.

In vielen Familien entbrennt immer wieder ein kleiner Machtkampf um das Essen oder eben Nichtessen von ach so gesundem Obst und Gemüse. Kinder essen zu wenig davon. Schwarz auf weiß steht das im deutschen Ernährungsbericht: Nur 19 Prozent der Sechs- bis Elfjährigen erreichen die empfohlene Obstmenge, die zwischen 200 und 250 Gramm täglich liegt. Im Mittel essen die Kinder zwischen 130 und 150 Gramm, je älter sie werden, je weniger. Noch geringer ist der Gemüseverzehr. Auch die Fünf-am-Tag-Kampagne konnte daran wenig ändern. Zwar weiß inzwischen jedes Kind, was der Ausdruck bedeutet: Man soll jeden Tag fünf Portionen Obst und Gemüse essen! Doch Wissen und Tun, das sind eben zweierlei Paar Stiefel.

Ab und zu kann ein Smoothie eine Portion Obst ersetzen - so die Meinung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Doch gleichzeitig nennt die Gesellschaft viele Gründe, warum frisches Obst noch besser ist. Es bringt viel mehr Volumen und damit eine schnellere Sättigung bei weniger Kalorien. Und die wichtigen Inhaltsstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe sind im Original auch noch in vollem Umfang enthalten. Bei der Verarbeitung gehen sie ein Stück weit verloren.

Wir wollten wissen, ob Schadstoffe wie Schimmelpilzgifte oder Rückstände von Pestiziden in den Smoothies stecken, wie sie schmecken und ob sie wirklich so natürlich sind. Dafür haben wir sechs Produkte in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Ein "sehr gutes" Produkt setzt sich gegen ein Mittelfeld mit "guten" Noten durch. Nur das Knorr Vie Orange Banane Karotte rauscht mit "mangelhaft" durch den Test.

Je höher der Saftanteil, desto weniger Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe stecken im Smoothie, einfach deshalb, weil die Schalen nicht mitverarbeitet werden. Saftanteile von 50 Prozent und mehr bekommen deshalb Notenabzug.

Zwei Produkte enthalten Konzentrate, die noch stärker verarbeitet und damit nährstoffärmer als Saft sind. Außerdem wird Fruchtsäften beim Konzentrieren das Aroma entzogen und muss anschließend wieder zugefügt werden.


Smoothies: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

True Fruits Pink Himbeere-Banane Smoothie
  • True Fruits

Pure Fruit Smoothie Mango-Orange
  • Aldi Nord

Knorr Vie Orange Banane Karotte
  • Unilever

Rio D'Oro Smoothie Ananas-Banane-Kokos
  • Aldi Süd

Innocent Kids Smoothies Oranges, Mangoes & Pineapples
  • Innocent

Schwartau Pur Pur Obst zum Trinken Mango-Maracuja
  • Schwartauer Werke

6 Smoothies im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 32
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 33
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013 Seite 34

3 Seiten
Seite 32 - 34 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
vom 11.01.2013

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Smoothies sind noch eine relativ junge Produktgruppe. Drei Jahre nach dem ersten Test wollten wir wissen, wie sie sich weiterentwickelt hat. Inzwischen gibt es auch Produkte, die speziell Kinder als Zielpublikum haben. Kein Wunder, sind Smoothies doch für viele Eltern eine willkommene Möglichkeit, die notwendige Portion Obst und damit Vitamine an die Kinder zu bringen.

Die Inhaltsstoffe

Wir prüften die Smoothies auf Rückstände von zirka 500 Spritzmitteln, mit denen das Obst in der Wachstumsphase gegen allerlei Insektenschädlinge und Unkräuter behandelt werden könnte. Weil Ananas häufig eine Zutat der Smoothies ist, ließen wir auch zusätzlich auf den Wachstumsregulator Ethephon untersuchen. Er wird im Ananasanbau häufig zur Regulierung des Wachstums eingesetzt. Das Schimmelpilzgift Patulin kann sich rasch in braunen Stellen der verwendeten Früchte bilden, was gesundheitsschädlich ist. Weil ein geringer Anteil schlechter Ware im Smoothie Verbrauchern kaum auffallen würde, ließen wir unsere Labore nach möglichen Rückständen fahnden.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Geschmack: Fünf geschulte Testesser verkosteten das Produkt und prüften Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz. Manche Früchte haben mehr Aroma als andere; die jeweils typischen sollten herauszuschmecken sein. Wenn das nicht der Fall war, ließen wir noch mal in einer chemischen Analyse überprüfen, ob auch das drinsteckt, was auf dem Etikett steht.

Den Vitamingehalt haben wir bewusst nicht überprüft, weil der Gehalt stark von der jeweiligen Obstsorte und dem Erntezeitpunkt abhängt. Bei den ganz unterschiedlichen Gehalten sind Rückschlüsse auf durchschnittliche Gehalte so gut wie unmöglich. Außerdem steht fest: Es gibt immer einen Verlust an Vitaminen und Ballaststoffen, wenn das Produkt verarbeitet wird.

Die Bewertung

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat definiert, was einen "guten" Smoothie ausmacht: Er sollte einen hohen Anteil an "ganzem" Obst oder Gemüse als stückige Bestandteile oder Pürees von ganzen Früchten enthalten und nicht durch Entzug von Wasser konzentriert worden sein. Der Smoothie sollte keinen zugesetzten Zucker, keine Zusatzstoffe und keinen Zusatz von isolierten Nährstoffen enthalten. Dem schließen wir uns an.

Den Rückstand eines Pestizids in Bio-Ware, der über dem Bio-Orientierungswert liegt, werten wir unter Weitere Mängel ab, weil er als Spur gewertet werden kann. Drei Spuren verschiedener Pestizide in Bio-Ware fließen aber schon in die Bewertung der Inhaltsstoffe ein. Schließlich erwartet der Verbraucher gerade hier, dass keine Rückstände enthalten sind. Auch wenn es sich um einen Fruchtmix handelt: Es ist schlichtweg Verbrauchertäuschung, wenn sich ein Drink Kokos-Mango nennt und hauptsächlich Apfelsaft drinsteckt. Dafür gab es einen Punkt Abzug.

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Zugehörige Ausgabe:
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013

Erschienen am 11.01.2013

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
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