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121 Ausbildungsversicherungen im Test

Teuer oder sehr teuer

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2010 | Kategorie: Geld und Recht | 08.01.2010

121 Ausbildungsversicherungen im Test

Mit Ausbildungsversicherungen sollen Enkel und Kinder frühzeitig für die ersten Schritte ins eigene Leben abgesichert werden. ÖKO-TEST hat den Kids-Schutz unter die Lupe genommen.

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"Die Wünsche Ihrer Kinder und Enkel kennen wir nicht, wir können aber wesentlich zu ihrer Erfüllung beitragen", wirbt die Stuttgarter VPV Versicherung. Die Allianz Versicherung rechnet vor, wie wichtig ein Ausbildungsschutz ist. Für ein Informatikstudium reichen 25.000 Euro, bei Medizin sind es rund 50.0000 Euro. Da sei es nur sinnvoll und weitsichtig, wenn Eltern frühzeitig Vorsorge treffen - durch eine Ausbildungsversicherung.

Sie ist eine besondere Form der Lebensversicherung, erläutert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seine Homepage. Die vereinbarte Versicherungssumme wird zu einem festgelegten Zeitpunkt gezahlt. Versichert ist das Leben des Beitragszahlers, meist ein Eltern- oder Großelternteil des Kindes. Stirbt diese Person, übernimmt das Versicherungsunternehmen alle weiteren Beitragszahlungen. Regelrecht überschwänglich ist die Gothaer Versicherung aus Köln: "Die Startkapital-Versicherung ist genau die richtige Lösung für die Zukunft Ihrer Kinder, Enkelkinder, Nichten und Neffen."

Die Wahrheit sieht anders aus. Wenn die Großeltern als Versicherungsnehmer eingesetzt werden, ist die Versicherung sehr teuer. Denn ältere Menschen haben ein deutlich höheres Risiko, vor dem Ablauf zu sterben. Mittlerweile sind viele Versicherer daher vorsichtiger geworden. Sie empfehlen nur noch die Eltern, Onkel oder Paten als Versicherungsnehmer. Die Kölner DEVK warnte uns sogar: "Wir möchten jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass die gewählten Beispiele eigentlich nicht der Realität entsprechen. Denn in der Praxis werden unsere Vertriebspartner eine andere Lösung vorschlagen, wenn der Opa für seine Enkel vorsorgen will: Versichert wird das Leben des Versorgers, also in der Regel von Mama oder Papa - und Opa ist lediglich der Beitragszahler."

Damit wird aber nicht das Problem gelöst, wenn der Opa oder die Oma plötzlich sterben. "Eigentlich lässt sich dieses Risiko nicht sinnvoll absichern", so Versicherungsberater André Salau aus Hamburg. Allein wenn die Großeltern extrem auf Nummer sicher gehen wollten, sei die Ausbildungsversicherung überlegenswert. Was sie bringt, zeigt unser Test.

Dafür haben wir sechs verschiedene Modellfälle durchgespielt. Dreimal ist der Opa Versicherungsnehmer, dreimal die Mutter. Insgesamt werden für unterschiedliche Laufzeiten 7.200, 10.800 und 27.000 Euro in die Ausbildungspolicen eingezahlt. Da vom bezahlten Versicherungsbeitrag die Vertreterprovisionen, Verwaltungskosten und Risikoanteile abgezogen werden, fließt nicht der gesamte Beitrag in die Kapitalanlage. Für den Verbraucher entscheidend ist daher die Beitragsrendite, die wir mit Unterstützung durch die Frankfurter FMH-Finanzberatung für die sechs Musterfälle ermittelten. Insgesamt wurden so 103 Tarife von 16 Versicherern untersucht.

Das Testergebnis

An diesem Test wollten viel mehr Assekuranzen als üblich nicht teilnehmen. Kunden sollten dies beachten. Die meisten nannten dafür keine Gründe, wir vermuten, dass sie schlechte Ergebnisse befürchteten. Die Allianz teilte mit, dass sie nur an Tests teilnehme, wenn sie die Testmethodik kenne. Für uns heißt das, wenn sie sich ausrechnen kann, dass sie gut abschneidet. Die Basler drohte gar, bei Veröffentlichung der Daten mit "weiteren Schritten".

