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15 Gummistiefel im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2013
vom 11.01.2013

Gummistiefel

Zum Davonlaufen

Schlechtes Wetter und dann auch noch schlechte Schuhe - das ist wirklich traurig. Die geprüften Gummistiefel für Kinder stinken zum Himmel und stecken voller Schadstoffe.

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11.01.2013 | In unseren ÖKO-TESTs fallen die praktischen Treter reihenweise durch. Wir stellten uns die Frage, ob sich an der miesen Qualität inzwischen etwas verbessert hat. Wir haben 15 kunterbunte Kindermodelle eingekauft und umfangreich auf Schadstoffe geprüft.

Das Testergebnis

Alle untersuchten Gummistiefel sind geradezu verseucht mit Schadstoffen - für Eltern ein niederschlagendes Ergebnis bei einem Produkt, an dem sie kaum vorbeikommen.

Nicht verkehrsfähig: Das Modell von Playshoes enthält den verbotenen Farbbaustein p-Aminoazobenzol im Außenmaterial des Schnürsenkels - und zwar in einer Größenordnung, die den amtlichen Grenzwert weit überschreitet.

Auch im Käpt'n Blaubär-Stiefel steckt ein verbotener Farbbestandteil. Hautkontakt mit dem krebserregenden Stoff kann nicht ganz ausgeschlossen werden. Trotzdem darf das Produkt so verkauft werden. Nächstes Beispiel: Im Maximo Gummistiefel stecken kurzkettige Chlorparaffine. Die Weichmacher und Flammhemmer stehen unter Krebsverdacht. In der Schweiz wären die Gummitreter deshalb nicht verkehrsfähig. Hierzulande wie auch in anderen EU-Ländern gilt das Verbot aber bisher nur für Lederprodukte und in der Metallindustrie.

Die Giesswein Gummistiefel riechen penetrant nach Chemie. Sie strotzen nur so vor polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), darunter das krebserzeugende Benzo[a]pyren.

Anbieter Lexpo schreibt auf dem Etikett, sein Stiefel sei "aus einem umweltfreundlichen Material" hergestellt und zudem "Phthalat frei". Die Sohle kann er damit nicht gemeint haben, sie besteht aus umweltbelastenden chlorierten Kunststoffen. Um sie biegsam zu machen, wurden Phthalat-Weichmacher beigemischt - Stoffe, die in Spielzeug und Babyartikeln längst verboten sind. Leider ist man auch mit Stiefeln, die laut Anbietern aus Naturkautschuk sind, nicht auf der sicheren Seite: chlorierte Verbindungen steckten in den Viking- und Bruno-Barthel-Stiefeln.

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So haben wir getestet

Der Einkauf
An Gummistiefeln geht bei Matsch- und Regenwetter kaum ein Weg vorbei, in vielen Kindergärten gehören die praktischen Treter zur Pflichtausrüstung. Ausgewählt wurden Modelle großer Schuh- und Kinderschuhmarken wie auch günstigere, die bei den Filialisten und in vielen Onlineshops für Kinderequipment angeboten werden. Im Warenkorb landeten 15 Produkte, davon sechs hauptsächlich aus Naturkautschuk. Die Preisspanne geht von sechs bis 35 Euro.

Die Inhaltsstoffe
In Gummistiefeln steckt mehr, als der Name vermuten lässt: Schaft und Sohle bestehen eher seltener aus Naturgummi, meist wird dafür synthetischer Kautschuk, ein anderer Kunststoff oder eine Mischung verwendet. Innenfutter und Schnürbänder sind aus Textil. Hinzu kommt Kleber, der alles zusammenhält. Geprüft wurde unter anderem auf Weichmacher und PAK, die sich aus Kunststoffen lösen können, krebserregende Nitrosamine, die bei der Vulkanisierung des Gummis entstehen, und verbotene Farbbausteine, die ÖKO-TEST häufiger in gefärbten Garnen findet. Nebenprodukte aus der Kunststoffherstellung, die man sich nicht ans Bein binden will: 2-Phenyl-2-propanol und Acetophenon. Laut Behörden können sie möglicherweise allergische Reaktionen oder Hautreizungen hervorrufen.

Die Bewertung
Gummistiefel sind keine Alltagsschuhe, bei denen die Passform wichtig ist oder eine stabile Sohle. Hauptproblem sind die Inhaltsstoffe. Das zeigen unsere Tests immer wieder. Stiefel, die voller übler Substanzen stecken, sollte man von Kindern fernhalten. Solche Schadstoffmauken bekommen von uns ein "ungenügend".

So haben wir getestet

Im Labor werden die Gummistiefelmaterialien auf giftige Schwermetalle durchleuchtet.

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Bestellnr.: J1301
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