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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Stoffbilderbücher

Sieh mal an

Die Stoffbilderbücher in unserem Test haben besser abgeschnitten als Bücher aus Kunststoff. Allerdings: Drei Produkte bekamen ein "ungenügend", weil sie verschluckbare Kleinteile oder einen krebsverdächtigen Farbstoffbestandteil enthielten.

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08.01.2010 | Die ersten Lieblingsspielzeuge aller Neugeborenen kommen frei Haus und nennen sich Mama und Papa. Sie sind praktischerweise mit Fingern, Nasen und Ohren zum Greifen ausgestattet und Teil der Welt, den kennenzulernen am wichtigsten ist.

Bald beginnt Baby aber, sich für nahezu alles zu interessieren. "Ein Kochlöffel ist ein tolles Spielobjekt. Ein Lockenwickler fühlt sich interessant an", weiß Anneliese Augustin. In ihrer Praxis für Ergotherapie finden Alltagsgegenstände bei den ganz Kleinen besonders großen Anklang. Sobald das Interesse erwacht ist, sei es wichtig, dass man Babys die Gelegenheit gibt, unterschiedliche Oberflächen und Formen mit Mund und Händen zu ertasten. "Durch das Tasten entwickeln Kinder zum Beispiel die Geschicklichkeit, die sie später brauchen, um einen Stift halten und malen zu können", so die Therapeutin.

Bei der Lektüre des ersten Bilderbuchs im Laufe des ersten Lebensjahres macht das Anpacken, Reinbeißen und Blättern den eigentlichen Spaß aus. Stoffbilderbücher für Babys sind deshalb meist aus unterschiedlichen Materialien zusammengesetzt: Tiere haben ein abstehendes Plüsch-"Fell" zum Streicheln. Es gibt bewegliche Ohren, knisternde Seiten, eingebaute Rasseln und Hupen. Die weichen Bücher können gut mit im Bettchen oder Kinderwagen liegen und, je nach Belieben, auch mal einfach nur Kuscheltier sein.

ÖKO-TEST wollte wissen, ob Stoffbilderbücher die Anforderungen für sicheres Babyspielzeug erfüllen und hat 19 Marken zu einem umfangreichen Schadstoff- und Praxistest in die Labore geschickt.

Das Testergebnis

Es gibt sichere und weitgehend unbelastete Stoffbilderbücher. Insgesamt "gut" sind zwar nur drei, aber immerhin auch zehn "befriedigend". Doch von drei Produkten mit dem Gesamturteil "ungenügend" müssen wir abraten. Am Preis liegt es nicht. Unter den Schlusslichtern befindet sich neben einem günstigen für unter fünf Euro auch das teuerste im Test für knapp 20 Euro.

Das Babylove Spielbuch von Dm und Mein liebstes Stoffbuch mit Plüsch-Teddy am Band von Ars-Edition rasselten durch die praktische Sicherheitsprüfung. Beim Buch von Dm versagten die Nähte eines angenähten Schmetterlingsflügels bei der Festigkeitsprüfung. Der Flügel ließ sich komplett ablösen und passte dann auch noch in den Prüfzylinder für verschluckbare Kleinteile. Da die Spielzeugnorm EN 71 unter anderem für Gewebe eine Ausnahme macht, würde eine Untersuchungsbehörde das Buch möglicherweise nicht beanstanden und den Hersteller lediglich darauf hinweisen, dass es an dieser Stelle schlecht verarbeitet ist. Beim Buch von Ars-Edition waren ebenfalls nicht fest genug angenähte Schmetterlingsflügel die Schwachstelle: Die Flügel sind zwar größer, verschluckbar ist jedoch die Knisterfolie aus dem Innern des Flügels, die leicht zugänglich wird.

Aus beinahe der Hälfte der Bücher lösten sich umstrittene halogenorganische Verbindungen. Im Best the Bunny by Tiamo Collection handelte es sich um die halogen- und phosphororganischen Verbindungen TCPP und TDCPP, die meistens als Flammschutzmittel eingesetzt werden.

Überflüssig: Bei allen Büchern wurden unter der UV-Lampe optische Aufheller sichtbar - nicht nur an weißen, sondern auch an vielen farbigen Stellen. Optische Aufheller können aus Textilien mit dem Schweiß auf die Haut gelangen und dort unter Sonneneinstrahlung allergische Reaktionen hervorrufen.

Schlimm: Beim Babylove Spielbuch von Dm und dem Sterntaler Spielbuch Maus Melina wies das von uns beauftragte Labor Anilin nach - einen Farbstoffbestandteil, der sich im Tierversuch als krebserzeugend erwiesen hat. Verboten ist der Farbstoff dennoch nicht. Wir werten trotzdem um vier Stufen ab.