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ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010
vom

Multivitaminpräparate, Kinder

Pille-Palle

Für Kinder nur das Beste: Damit die Kleinen gut gedeihen, auch wenn sie nicht nur von Obst und Gemüse leben, liegt die Versuchung nah, mit Vitaminen nachzuhelfen. Doch was können diese Präparate und wo ist Vorsicht angebracht? Wir können nur drei halbwegs empfehlen.

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08.01.2010 | Viele Eltern kennen das: Mit Obst und Gemüse tun sich die lieben Kleinen schwer. Dass Eltern angesichts einer einseitigen Ernährung ihrer Sprösslinge nervös werden, ist verständlich.

Abhilfe versprechen Nährstoffpräparate, die speziell für Kinder entwickelt wurden. Dabei ist laut Wissenschaftlern eine normale Ernährung völlig ausreichend, um den Nährstoffbedarf des Nachwuchses zu decken. Sinnvoll seien lediglich Vitamin-D-Gaben, wovon alle Altersgruppen profitieren würden.

ÖKO-TEST hat trotz des zweifelhaften Nutzens 15 Multivitaminpräparate verschiedener Anbieter ins Labor geschickt und begutachten lassen. Dabei haben wir unter anderem geprüft, ob die Zusammensetzung der Mittel den vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfohlenen Höchstmengen an Vitaminen und - sofern enthalten - Mineralstoffen entsprechen.

Das Testergebnis

Kein Testprodukt schneidet mit "sehr gut" ab, drei sind immerhin "gut". Ein Drittel fällt mit "ungenügend" durch. Besonders kritisch sind die fettlöslichen Vitamine wie Vitamin A, da sie sich im Körper anreichern können. Die beiden Sanostol-Produkte, die Centrum von A bis Zink Junior, Capletten und die Davitamon Junior Kautabletten und Das gesunde Plus Multi-Vitamin Bärchen, Gummibärchen enthalten jedoch mehr Vitamin A, als das BfR in Nahrungsergänzungsmitteln für Kinder von vier bis zehn Jahren maximal empfiehlt. Im Salusino Multi-Mineral-Multi-Vitamin-Trank für Kinder, den Fit + Vital Multivitamine für Kinder, Lutschtabletten und den Aktiva Kinder Multivitamine, Lutschtabletten steckt das in isolierter Form von Experten kritisch beurteilte Betacarotin (Provitamin A).

Bei drei Produkten sind die Vitamine B6 oder Niacin überdosiert. Weil diese Vitamine aber wasserlöslich sind und ein Zuviel ausgeschieden wird, gibt es hier nur einen Punkt Abzug.

Einige Präparate enthalten entweder Zink, Eisen, Kupfer und/oder Mangan, in den Centrum von A bis Zink Junior, Capletten stecken sogar alle vier Mineralstoffe. Eisen, Kupfer und Mangan sollten laut BfR gar nicht in Nahrungsergänzungsmitteln enthalten sein, Zink nicht in Präparaten für Kinder unter 18 Jahren. Bei zu viel Eisen und Mangan besteht schnell ein gesundheitliches Risiko.

Auf sieben Produkten stehen Hinweise auf Erkältungskrankheiten oder es wird mit einer Stärkung der Abwehrkräfte geworben, was wir mit zwei Minuspunkten quittieren. Denn eine solche Wirkung von Vitaminzugaben ist gar nicht belegt.