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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Planschbecken

Plitsch, klatsch

Wie schon bei unserem vorigen Test sind auch die aktuellen Kinderplanschbecken ein Fall für den Sondermüll: Fast alle untersuchten Marken stecken voller Schadstoffe, ein Testprodukt hätte gar nicht verkauft werden dürfen.

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08.01.2010 | Ein Planschbecken gehört zur Kindheit wie das erste Fahrrad. Allerdings waren die Minipools in unseren Untersuchungen bisher immer bedenklich. Ein großes Problem waren Phthalatweichmacher. Die setzen die Hersteller ein, um das Material - das sind meistens PVC-haltige Folien - geschmeidig zu machen. Dabei wurden unter anderem DEHP und DBP gefunden - Weichmacher, die das EU-Parlament 2005 in Spielzeug und Babyartikeln generell verboten hat, weil sie als fortpflanzungsgefährdend gelten.

Die meisten Hersteller setzen inzwischen alternative Weichmacher ein - zum Beispiel DEHT und DINCH. Aber auch diese Stoffe lassen sich nicht fest im Kunststoff binden, können in die Umwelt gelangen oder ins Wasser des Planschbeckens, und dort vom Kleinkind aufgenommen werden. Laut Umweltbundesamt ist immer noch unklar, wie viel davon letztlich im Körper ankommt und was die Stoffe dort auslösen können.

ÖKO-TEST wollte genau wissen, was in den aktuellen Modellen steckt. Wir haben 13 Planschbecken eingekauft und in die Labors geschickt.

Das Testergebnis

Noch immer können wir keine Entwarnung geben: Fast alle Becken sind stark mit Schadstoffen belastet. Überzeugen konnten nur die Hartschalenprodukte.

In elf Planschbecken stecken PVC/PVDC/chlorierte Kunststoffe. Nur die BIG Sand-/ Wassermuschel und das Sand-/ Wasserschiff von Vedes sind frei davon. Hier konnten die Labore auch keine Weichmacher nachweisen.

In den restlichen Planschbecken allerdings schon: Neun Hersteller setzten auf die alternativen und dennoch nicht ganz unbedenklichen Weichmacher DINCH und DEHT. Die beauftragten Labore fanden aber auch gesetzlich reglementierte Phthalate: Der Jet Pool Junior Wet 230, Stahlrohrbecken von Gre enthält sogar erhebliche Mengen DEHP, DINP und DIDP. Aufgrund der DEHP-Werte ist das Planschbecken nach Einschätzung des Chemischen Veterinäruntersuchungsamts Stuttgart nicht verkehrsfähig - es hätte also gar nicht verkauft werden dürfen. DINP und DIDP stecken auch im Splash and Play Space Ship Pool Silber von Bestway.

Mit sehr giftigem Dibutylzinn (DBT) sind fünf Bassins belastet, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) haben in neun Becken zur Abwertung geführt. PAK können unter anderem über Atemwege und Haut aufgenommen werden.