Die Neue Leben erklärte, dass sie keine Ausbildungsversicherung mehr anbiete. Doch auf der Homepage des Unternehmens wird emsig für die Ausbildungsversicherung Easystart geworben. So weist die Neue Leben darauf hin: "Die garantierte Mindestverzinsung der Sparanteile beträgt zurzeit 2,25 Prozent. Darüber hinaus erwirtschaftete Erträge werden als sogenannte Überschussbeteiligung ausgezahlt." Leider fehlt der Hinweis, dass die Erträge aus Kapitallebensversicherungen in vollem Umfang versteuert werden müssen, wenn der Begünstigte noch nicht über 60 Jahre alt ist. Diese Hürde ist aber die kleinste, denn vielfach dürften die Erträge - wenn der Student kein weiteres Einkommen hat - steuerfrei sein. Zudem kann die Auszahlung über mehrere Jahre laufen.

Testsieger sind Debeka, HUK-Coburg, PB Leben, Provinzial Nord-West und die WGV. Diese Anbieter schaffen jeweils in zwei Fällen gute garantierte Beitragsrenditen. Einen ersten Rang haben wir für die garantierten Renditen nicht vergeben. Denn selbst gute Tarife auf dem zweiten Rang erreichen gerade einmal 0,58 Prozent (Provinzial Nordwest) bis 1,14 Prozent (Debeka). Schon hier zeigt sich, dass die besten Ergebnisse nur dann erzielbar sind, wenn die Mutter abgesichert wird.

35 Tarife erreichen den sogenannten Beitragserhalt, garantieren also den Kunden, dass sie zumindest ihre eingezahlten Beträge wieder zurückerhalten. Darunter ist in sechs Fällen die Zurich, die eine Fondspolice als Ausbildungsversicherung anbietet, bei der der Anleger das Börsenrisiko trägt.

Viel zu teuer ist die Absicherung durch den Großvater. In keinem Fall kann ein Versicherer garantieren, dass die eingezahlten Beiträge erhalten bleiben. Daher konnten diese Tarife nur mit den Rängen 5 und 6 bewertet werden. 27 Tarife erreichen noch Rang fünf; 26 Tarife nur noch Rang 6. Manche Versicherer, wie die Zurich, bieten eine Absicherung durch ältere Menschen schon gar nicht mehr an.

Wie teuer die Absicherung der Beitragsbefreiung im Todesfall für den Großvater ist, zeigt ein Blick auf die negativen Renditen. Die Spanne reicht von sage und schreibe minus 4,63 Prozent jedes Jahr (Modellfall 1) bei der LV1871 bis minus 0,73 Prozent bei der Debeka (Modellfall 5). Ein deutliches Zeichen dafür, dass die Versicherer sehr unterschiedliche Kosten in die Tarife einkalkulieren. Besonders schlecht schneidet übrigens der Senioren-Spezialist Ideal ab. Er kann jedoch nur schwer mit den anderen Anbietern verglichen werden, da die Beitragsbefreiung nicht nur bei Tod, sondern auch bei Schwerstpflegebedürftigkeit (Pflegestufe III) gilt.

Skandalös ist, dass einige Versicherer es nicht einmal für die Mutter-Policen schaffen, eine garantierte Beitragsrendite zu erwirtschaften, obwohl alle Versicherer ja garantieren, dass der Sparanteil mit 2,25 Prozent verzinst wird. Besonders schlecht schneiden hier beispielsweise die LV1817 (-1,53 Prozent), die zu Ergo gehörenden Versicherer Hamburg-Mannheimer und Victoria (-1,03 bzw. -0,9 Prozent) oder die Württembergische (-0,76 Prozent) ab (alle Modellfall 4).

Wer nur auf die Versprechungen der Versicherer schaut, der kann zumindest, wenn die Mutter Träger der Ausbildungsversicherung ist, ganz gute Ergebnisse erzielen. Die prognostizierte Rendite erreicht in 26 Fällen Rang 1 und reicht bei den klassischen Produkten von 4,44 (Debeka) bis 3,36 Prozent (Süddeutsche). Die Fondspolice der Zurich erreicht sogar eine Beitragsrendite von 4,55 Prozent. Dafür müsste der Fonds jedoch Jahr für Jahr sechs Prozent Rendite abwerfen - was wir für unwahrscheinlich halten.

