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14 Wundcremes im Test

Wunde gibt es immer wieder...

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012 | Kategorie: Kinder und Familie | 09.01.2012

14 Wundcremes im Test

Viele Wundschutzcremes sind unnötigerweise parfümiert. Dennoch können wir viele untersuchte Produkte empfehlen.

Neuer Artikel vorhanden: 20 Wundcremes im Test

Wenn Babys schreien, hat das immer einen Grund. Selten ist er so offensichtlich wie im Fall der Windeldermatitis. Gut ein Dritteln der gewickelten Kinder leidet darunter: Der empfindliche Po ist ständig rot und brennt schmerzhaft. Eltern leiden mit.

Doch sie können viel dagegen tun: zum Beispiel regelmäßig die Windeln wechseln und den Po lieber mit etwas Pflanzenöl oder klarem Wasser als mit parfümierten Feuchttüchern reinigen. Die Vorsitzende des Bundes freiberuflicher Hebammen Deutschlands, Susanne Schäfer, empfiehlt außerdem: "Luft, Luft und nochmals Luft! Dem Kind einfach dicke Socken anziehen und ,unten ohne' strampeln lassen."

Ganz in der Hand haben die Eltern die Sache aber leider nicht. Besonders wenn das Baby zahnt oder die stillende Mama saures Obst gegessen hat, wird der Po leicht rot.

In diesem Fall können gute Wundschutzcremes helfen. Sie gehören zu den wenigen Kosmetika, die Babys wirklich manchmal brauchen. Viele enthalten Zinkoxid, das entzündungshemmend wirkt. Verbreitet sind auch heilungsfördernde Zusätze wie Ringelblume, Kamille oder Panthenol.

Wir wollten wissen, wie es um die weiteren Inhaltsstoffe bestellt ist, und haben 14 Wundschutzcremes in die Labore geschickt. Bei drei Marken handelt es sich um wasserfreie, zinkoxidhaltige Pasten, die länger auf der Haut haften sollen.

Das Testergebnis

Mehr als die Hälfte der getesteten Cremes ist "sehr gut", selbst beim Schlusslicht, der Penaten Creme, hat es für ein "befriedigend" gereicht.

Im Penaten Baby Parfümfreie Wundschutzcreme ist als Konservierungsmittel unter anderem das umstrittene Propylparaben eingesetzt.

Unverständlich ist, warum in Wundschutzcremes immer noch Parfüm auftaucht. Wir werteten um eine Note ab, denn Duftstoffe stellen eine unnötige Belastung der ohnehin strapazierten Haut im Windelbereich dar. Immerhin werden keine Duftstoffe eingesetzt, die sich im Körper anreichern oder die besonders häufig Allergien auslösen.

Der wasserfreie Wundschutzklassiker Penaten Creme hat als ersten Inhaltsstoff Petrolatum (Vaseline) deklariert. Wir werten ab, da sich Erdölprodukte schlechter ins natürliche Gleichgewicht der Haut einbinden als pflanzliche Öle.

Dass es bei Wundschutzpasten auch ohne Erdöl geht, zeigen die Produkte von Töpfer und Müller-Drogeriemarkt. Sie sind überwiegend auf der Basis von Lanolin hergestellt.


Babycremes, Wundcremes: Wir haben diese Produkte für Sie getestet

Real Quality Baby Wundschutzcreme
  • Real

Babydream extrasensitive Wundschutzcreme
  • Rossmann

Weleda Baby & Kind Calendula Babycreme
  • Weleda

Penaten Creme
  • Johnson & Johnson

Babylove Wundschutzcreme
  • Dm

Bellybutton WonnePo Wundschutzcreme
  • Bellybutton

Bübchen pur & sensitiv parfümfreie Wundschutzcreme
  • Bübchen

Babysmile Wundschutzcreme
  • Schlecker

Lavera Baby & Kinder Neutral Schutzcreme
  • Laverana

Hipp Spezial-Wundschutz mit Panthenol & Zink
  • Hipp

Töpfer Babycare Wundschutzpaste
  • Töpfer

Beauty Baby Calendula Wundschutzpaste
  • Müller Drogeriemarkt

Bübchen Baby Wundschutz Creme
  • Bübchen

Penaten Baby Parfümfreie Wundschutzcreme
  • Johnson & Johnson

14 Wundcremes im Test
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012 Seite 78
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012 Seite 79
ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012 Seite 80

3 Seiten
Seite 78 - 80 im ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012
vom 09.01.2012

Testverfahren

So haben wir getestet

Der Einkauf

Bei den Wundschutzcremes für Babys gibt es Klassiker wie die Penaten Creme und regelmäßig Neuerscheinungen, die mit besonders innovativen Rezepturen werben. Wir haben beides eingekauft. Von den beiden großen Babymarken Penaten und Bübchen haben wir je zwei Produkte mit in den Test genommen, denn aus vergangenen Tests wissen wir, dass die Inhaltsstoffe stark variieren können. So kann es von ein und demselben Markenhersteller für eine Kosmetiksorte sowohl empfehlenswerte als auch überhaupt nicht empfehlenswerte Rezepturen geben. Nicht fehlen durften in unserem Test außerdem andere Babypflegespezialisten, Eigenmarken aus Drogerien und Supermärkten sowie Baby-Naturkosmetika.

Die Inhaltsstoffe

Der rote Po braucht vor allem eines: Ruhe vor unnötigen Reizen. Die Wundschutzcremes haben deshalb für diesen Test ein umfangreiches Prüfprogramm durchlaufen. Nach gesundheitlich bedenklichen Konservierungsstoffen wurde ebenso gefahndet wie nach problematischen Duftstoffen und berüchtigten Allergenen. Da die Creme lange auf der Haut bleibt und nicht wie ein Waschgel wieder abgespült wird, haben wir auch besonders darauf geachtet, dass hochwertige pflanzliche Öle die zarte Babyhaut pflegen anstatt künstlicher Erdöl- oder Silikonverbindungen. Des Weiteren ließen wir die Zusammensetzung der Produkte auf PEG/PEG-Derivate überprüfen. Das sind Emulgatoren, die in Kosmetika Wasser mit Fett verbinden.

Die Bewertung

Wir bleiben dabei: In eine Wundschutzcreme gehört kein Parfüm. Denn eines ist klar - der Duft erfreut bestenfalls die Eltern und nicht die Babys, die Gerüche noch ganz anders wahrnehmen. Wo doch welches drinsteckt, haben wir abgewertet - auch dann, wenn die deklarationspflichtigen Duftstoffe aus natürlichen ätherischen Ölen stammen. Auch für den Einsatz von Erdölprodukten gab es Minuspunkte.

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