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99 Ausbildungsversicherungen im Test

ÖKO-TEST Jahrbuch Kleinkinder für 2012
vom 09.01.2012

Ausbildungsversicherungen

Mit Sicherheit teuer

Mit Ausbildungsversicherungen sollen Enkel und Kinder frühzeitig die ersten Schritte ins eigene Leben abgesichert werden. ÖKO-TEST hat den Schutz unter die Lupe genommen.

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09.01.2012 | "Die Wünsche Ihrer Kinder und Enkel kennen wir nicht, wir können aber wesentlich zu ihrer Erfüllung beitragen", wirbt die Stuttgarter VPV Versicherung. Die Allianz Versicherung rechnet vor, wie wichtig ein Ausbildungsschutz ist. Für ein Informatikstudium reichen 25.000 Euro, bei Medizin sind es rund 50.0000 Euro. Da sei es nur sinnvoll und weitsichtig, wenn Eltern frühzeitig Vorsorge treffen - durch eine Ausbildungsversicherung.

Sie ist eine besondere Form der Lebensversicherung, erläutert der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner Homepage. Die vereinbarte Versicherungssumme wird zu einem festgelegten Zeitpunkt gezahlt. Versichert ist das Leben des Beitragszahlers, meist ein Eltern- oder Großelternteil des Kindes. Stirbt diese Person, übernimmt das Versicherungsunternehmen alle weiteren Beitragszahlungen. Regelrecht überschwänglich ist die Gothaer Versicherung aus Köln: "Die Startkapital-Versicherung ist genau die richtige Lösung für die Zukunft Ihrer Kinder, Enkelkinder, Nichten und Neffen."

Die Wahrheit sieht anders aus. Wenn die Großeltern als Versicherungsnehmer eingesetzt werden, ist die Versicherung sehr teuer. Denn ältere Menschen haben ein deutlich höheres Risiko, vor dem Ablauf zu sterben. Mittlerweile sind viele Versicherer daher vorsichtiger geworden. Sie empfehlen nur noch die Eltern, Onkel oder Paten als Versicherungsnehmer. Die Kölner DEVK warnte uns sogar: "Wir möchten jedoch ausdrücklich darauf hinweisen, dass die gewählten Beispiele eigentlich nicht der Realität entsprechen. Denn in der Praxis werden unsere Vertriebspartner eine andere Lösung vorschlagen, wenn der Opa für seine Enkel vorsorgen will: Versichert wird das Leben des Versorgers, also in der Regel von Mama oder Papa - und Opa ist lediglich der Beitragszahler."

Damit wird aber nicht das Problem gelöst, wenn der Opa oder die Oma plötzlich sterben. "Eigentlich lässt sich dieses Risiko nicht sinnvoll absichern", so Versicherungsberater André Salau aus Hamburg. Allein wenn die Großeltern extrem auf Nummer sicher gehen wollten, sei die Ausbildungsversicherung überlegenswert. Was sie bringt, zeigt unser Test.

Dafür haben wir sechs verschiedene Modellfälle durchgespielt. Dreimal ist der Opa Versicherungsnehmer, dreimal die Mutter. Insgesamt werden für unterschiedliche Laufzeiten 7.200, 10.800 und 27.000 Euro in die Ausbildungspolicen eingezahlt. Da vom bezahlten Versicherungsbeitrag die Vertreterprovisionen, Verwaltungskosten und Risikoanteile abgezogen werden, fließt nicht der gesamte Beitrag in die Kapitalanlage. Für den Verbraucher entscheidend ist daher die Beitragsrendite, die wir mit Unterstützung durch die Frankfurter FMH-Finanzberatung für die sechs Musterfälle ermittelten. Insgesamt wurden so 99 Tarifvarianten von 15 Versicherern untersucht.

Das Testergebnis

An diesem Test wollten viel mehr Assekuranzen als üblich nicht teilnehmen. Kunden sollten dies beachten. Die meisten nannten dafür keine Gründe, wir vermuten, dass sie sc

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