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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Babyfone

Mama Mia!

Eigentlich sind Babyfone dazu da, die Kleinsten zu schützen. Leider produzieren die meisten Geräte im Test aber so viel Elektrosmog, dass sie sogar schaden könnten. Zum Glück gibt es auch einige "sehr gute" Modelle.

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08.01.2010 | Den ersten Schrei tut ein Baby meistens gleich nach der Geburt - ein Moment, auf den fast alle werdenden Eltern sehnsüchtig warten. Erst zu Hause merken Mama und Papa, dass auch für sie ein neues Leben beginnt. Volle Windeln, rotierende Waschmaschinen und schlaflose Nächte gehören ebenso dazu wie die Angst, das Wehklagen ihres kleinen Rackers fehlzuinterpretieren oder gar zu überhören. Zum Glück gibt es Babyfone, die das verhindern können.

Der Haken an der Sache: Die meisten Geräte erzeugen beträchtlichen Elektrosmog und können so selbst zu Schlafstörungen und gesundheitlichen Schäden beitragen.

ÖKO-TEST hat insgesamt 19 Produkte eingekauft und deren Strahlung messen lassen. Darüber hinaus haben wir sie einem umfangreichen Praxistest unterzogen.

Das Testergebnis

...geht uns gehörig auf den Sender: Fast die Hälfte der Babyfone ist "mangelhaft" oder "ungenügend". Schuld daran ist vor allem die DECT-Technologie. DECT-Babyfone arbeiten mit gepulsten hochfreqenten Mikrowellen - und das als Dauersender. Studien ergaben, dass gepulste Strahlung unter anderem die Hirnströme verändern und das Krebsrisiko erhöhen kann. Dass es ohne deutlich besser geht, beweisen die vier "sehr guten" analogen Geräte im Test.

Etliche Hersteller werben mit "Eco-Mode" oder "strahlungsarm". In Wirklichkeit ist davon oft wenig zu spüren. Ein Beispiel: Beim Audioline Baby Care 5 wurde noch in zwei Metern Abstand zum Sender eine elektromagnetische Strahlungsstärke von 2.700 Mikrowatt pro Quadratmeter gemessen - aus baubiologischer Sicht ist das völlig indiskutabel. Zumal schon ab einem Wert von 100 Mikrowatt pro Quadratmeter biologische Effekte nachweisbar sind.

Mehr als drei Viertel der Produkte erzeugen noch in einem Meter Abstand mehr elektrische Wechselfelder als die schwedische TCO-Norm für Computerarbeitsplätze in 30 Zentimeter Abstand erlaubt. Was für Büromenschen oder Internetsurfer längst Norm ist, scheint offenbar für den Schlaf von Kleinkindern nicht zu gelten.

Eine Reichweitenkontrolle, die sich durch einen Warnton oder ein aufleuchtendes Lämpchen meldet, ist auf den ersten Blick eine nützliche Zusatzfunktion. Leider wird das Abfragesignal ständig in kurzen Intervallen ausgesendet. Die Folge: unnötiger zusätzlicher Elektrosmog.

Im Gegensatz zu einem Telefon muss ein Babyfon bei der Akustik nur Mindestanforderungen erfüllen. Das ist erfreulicherweise bei allen Geräten der Fall. Kleinere Abzüge gibt es beispielsweise für den Stabo Babymonitor 400, bei dem ein deutliches Rauschen die Übertragung stört.

Sieben Babyfone lassen sich nicht so einstellen, dass sie bereits leise Geräusche wahrnehmen. Das kann wichtig sein, wenn ein Kind krank ist und die Eltern schon kleine Seufzer hören wollen.