Wer viel Vertrauen in die Assekuranzen hat und hofft, dass sie ihre freiwilligen Überschüsse in den nächsten Jahren einigermaßen aufrechterhalten können, der könnte sogar als älterer Mensch eine Ausbildungspolice für die Enkel abschließen. Für die Absicherung durch den Großvater verspricht beispielsweise die WGV bei einer Einzahlung von 10.800 eine Auszahlung von 12.863 Euro (Rendite 1,9 Prozent), die Debeka bei 7.200 ein Ergebnis von 8.282 Euro (2,29 Prozent), und die PB Leben für 27.000 Euro an Beiträgen 32.822 Euro (2,54 Prozent). Doch das Vertrauen steht auf wackligen Füßen. Angesichts des Zinstiefs hat gerade Marktführer Allianz Leben seine Überschussverzinsung um 0,2 Prozentpunkte gesenkt. Das hat Signalwirkung. Sicher sind damit nur die garantierten Summen, und die sind für Absicherung durch den Opa viel zu gering.

Sparen und Absicherung trennen

André Salau ist Versicherungsberater aus Hamburg.

ÖKO-TEST: Was halten Sie von Ausbildungsversicherungen?

André Salau: Eigentlich herzlich wenig. Ich empfehle diese Art der Absicherung nicht. Sie ist sehr teuer und meist nicht zielführend.

ÖKO-TEST: Was sind die Probleme?

Salau: Hinter der Ausbildungsversicherung verbirgt sich eine Kapitallebensversicherung, die zu einem festen Termin das Geld zahlt. Berechtigt kann dann beispielsweise der Enkel oder das Kind sein. Stirbt der Versicherte, läuft die Versicherung beitragsfrei weiter. Diese Risikokosten und die Kosten, die für Vermittlerprovisionen kalkuliert werden, machen diese Art der Anlage besonders teuer.

ÖKO-TEST: Was empfehlen Sie?

Salau: Man sollte die Risikoabsicherung und den Sparvorgang trennen. So kann man eine günstige Risikolebensversicherung kaufen und das restliche Geld beispielsweise in einen Banksparplan einzahlen. Das geht aber nur, wenn ein Elternteil abgesichert wird, für Oma und Opa ist auch eine Risikolebensversicherung viel zu teuer.

ÖKO-TEST: Wie schützt man den Zahler, das sind ja meist die Großeltern.

Salau: Dieses Risiko lässt sich eigentlich nicht sinnvoll absichern. Man muss hier die Familie intensiv beraten und vorrechnen, was eine Ausbildungsversicherung, bei der die Großeltern abgesichert sind, bringt. Sind die Großeltern noch fit, ist ein solcher Schutz gar nicht notwendig. Dann können sie vielleicht noch zehn Jahre oder länger in den Sparplan einzahlen und nach dem Tod kann das Kapital bis etwa zum Studium des Kindes ja noch angelegt werden.

ÖKO-TEST: Also ist es immer besser, die Eltern des Kindes abzusichern.

Salau: Ja. Die ernähren doch aktuell die Familie. Hier reichen einige 10.000 Euro Schutz, wie sie in der Regel über eine Ausbildungsversicherung erreicht werden, nicht aus. Die Familie muss ihren Lebensstandard absichern.

ÖKO-TEST: Gibt es für die Höhe eine Faustregel?

Salau: Als allgemeine Regel gilt eine Absicherung des fünffachen Bruttojahreseinkommen als ideal. Im Einzelfall hängt die Höhe aber immer von den Umständen des einzelnen Haushalts ab, also welcher Lebebsstandard gehalten werden muss, wer arbeiten kann und wie viele Kinder wie lange versorgt werden müssen.

Test kostenlos abrufen (PDF)

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Ausbildungsversicherungen: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

  • Debeka

    6. Rang

  • Victoria

    6. Rang

  • PB Leben

    6. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    6. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    6. Rang

  • HUK

    6. Rang

  • Mecklenburgische

    6. Rang

  • Provinzial NordWest

    6. Rang

  • DEVK

    6. Rang

  • Provinzial Rheinland

    6. Rang

  • Süddeutsche

    6. Rang

  • LVM

    6. Rang

  • Volkswohlbund

    6. Rang

  • Nürnberger

    6. Rang

  • LV 1871

    6. Rang

  • Ideal

    6. Rang

  • Debeka

    2. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    2. Rang

  • HUK

    2. Rang

  • PB Leben

    2. Rang

  • Provinzial NordWest

    2. Rang

  • Süddeutsche

    3. Rang

  • DEVK

    3. Rang

  • Volkswohlbund

    3. Rang

  • Provinzial Rheinland

    3. Rang

  • Mecklenburgische

    3. Rang

  • LVM

    3. Rang

  • Nürnberger

    4. Rang

  • Alte Leipziger

    4. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • Victoria

    5. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    5. Rang

  • LV 1871

    5. Rang

  • Debeka

    5. Rang

  • PB Leben

    5. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    5. Rang

  • HUK

    5. Rang

  • Mecklenburgische

    5. Rang

  • Victoria

    5. Rang

  • Provinzial NordWest

    5. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    5. Rang

  • Alte Leipziger

    5. Rang

  • Volkswohlbund

    5. Rang

  • Süddeutsche

    5. Rang

  • DEVK

    5. Rang

  • Nürnberger

    6. Rang

  • Provinzial Rheinland

    6. Rang

  • LVM

    6. Rang

  • Ideal

    6. Rang

  • LV 1871

    6. Rang

  • Debeka

    3. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    3. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • PB Leben

    5. Rang

  • Süddeutsche

    5. Rang

  • Provinzial NordWest

    5. Rang

  • DEVK

    5. Rang

  • Mecklenburgische

    5. Rang

  • Volkswohlbund

    5. Rang

  • HUK

    5. Rang

  • Provinzial Rheinland

    5. Rang

  • Nürnberger

    5. Rang

  • Alte Leipziger

    5. Rang

  • LVM

    5. Rang

  • Victoria

    5. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    5. Rang

  • LV 1871

    5. Rang

  • Debeka

    5. Rang

  • PB Leben

    5. Rang

  • HUK

    5. Rang

  • Victoria

    5. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    5. Rang

  • Mecklenburgische

    5. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    5. Rang

  • Alte Leipziger

    5. Rang

  • Provinzial NordWest

    5. Rang

  • Volkswohlbund

    5. Rang

  • DEVK

    5. Rang

  • Provinzial Rheinland

    5. Rang

  • Süddeutsche

    5. Rang

  • Nürnberger

    5. Rang

  • LVM

    5. Rang

  • LV 1871

    6. Rang

  • Ideal

    6. Rang

  • Debeka

    2. Rang

  • WGV-Lebensversicherung AG

    2. Rang

  • PB Leben

    2. Rang

  • HUK

    2. Rang

  • Provinzial NordWest

    2. Rang

  • Süddeutsche

    3. Rang

  • DEVK

    3. Rang

  • Mecklenburgische

    3. Rang

  • Provinzial Rheinland

    3. Rang

  • Nürnberger

    4. Rang

  • Alte Leipziger

    4. Rang

  • LVM

    4. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • Zurich

    4. Rang

  • Victoria

    5. Rang

  • Hamburg-Mannheimer

    5. Rang

  • LV 1871

    5. Rang

  • Allianz

    ohne Bewertung

  • Asstel

    ohne Bewertung

  • Barmenia

    ohne Bewertung

  • Basler

    ohne Bewertung

  • Bayern Versicherung

    ohne Bewertung

  • Concordia

    ohne Bewertung

  • Continentale

    ohne Bewertung

  • Delta Lloyd Leben

    ohne Bewertung

  • Gothaer

    ohne Bewertung

  • Iduna Leben

    ohne Bewertung

  • Itzehoer

    ohne Bewertung

  • Münchener Verein

    ohne Bewertung

  • Öffentliche Berlin

    ohne Bewertung

  • Öffentliche Braunschweig

    ohne Bewertung

  • Rheinland

    ohne Bewertung

  • Sparkassenversicherung

    ohne Bewertung

  • VGH

    ohne Bewertung

  • Württembergische

    ohne Bewertung

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Erschienen am 08.01.2010